Kulturkalender 2008 – Von Gursky bis Rothko

Montag, 30.06.2008

Keine Spur von Sommerloch - die Kunstwelt in Deutschlands Großstädten blickt gespannt auf Gurskys Techno-Fotos, huldigt Yves Saint Laurent, reißt sich um die Rothko-Retrospektive, sieht Rennwagen on the Rocks, reist mit Nico um die Welt, genießt eine 70-Meter-Installation, lernt Paparazzi der alten Schule kennen und erfährt, was Female Trouble im Kunstbetrieb auslöst. Autorin Lena Gerecke kennt die Highlights in Hamburg, Berlin, Frankfurt, Köln und München.

Hamburg: Rothko, die Zweite

Wer die einzigartige und heiß begehrte Mark Rothko-Retrospektive in München verpasst hat, kann das Versäumte jetzt in Hamburg nachholen. Die Retrospektive zeigt 100 Arbeiten des bedeutenden amerikanischen Malers, dessen Werke dem abstrakten Expressionismus zugeordnet werden. Die Sonderausstellung läuft noch bis 24. August in der Hamburger Kunsthalle.

Mehr Infos: www.hamburger-kunsthalle.de

Hamburg und Berlin: Hommage an YSL

Gleich zwei spannende Ausstellungen huldigen dem am 1. Juni verstorbenen Yves Saint Laurent. Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe und das Berliner Kulturforum am Potsdamer Platz stellen Einzelstücke des Couturiers aus. Die Hamburger Ausstellung "Adieu Yves Saint Laurent" umfasst 25 Stücke aus seinen Prêt-à-Porter-Kollektionen der Jahre 1970 bis 2000, die Berliner "Hommage an Yves Saint Laurent" zeigt Modelle aus den Haute Couture-Kollektionen des bedeutenden Modeschöpfers. Beide Schauen laufen noch bis 31. August.

Mehr Infos: www.smb.spk-berlin.de und www.mkg-hamburg.de

Berlin: Pigozzi and the Paparazzi

Paparazzi gelten als Bad Boys der Fotografie, das war allerdings nicht immer so. Die Sonderausstellung "Pigozzi and the Paparazzi" in der Berliner Helmut Newton Foundation dokumentiert die Geschichte und vor allem die Anfänge der Starfotografie, die in den 1930er-Jahren erstaunlich diskret und charmant begann. Die 350 stilvollen Schwarz-Weiß-Porträts haben mit den Hollywood-Snapshots von heute wirklich kaum etwas gemein. Die sehenswerte Schau dauert noch bis zum 16. November.

Mehr Infos: www.helmutnewton.com

Frankfurt: Cocooning mit Gursky

Der gebürtige Leipziger Andreas Gursky hat es mit seinen digital bearbeiteten XXL-Fotos zu Weltruhm gebracht, Abzüge seiner Fotokunstwerke erzielen mittlerweile Preise in Millionenhöhe. In Sven Väths Frankfurter Techno-Tempel „Cocoon Club“ hat Gursky gemeinsam mit dem weltbekannten DJ eine Fotostrecke unter dem Titel „Cocoon/Frankfurt“ realisiert. Die Ausstellung ist noch bis 17. August im Museum für Moderne Kunst zu sehen.

Mehr Infos: www.mmk-frankfurt.de

Köln: Installation XXL

Liebhaber moderner Kunst werden in Köln fündig. Im Museum Ludwig hat der Künstler Tobias Rehberger 40 seiner Werke kombiniert und verschafft im Rahmen einer 70 Meter langen Installation einen Überblick über sein Schaffen der vergangenen 15 Jahre. Die "Das-kein-Henne-Ei-Problem"-Wandmalerei besteht aus Gemälden, Vasen, Stühlen – mit Hilfe von Licht und Schatten kreierte er eine zweidimensionale Installation, die aus dreidimensionalen Objekten besteht. Klingt seltsam, und ist äußerst sehenswert - unbedingt anschauen bis zum 21. September.

Mehr Infos: www.museenkoeln.de/museum-ludwig

Köln: Stationen einer Pop-Ikone

Im Oktober 2008 würde die gebürtige Kölnerin NICO alias Christa Päffgen 70 Jahre alt werden. Das Museum für Angewandte Kunst zeigt die Stationen ihres erfolgreichen aber auch tragischen Lebens. Ihre Karriere führt sie von Köln über Berlin und Paris bis nach New York. Anfänglich arbeitet sie als Model, später gelangt sie als Schauspielerin und Sängerin zu Weltruhm. Sie wird Andy Warhols Muse, freundet sich mit Jim Morrison und Iggy Pop an, und wird von Star-Fotografen wie Richard Avedon porträtiert. 1988 stirbt Nico auf Ibiza. Die Ausstellung "Nico – Köln, Berlin, Paris, New York – Stationen einer Popikone" dokumentiert ihr wechselhaftes Leben vom 22. Oktober 2008 bis 1. Febuar 2009.

Mehr Infos: www.museenkoeln.de

München: Rennwagen on the Rocks

Abkühlung gefällig? Die Besucher der Ausstellung "Olafur Eliasson - Your mobile expectations: BMW H2R Project" sollten sich trotz sommerlicher Temperaturen warm anziehen, denn Eliassons Objekt wird in einem begehbaren Kühlraum bei minus 10 Grad Celsius ausgestellt. Die Außenhülle des Wagens besteht aus fragilen Eisschichten. Der Künstler stellt mit seinem Objekt die kritische Frage, in welchem Zusammenhang Geschwindigkeit und Umweltverschmutzung stehen. Bis 20. Juli in der Pinakothek der Moderne.

Mehr Infos: www.pinakothek.de

München: Female Trouble

Die zeitgenössische Ausstellung "Female Trouble. Die Kamera als Spiegel und Bühne weiblicher Inszenierungen" fokussiert sich auf die Werke von Künstlerinnen wie Cindy Sherman, Sarah Lucas und Pipilotti Rist, die sich mit Hilfe von Fotografie und Videokunst auf die Suche nach den Spuren ihrer weiblichen Identität begaben. Experimentell, dekonstruktivistisch, ungewöhnlich – und sehenswert. Die Ausstellung läuft vom 17. Juli bis 26. Oktober in der Münchner Pinakothek der Moderne.
Mehr Infos: www.pinakothek.de

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Kulturkalender 2008
Von Gursky bis Rothko
Keine Spur von Sommerloch - die Kunstwelt in Deutschlands Großstädten blickt gespannt auf echte Highlights und einmalige Ausstellungen.
http://www.fem.com/lifestyle/artikel/kulturkalender-2008-von-gursky-bis-rothko
30.06.2008 13:28
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