"Normcore": Auffällig unauffällig

Donnerstag, 20.11.2014

"Normcore" ist ein neuer Trend, den wirklich jeder schnell umsetzen kann. Dabei werden alte und abgetragene Fummel zu echten Mode-Schätzen. Hier erfahren Sie, wie Sie den Stil gekonnt umsetzen können.

Es ist amtlich: Der Fashion-Fasching ist vorbei! "Normcore" heißt der neue Trend aus den USA, der aus Paradiesvögeln graue Mäuse machen will und das Schwimmen im Normalo-Strom zelebriert. Unsere STYLIGHT Modeexpertin zeigt, was es mit dem Trend auf sich hat und wie Sie ihn am besten nachstylen.

Der "Nicht-Stil-Stil"

Sich ständig von der Masse abzuheben und anders sein zu wollen, ist auf Dauer anstrengend. Diesem Problem hat sich die Medienagentur K-Hole aus den USA angenommen und "Normcore" ins Leben gerufen. Als eine Wortmischung aus "Normal" und "Hardcore" steht der Trend für die Reduktion auf das Wesentliche und dem Streben nach Durchschnitt.

Nein zu Extravaganz mit dem Normcore-Stil

Der typische Normcore-Kunde möchte sich nicht von der Masse abheben, sondern vielmehr in ihr verschwinden. Nicht auffallen um jeden Preis sozusagen. Der Fehler, anzunehmen, der "Normcorer" habe dabei keine Ahnung oder Interesse an Mode, darf hier allerdings nicht gemacht werden. "Das neue Normal" ist nicht einfach hinzukriegen, so sprießen mittlerweile immer mehr findige Styleberatungsagenturen aus dem Boden, die Ihnen zeigen, wie Sie wieder normal aussehen können und bei der Metamorphose vom Schmetterling zurück ins Raupenstadium behilflich sind.

Tschüss getigerte Sneakers, Hallo Birkenstock!

Aber wie stylt man ihn denn nun, den Look der eigentlich keiner sein will? Ganz wichtig ist in erster Linie komplett auf Marken zu verzichten. Mom-Jeans - ja, Sie haben richtig gelesen! Das sind diese unförmigen Hosen, die Platz für angefutterte Extra-Kilos bieten, No-Label Shirts und stinknormale, robuste Turnschuhe (ganz wichtig: das Wort Sneakers ist beim "Normcore" tabu) gehören zur Grundausstattung. Beste Einkaufs-Adressen sind Kaufhäuser wie Walmart, Aldi und Co.

"Normcore": Lebe lieber gewöhnlich

Blusen, Krawatten, Statementketten und der ganze Krimskrams haben im "Normcore" übrigens auch nichts verloren. Zurückhaltung ist angesagt und da sind It-Pieces fehl am Platz. Casual-Kleidungsstücke wie T-Shirts, Kurzarmhemden, Hoodies, Jeans- oder Chinohosen werden von Männlein und Weiblein übrigens gleichermaßen getragen. Und ja, auch Männer tragen Mom-Jeans.

Je oller desto doller

Erinnern Sie sich noch an die typischen "Fruit of the Loom"-Kapuzenpullis? Oder die ausgefranzten, halb zerrissenen Eastpack-Rucksäcke? Falls Sie noch immer Besitzer dieser Fashion-Unikate aus den 90ern sind - Gratulation! Der baldigen "Normcore"-Karriere steht nichts mehr im Wege. Was vor zwanzig Jahren das letzte Mal das Tageslicht erblickte, wird jetzt aus der Mottenkiste gekramt, um zum "Normcore" Must-have aufzusteigen.

Birgit Bulla ist Mode-Journalistin bei der Mode-Community STYLIGHT.de. Birgit ist sich noch nicht ganz sicher, was es mit dem neuen Trend nun wirklich auf sich hat. Ein kleiner Ausbruch aus dem immer hektischer werdenden Fashionzirkus fände sie allerdings mal ganz angenehm.

"Normcore": Der neue Trend aus den USA

"Normcore" kann alten Kleidungsstücken neuen Glanz verleihen. Wie der Trend funktioniert, erfahren Sie hier.

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20.11.2014 10:00
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