Kunst-Tipp: Elliott Erwitt. Retrospektive – Von Nackten und Hunden

Montag, 04.06.2012

Er fotografiert Menschliches, Tierisches, Politisches und Berührendes. Elliott Erwitt ist ein Meister der Momente, die mehr sagen als 1.000 Worte.

Wenn Sie in New York mit Ihrem Hund Gassi gehen - etwa im Central Park - dann wundern Sie sich nicht, wenn Sie von einem alten Herrn mit Kamera angebellt werden. Das dürfte Meisterfotograf Elliott Erwitt sein - und er meint nicht Sie, sondern Ihren Hund. Und dann wird er ein Foto machen. Eines, das das "Menschliche" im Hund und den "Hund im Menschen" sichtbar macht. Für seine Hundestudien ist Elliott Erwitt besonders bekannt. Sie füllen inzwischen ganze Bücher. 

Durchbruch dank "Küchendebatte"

Dabei sind Hunde nur eine Facette des vielseitigen Schaffens des Mannes, der bereits mit 20 Jahren von Fotografen-Legende Robert Capa eingeladen wurde, für die legendäre Fotografenagentur Magnum zu arbeiten. Berühmt wurde er knappe zehn Jahre später - 1959 mit einem politischen "Schnappschuss" der ihm während der sogenannten "Kitchen Debate" gelang - einer Diskussion zwischen dem damaligen US-Vizepräsidenten Richard Nixon und dem Sowjet-Chef Nikita Chruschtschow. Das Foto zeigt, wie Nixon seinem politischen Widersacher den Finger an die Brust setzt und prägte sein Image als Hardliner.

Bis heute ein "Amateur"

Klar, dass dieses Foto nicht fehlt, in der Retrospektive, die das Kunst Haus Wien dem Fotografen widmet, der die Bildsprache des amerikanischen Fotojournalismus mitgeprägt hat, sich aber selbst bis heute als "Amateur" bezeichnet. Allerdings im wahrsten Sinne - als "Liebender" der Fotografie, der sein Herz ganz nahe am Auge hat, wie so viele seiner Bilder beweisen.

Nackte unter Angezogenen

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Nicht nur in politischen Arenen oder auf Hundeschauen fing und fängt Erwitt Momente ein, die mehr erzählen, als 1.000 Worte. Momente, die von seinem wachen Blick, seinem scharfen Sinn für Ironie und seinem Humor zeugen. Erwitt fotografierte Nackte unter Nackten und Angezogenen, beoachtete Menschen, die Kunst beobachten in ihrem stillen Dialog mit dem Betrachteten und ist ein Meister der Street Photography. Rund 150 Bilder des "Woody Allen der Fotografie" sind vom 14. Juni bis zum 30. September 2012 im Kunst Haus Wien zu sehen.

Weitere Infos unter: www.kunsthauswien.com

Text: Melanie Vogel

Kunst-Tipp: Elliott Erwitt. Retrospektive Kunst-Tipp: Elliott Erwitt. Retrospektive

Bilder, die mehr sagen als 1.000 Worte - rund 150 davon sind ab Mitte Juni 2012 im Kunst Haus Wien zu sehen - darunter auch das Hunde/Frauchen-Portrait "Felix, Gladys and Rover" (oben) und das Motiv "Bakersfield", das er in einem Nudistencamp einfing.

 

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Kunst-Tipp: Elliott Erwitt. Retrospektive
Von Nackten und Hunden
Er fotografiert Menschliches, Tierisches, Politisches und Berührendes. Elliott Erwitt ist ein Meister der Momente, die mehr sagen als 1.000 Worte.
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04.06.2012 14:53
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