Megan Fox im intimen Interview – "Ich war plump sexy"

Freitag, 30.10.2009

Offen, rotzig und sehr direkt: Im Interview mit fem.com spricht Megan Fox über ihr ungeliebtes Sexsymbol-Image und wie sie es ändern will.

"Transformers" machte Megan Fox berühmt, ihr Titel als "Sexiest Woman Alive" berüchtigt. Denn es fällt verdammt schwer, die 23-Jährige mit dem exotisch-erotischen Look nicht in eine Schublade zu stecken. Mit ihrer jüngsten Rolle in der Horror-Komödie "Jennifer's Body" will Megan jetzt den Bann brechen: Im Film spielt sie einen Vamp, der seine jungen Highschool-Lover ohne Augenzwinkern abschlachtet, um durch deren Blut die eigene Schönheit ins Unermessliche zu steigern.

Kurz nach der Weltpremiere in Toronto treffen wir Megan zum Interview, im schwarzen Chanel-Kleid und mit leuchtend roten Lippen betritt sie den Raum. Ein Gespräch über ihr Image als Objekt der Begierde, Erfolg in einer von Männern dominierten Welt und ihre ganz eigene Definition von Sexiness.



Megan, Ihre neue Rolle als blutrünstige Highschool-Schülerin ist weit entfernt von Ihrem bisherigen Image. Warum wollten Sie sie unbedingt spielen?

Aus genau diesem Grund. Normalerweise bekomme ich Drehbücher von solchem Kaliber nicht angeboten. Oft will man mich einfach nur im knappen Bikini sehen, mehr wird von mir gar nicht erwartet. Diese Rolle dagegen war ganz anders.

Mögen Sie denn Horrorfilme?

Machen Sie Witze? Ich fürchte mich im Dunkeln, deshalb bin ich solchen Filmen so gut es geht ferngeblieben. Als ich klein war, habe ich mir einmal durch Zufall "Darkness Falls" angesehen und war danach so verstört, dass ich für eine ganze Woche bei meiner Mutter schlief.

Nach diesem Erlebnis fällt Ihnen nichts Besseres ein, als mit Ihrem Film andere Kinder zu erschrecken?

Darum geht es bei uns nicht. Es ist einfach nur eine respektlos gute Komödie mit blutigen Elementen. Ich glaube, dass niemand deshalb eine schlaflose Nacht verbringen wird.

Im Film haben Sie ein sehr inniges Verhältnis mit Ihrer besten Freundin, gespielt von Amanda Seyfried. Wie kamen Sie mit dieser Intimität klar, die in einer langen Kussszene ihren Höhepunkt findet?

Ich finde es seltsam, wie diese Szene in den Medien aufgebauscht wird. Übrigens werde ich meistens von Frauen danach gefragt. Ich frage mich, wieso das so ist. Man könnte meinen, dass Männern diese Szene nicht mehr aus dem Kopf geht, aber immer sind es die Frauen, die diesen Kuss diskutieren wollen. Irgendwie bizarr, oder?

Nun ja: zumindest sehr sexy.

Finden Sie? Mir war es einfach nur unangenehm. Zumindest wusste ich, dass Amanda von der Kussszene genauso wenig begeistert war wie ich. Schwierig wird es nämlich vor allem dann, wenn du weißt, dass dein Filmpartner dich ganz gerne küssen würde. Dann können solche Situationen sehr schnell wirklich peinlich werden. Aber bei Amanda war dies definitiv nicht der Fall.

Wie können Sie das denn wissen?

Das merkt man. Wir waren beide viel zu nervös. Aber es sollte keine Szene werden, in der zwei heiße Girls übereinander herfallen. So wird es jetzt hingestellt - aber der Film hat wesentlich mehr zu bieten.



Denken Sie, dass die Rolle Sie nun noch erotischer aussehen lässt als zuvor?

Ich hoffe, dass sie mich in erster Linie interessanter macht! Ich kann mich mit diesem Image als Sexsymbol wirklich noch nicht identifizieren, all das ist sehr neu für mich. In diesem Film geht es auch nicht um Sex. Das Filmstudio will es zwar so hinstellen, weil Sex an den Kinokassen gut funktioniert, aber da haben Sie die Rechnung ohne mich gemacht.

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Sie spielen oft das Objekt der Begierde, dieses Mal allerdings unter der Regie eine Frau. War es eine andere Art zu arbeiten?

Es war eine völlig andere Atmosphäre, weil ich endlich einmal mit jemandem arbeiten durfte, der ein Feingefühl für das aufbrachte, was in mir emotional vorging. Sie erlaubte mir auch, ein Mädchen von nebenan zu spielen und verzichtete auf Haarverlängerungen und all den anderen Kram. Sie zeigt mit dem Film, dass ein natürliches Gesicht sehr viel schöner sein kann. Sie beweist, dass man nicht aussehen muss wie ein retuschiertes Cosmopolitan-Cover, um als schön eingestuft zu werden. Ich finde diese Feststellung sehr wichtig.

Fühlen Sie sich in der Filmbranche als Frau manchmal ungerecht behandelt?

Auf alle Fälle. Wenn wir Frauen an einem Set auftauchen und nicht sofort mit jedem reden, gelten wir sofort als zickig. Wenn Männer das tun, bewundert man sie für ihre Konzentration und ihr Method-Acting. Diese Beispiele ließen sich weiterführen.

Im Film locken Sie harmlose Teenager in die Falle und zerfleischen Sie auf unbarmherzigste Weise. Wie gut kamen Sie damals mit Ihren Mitschülern klar?

Mit den Jungs hatte ich nie ein Problem. Die sind in diesem Alter ja meist sehr gut umgänglich und durchschaubar. Mein Problem waren eher die Zicken unserer Schule. Die sexy Girls, die besonders viel auf sich hielten.

Wegen was sind Sie denn mit denen aneinander geraten?

Wegen meines Wunsches, Schauspielerin zu werden. Ich musste dafür sehr viel Häme einstecken. An Halloween trug ein besonders bösartiges Mädchen einmal einen schwarzen Lederanzug und jeder hielt sie für Catwoman. Sie lief rum, äffte mich nach und behauptete, sie wäre sexy Megan, die gerne Schauspielerin wäre. Solche Attacken musste ich mir ständig gefallen lassen.



Warum wollten Sie denn unbedingt Schauspielerin werden?

Ob sie es glauben oder nicht: um meine Schüchternheit zu überwinden. Heute gelingt mir das sehr gut, indem ich relativ stark aus mir herausgehe und einfach so tue, als ob ich diesen Charakterzug noch nie in mir gehabt hätte.

Die Presse liebt Sie für diese Offenherzigkeit.

Tut sie das? Ich lese den Kram nicht.

Sehen Sie sich gerne selbst auf der Leinwand?

Nein.

Wieso nicht?

Ich habe davor Paranoia, fühle mich dabei unwohl und irgendwie unausgeglichen. Es ist vergleichbar mit dem Gefühl, wenn Eltern vor all deinen Freunden Geschichten über dich erzählen und du daneben sitzen musst.

Da denken die männliche Zuschauern seit Ihrem Auftritt in "Transformers" aber anders.

Aber dieser Film ist nicht meine Vorstellung von dem, was Sexiness wirklich bedeutet. Aber ich wusste ja von Anfang an, wer Regie führt und auf was für eine Art von Film ich mich einlasse. Mir war klar, dass ich danach für die Masse vermarktet werde, und das hatte ja auch durchaus Vorzüge für mich. Aber sexy kann ich die Rolle nun wirklich nicht finden.

Was ist denn Ihre ultimative Vorstellung von Sexiness?

Es ist schwer in Worte zu fassen, weil sich meine Vorlieben von Tag zu Tag wieder verändern. Aber in "Transformers" wurde ich so plump sexy dargestellt, dass ich wirklich nur mit den Augen rollen kann.



Haben Sie Vorbilder?

Eigentlich nicht. Wenn man versucht, die Karrieren anderer nachzuleben, kann man ja eigentlich nur verlieren. Aber ich bewundere Diablo Cody, die das Drehbuch zu unserem Film geschrieben hat. Nicht deshalb, weil ich gemeinsam mit ihr bei diesem Projekt im selben Boot sitze, sondern einfach nur, weil sie eine tüchtige Frau ist.

Sind Sie denn tüchtig?

Ich bin entweder tüchtig, dumm oder unreif. Ich hab mich da noch nicht so ganz entschieden.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Na, hoffentlich noch immer im Filmgeschäft. Ich kann ja nichts anderes. Idealerweise kann ich dann von mir behaupten, dass ich als Schauspielerin mit meinen Rollen gewachsen bin.

Was macht die Schauspielerei für Sie zum besten Job der Welt?

Dass man nie wirklich erwachsen werden muss. Ich könnte ein monotones Arbeitsumfeld, in dem mir jemand anderes permanent Vorschriften macht, nur schwer aushalten. Ich muss als Schauspielerin zwar auch Anweisungen folgen, aber trotzdem bin ich mein eigener Boss. Ich habe mehr Freiheiten als so manch anderer berufstätiger Mensch.

Und die Schattenseiten?

Sind die Momente, in denen alles, was ich tue, sofort beurteilt und in den Medien aufbereitet wird.

Verspüren Sie Konkurrenzdruck?

Nicht wirklich. Ich weiß ja noch nicht einmal, wer genau mir Rollen wegschnappen könnte. Die Scarletts und Keiras dieser Welt machen ihren Job ja schon länger als ich und sind in ihrem Bereich auch sehr gut. Ich dagegen scheine auf bizarre Art und Weise in ein sehr individuelles Schema zu passen. Auf Dauer ist das vielleicht gar nicht so schlecht.

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30.10.2009 12:56
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