Medikamente: Wechselwirkungen – Vollrausch dank Grapefruit

Scheinbar harmlose Lebensmittel können in Kombination mit Medikamenten unangenehme Nebenwirkungen auslösen. Worauf Sie achten sollten.
Vielleicht haben Sie das auch schon mal erlebt: Die Blasenentzündung ist kuriert, doch nun rast das Herz. Das Sodbrennen nimmt ab, dafür krampft der ganze Körper. Grund für solche Symptome sind häufig Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und ganz normalen Lebensmitteln. "Experten haben mittlerweile mehr als 300 Stoffe entdeckt, die zusammen mit bestimmten Nahrungsmitteln unerwartete Nebenwirkungen haben", erklärt die Apothekerin Stefanie Schellhammer. Zusammen mit der Krankenkasse DAK hat sie eine Liste mit möglichen Wechselwirkungen zusammengestellt.


Achtung, Bitterstoffe!

Besondere Vorsicht ist bei Grapefruitsaft geboten: Wer etwa mit ihm ein Schlafmittel einnimmt, erlebt möglicherweise keine ruhige Nacht, sondern einen unangenehmen Vollrausch: Der Abbau des Medikaments wird durch einen in der Grapefruit enthaltenen Bitterstoff gehemmt. "Insgesamt sind mehr als 50 verschiedene Präparate bekannt, die durch den so genannten Grapefruit-Effekt in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden", so Schellhammer. Die Aufnahme des Wirkstoffes könne durch die bittere Frucht ebenfalls verhindert werden. Mögliche Folgen: abhängig vom Arzneimittel Kopfschmerzen, riskante Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck. Auch Orangen und Äpfel sollten nicht mit Medikamenten eingenommen oder unmittelbar vor oder nach der Einnahme gegessen werden - sie enthalten die gleichen Bitterstoffe.
Milch und koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Cola oder schwarzer Tee sind in Kombination mit manchen Arzneien ebenfalls nicht ohne: Antibiotika können zum Beispiel in ihrer Wirkung gehemmt werden, das Koffein wird schlechter abgebaut. Problematisch ist manchmal sogar Müsli! Die darin enthaltenen Ballaststoffe können Schmerztabletten unbrauchbar machen. In Kombination mit so genannten "Säurehemmern", die gegen Sodbrennen helfen sollen, sind Zitronen-Limo und Fruchtsäfte tabu. "Die Aluminiumsalze des Präparats können in dieser Verbindung plötzlich Verwirrungszustände und Krampfanfälle provozieren", sagt Schellhammer.


Nur verzichten hilft

Was also tun? "Am einfachsten ist es, bei der Einnahme von Medikamenten ganz auf riskante Lebensmittel zu verzichten", so die Expertin. Wer also eine Woche lang ein Antibiotikum schlucken muss, verbannt in dieser Zeit Milchprodukte sowie koffeinhaltige Getränke von seinem Speiseplan. Gelingt nicht? Versuchen Sie zumindest, die "Zwei-Stunden-Regel" zu beherzigen: "Wer vor und nach der Tabletteneinnahme mindestens zwei Stunden lang einen Bogen um die betreffenden Lebensmittel macht, ist auf der sicheren Seite", meint Schellhammer.
Außerdem empfehlenswert: die Packungsbeilage lesen und dabei nach möglichen Wechselwirkungen Ausschau halten. Der Arzt kann im Zweifelsfall genauer Auskunft geben. Schlucken sollte man Medikamente grundsätzlich mit Wasser - dabei sind Wechselwirkungen ausgeschlossen.
Mehr Infos: www.dak.de


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Vollrausch dank Grapefruit
Scheinbar harmlose Lebensmittel können in Kombination mit Medikamenten unangenehme Nebenwirkungen auslösen. Worauf Sie achten sollten.
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15.10.2008 12:47
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