Kommunikation: Männer vs. Frauen

Donnerstag, 03.03.2011

Frauen gelten als kommunikativ und tratschsüchtig, Männer als eher wortkarg und sachlich. Aber stimmt das überhaupt (noch)? Eine Studie hat's untersucht.

Nur 21 Prozent der Männer im Alter von 16 bis 29 Jahren stufen sich als "sehr kommunikativ" ein, bei den jungen Frauen sind es mit 47 Prozent mehr als doppelt so viele.

Zu diesem doch sehr klassischen Ergebnis kommt die aktuelle Studie "Typisch Frau, typisch Mann? Kommunikationsstile zwischen Klischee und Wirklichkeit", die das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag von Jacobs Krönung durchgeführt hat. Wie die Studie zeigt, sind besonders in der jungen Generation gängige Geschlechterklischees präsent.

Unterschiedliche Gesprächsthemen

"Die Alltagswirklichkeiten von Mann und Frau haben sich zwar zunehmend angenähert, nicht aber das Interessen-Spektrum", fasst IfD-Geschäftsführerin Prof. Dr. Renate Köcher das Ergebnis der Untersuchung zusammen.

65 Prozent der Männer reden demnach gern über Sport, für Frauen sind Neuigkeiten aus dem Freundeskreis mit 75 Prozent das Topthema. Auch auf den folgenden Plätzen tummelt sich alles, was die Klischees hergeben: Gesundheitsfragen und Kinder stehen auf der weiblichen Agenda oben - Autos, Technik und Politik auf der männlichen.

Gemischte Runden sind auch kommunikativ

Die Studie zeigt aber auch auf, wo Stereotype nicht greifen: Fast die Hälfte der Deutschen glaubt, Männer und Frauen führten die besten Gespräche jeweils unter sich. Fragt man indes nach der persönlichen Erfahrung, so bleibt nur ein Drittel bei dieser Darstellung.

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Auch die immer noch weit verbreitete Meinung, Männer könnten sich bei Gesprächen besser durchsetzen, steht im Widerspruch zum persönlichen Erleben: "Hängt vom Einzelfall ab", so die Mehrheit der Befragten.

Frauen und Männer in Führungspositionen

Interessante Ergebnisse liefert die Studie auch im Hinblick auf Kommunikationsstile von Männern und Frauen in Führungspositionen. Während die Mehrheit der Deutschen überzeugt ist, Männer führten diese "anders" als Frauen, zeigten sich keine signifikanten Unterschiede bei den persönlichen Erfahrungen der Berufstätigen.

Werden überhaupt Unterschiede ausgemacht, so punkten Frauen als Vorgesetzte vor allem mit Empathie: Sie gelten als verständnisvoll, haben ein offenes Ohr für ihre Mitarbeiter und sparen nicht mit Lob und Anerkennung. Männlichen Chefs wird häufiger attestiert, Kritik sachlich und nicht persönlich zu äußern, sehr bestimmt aufzutreten und keinen Widerspruch zu dulden.

Die Studienreihe "Gesprächskultur in Deutschland" wurde 2009 von Jacobs Krönung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach und Bild der Frau initiiert. Der jetzt veröffentlichte dritte Band "Typisch Frau, typisch Mann? Kommunikationsstile zwischen Klischee und Wirklichkeit" basiert auf einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung von 1.852 Personen ab 16 Jahren im November und Dezember 2010.

Mehr Infos:  www.gesprächskultur-in-deutschland.de

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