Jessica Biel: Powerfrau & Stil-Ikone – "Wenig starke Frauenrollen"

Freitag, 13.08.2010

"A-Team"-Star Jessica Biel spricht im Interview über starke Frauen, ihr Image als Mode-Ikone und ihren Justin.

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Ohne Zweifel gehört Jessica Biel zu den zierlichsten Schönheiten der Traumfabrik. In der Kinoversion der 80er-Jahre Serie "Das A-Team" (Kinostart: 12. August) spielt Justin Timberlakes Langzeitfreundin nun eine knallharte Soldatin - und beschließt auch beruflich, die Bandagen anzuziehen: Mit einer frisch gegründeten Produktionsfirma will sie den Mangel an starken Frauenrollen ausmerzen. fem.com sprach mit ihr über das knallharte Business, ihre romantische Ader und ihre Verbindung nach Deutschland.

Ms. Biel, das "Das A-Team" ist ein klassischer Action-Film für Jungs, Sie spielen die einzige Frau. Was hat Sie so sicher gemacht, dass daraus nicht eine Bikini-Rolle wird?

"Ich habe dem Regisseur Joe da einfach vertraut. Er versprach mir eine starke Frauenrolle - und die habe ich schließlich auch bekommen."

Was genau haben Sie sich denn gewünscht?

"Eigentlich im Wesentlichen das, was man auch im Film sieht: eine Frau, die in einem Haufen Militärknochen einen beinharten Job hat und sich durchsetzen muss. Gleichzeitig sollten aber hier und da auch die Unsicherheiten herauskommen, die wir Frauen ja irgendwo alle haben. Deshalb verwirrt Sie ihr Ex-Freund zum Beispiel auch so. Ich wollte, dass sie trotz all der Action menschlich wirkt."

Als die Popularität der Fernsehserie in den Achtziger und Neunziger Jahren Ihre Hochphase erreichte, waren Sie noch ein kleines Kind. Haben Sie "Das A-Team" damals trotzdem gesehen?

"Nein, aber nur, weil ich dafür wirklich noch zu jung war. Außerdem bin ich in einer Familie aufgewachsen, in der Fernsehen nahezu nicht existierte. Aber es hätte mir sicher gefallen."

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Sie wurden im zarten Alter von 14 Jahren mit der TV-Serie "Eine himmlische Familie" berühmt. Was hat bei Ihnen den Wunsch nach der Schauspielerei geweckt, wenn der Stellenwert des Fernsehers bei Ihnen zuhause so gering war?

"Ich interessierte mich für Gesang - und um in Musicals auftreten zu können, musste ich eben Schauspielen. Irgendwann bemerkte ich dann, dass ich einfach gerne Leute unterhielt. Meine Vorbilder kamen aber nicht so sehr aus dem TV-, sondern eher aus dem musikalischen Bereich. Bis ich bei 'Eine himmlische Familie' unterkam, bewunderte ich zum Beispiel Whitney Houston."

Sie spielten über Jahre in der Serie mit, bevor Sie irgendwann vollends auf große Kinofilme umstiegen. Wieso vermeiden Sie trotz Ihres Erfolgs, regelmäßig in romantischen Komödien mitzuspielen? In Hollywood gilt das Genre bei Frauen Ihres Alters doch als wahre Geldmaschine.

"Es ist schwierig, eine romantische Komödie richtig zu machen. Junge trifft Mädchen, Junge verliert Mädchen, Junge gewinnt Mädchen zurück - mir ist das irgendwie zu platt. Meistens ist die Geschichte einfach nicht gut genug. Dazu kommt, dass ich mich selbst als nicht wirklich lustig bezeichnen würde. Ich habe da schon Selbstzweifel, ob ich das richtig kann."

Sind Sie denn wenigstens romantisch?

"Sehr romantisch sogar - aber eben auch unkomisch. (lacht) Obwohl ich zugeben muss, dass ich mit zunehmendem Alter auch selbstbewusster werde, was Komik vor der Kamera angeht. Nur das Drehbuch muss eben auch stimmen."
Sie befinden sich für Hollywood im besten Alter. Wie gehen Sie damit um, regelmäßig in großen Blockbustern mitspielen zu müssen, um Ihren Marktwert oben zu halten?

"Man muss da einfach eine Balance zwischen großen Filmen für den Geldbeutel und kleinen Filmen fürs Herz finden. Ich persönlich mag ja eher die kleinen Filme lieber, die wenig Geld kosten - aber viele, die ich von der Sorte gemacht habe, sind manchmal gar nicht erst ins Kino gekommen. Also trifft man irgendwann auch ganz klare Geschäftsentscheidungen."

Sie haben vor kurzem eine eigene Produktionsfirma gegründet, mit der Sie überwiegend Filme produzieren wollen, in denen Sie auch mitspielen. Ist das ein kühl durchdachter Schritt, um in Zukunft etwas mehr Kontrolle darüber zu haben, in welche Box man Sie steckt?

"Einerseits wollte ich sicherlich etwas mehr Kontrolle. Andererseits wollte ich einfach auch gerne mal mein eigenes Material entwickeln. So muss ich nicht ständig auf den Anruf meines Agenten warten, der mir dann vage ein Projekt in Aussicht stellt, für das ich dann manchmal auch nur eventuell in Frage komme. Es gibt einfach zu wenig starke Frauenrollen - und daran will ich arbeiten. Außerdem musste ich mir irgendwann ja auch die Frage stellen, ob ich für immer und ewig nur Schauspielerin bleiben will."

Welche Antwort haben Sie für sich gefunden?

"Dass ich es noch nicht weiß. Bis auf Weiteres will ich gerne weiter vor der Kamera spielen und hinter der Kamera nach und nach mehr über das Geschäft an sich lernen."

Haben Sie in der Vergangenheit denn schlechte Erfahrungen gemacht? Oder rüsten Sie sich damit eher für die Zeit, wenn auch Sie sich nicht mehr im besten Alter befinden und gute Rollen rar werden?

"Vermutlich beides. Ich hab durchaus schon erlebt, dass ich eine Rolle unbedingt spielen wollte und ich einfach nicht die Chance dazu bekam, weil man sie mir nicht zutraute oder ein richtiges Schwerkaliber sie mir vor der Nase wegschnappte. Der Job kann manchmal sehr frustrierend sein. Vor allem, wenn du weißt, dass du eine Rolle richtig gut spielen kannst - dass man es so nicht von dir erwartet hätte – und du dann nie die Chance dazu bekommst. Also muss man irgendwann anfangen, sich die Chancen selbst zu organisieren."

Wie muss man sich das vorstellen, wenn eine so zierliche Frau wie Sie produziert?

"In meiner Firma gibt es nur mich und meine Partnerin - und einen Assistenten, wenn wir uns den leisten können. Wir haben uns nämlich nur eine gewisse Summe zur Seite gelegt, mit der wir wirtschaften können. Wenn wir einen Erfolg erzielen, wird neu investiert. Ich bin von A bis Z involviert. Von der Drehbuch-Entwicklung über Sitzungen mit den Autoren bis hin zu Verhandlungen mit den Studios. Natürlich treffe ich mich auch mit vielen anderen Produzenten, von denen ich noch viel lernen kann. Kurzum: es ist ein Vollzeitjob."

Wie sehr hilft es Ihnen denn, dass Sie weltberühmt sind?

"Es öffnet Türen, aber auch nicht mehr. Denn inzwischen haben so viele Schauspieler Produktionsfirmen, in die sie statt Zeit nur ihren Namen investieren, dass man den Leuten erst beibringen muss, dass man sich wirklich involviert. Auf alle Fälle bedeutet meine Bekanntheit nicht, dass man mich schlagartig ernst nimmt."

Spätestens seit Ihrer Liaison mit Justin Timberlake kennt Sie jede Klatschreporterin auf diesem Planeten. Wie gehen Sie mit dem Trubel um Ihre Person um?

"Indem ich versuche, so wenig wie möglich von meinem Privatleben preiszugeben. Ich will als Schauspielerin ja noch hinter meinen Rollen verschwinden und theoretisch wirklich alles glaubhaft spielen können. Aber diese stoische Haltung ist nur schwer durchzusetzen: Die Medien beobachten dich mit Argusaugen, wollen alles und noch mehr wissen, und fotografieren dich irgendwann sogar dabei, wie du früh morgens deinen Müll herausbringst. Die Distanz, die es früher noch zu Schauspielern und Stars gab, ist wegen all der Magazine und TV-Sender völlig abhanden gekommen."

Man bezeichnet Sie gerne als Stil-Ikone. Ist das Realität oder nur Medienwahrnehmung?

"Irgendwie beides. Ich interessiere mich sehr für Mode. Ich empfinde es als einen sehr angenehmenen Nebeneffekt meines Berufs, dass ich mich dadurch umfangreich mit Mode beschäftigen kann. Aber irgendwie bin das eben aber auch nicht wirklich ich. Es wird auch irgendwie auch von mir verlangt, dass ich zu Premieren gehe und gut aussehe. Wieso sollte ich mir dann also nicht gleich ein paar zusätzliche Gedanken machen und mir einen Designer aussuchen, den ich wirklich richtig spannend finde und der das Beste aus mir herausholt?"

Eine Form der Inszenierung also.

"Genau, und danach heißt es: Fashion-Ikone! Ich würde darauf immer gerne am liebsten antworten: aber es war doch mein Stylist, der mir dazu geraten hat! Privat bin ich auf jeden Fall ganz anders, wie ich in den Medien oft rüberkomme."

Und zwar?

"Ich würde eher das tragen, was Sie gerade anhaben: Jeans, Sneakers, ein cooles Hemd. Ich bin auch kein Shopaholic. Weder besitze ich 400 Paar Schuhe, noch eine umfangreiche Schmuckkollektion. Es gibt sicher so einige, die mich aber genau in diese Kiste stecken würden."

Wer sind die Frauen, die Sie bewundern?

"Cate Blanchett, Kate Winslet, Meryl Streep, Sigourney Weaver. Sie alle haben es geschafft, solange im Geschäft zu bleiben, dass sie inzwischen frei wählen können, was sie spielen wollen."

Sie scheinen noch hohe Ambitionen zu haben. Wie präsent ist das Filmgeschäft in Ihrem Leben?

"Im Moment schon ziemlich, weil ich soviel neues ausprobiere. Was aber nicht heißen soll, dass ich das nicht ausblenden und auch einfach mal in Urlaub fahren könnte. Das muss schon noch drin sein. Zum Glück kann ich mich auch ganz gut auf eine einzige Sache konzentrieren und alles andere dann ausblenden."

Man bezeichnet Sie als wunderschöne Frau. Wie groß ist der Druck, dass das auch so bleibt?

"Ich mache den Job ja inzwischen eine ganze Weile und bin deshalb auch ganz relaxt, was mein Aussehen angeht. Aber auch ich habe natürlich an machen Tagen meine kleinen Unsicherheiten. Aber eigentlich versuche ich schon, nicht zu selbstkritisch mit mir zu sein."

Von wem bekommen Sie eine ehrliche Meinung?

"Von Leuten in meinem engsten Umfeld, die mich so mögen, wie ich bin."

Eine harter Kern in einer ziemlich verrückten Welt?

"Und der ist dringend nötig. Denken Sie mal an die Zeit zurück, in der Marilyn Monroe noch lebte. Da gab es ein paar Zeitungen, ein paar Magazine und Fotografen, das war's. Und heute? Tausende von Publikationen, Internetseiten, Blogs – und alle brauchen Star-News. Das macht das ganze Geschäft nur noch verrückter."

Wie denkt Ihr Freund Justin Timberlake über diesen Star-Wahnsinn? Wie auch Sie wurde er bereits mit jungen Jahren berühmt.

"Lassen Sie ihn gar nicht erst anfangen, darüber zu sprechen! (lacht) Aber er kann irrsinnig gut damit umgehen, weil er generell eine ziemlich gelassene Einstellung zum Leben hat. Aber wenn einer seiner Freunde von den Medien attackiert wird, erwacht förmlich ein Tiger in ihm. Aber die Mittel der Gegenwehr sind sehr begrenzt."

Justin Timberlake ist demnächst in David Fincher's "Social Network" zu sehen, ein Film über die Entstehung von Facebook. Benutzen Sie soziale Netwerke wie Facebook oder Twitter?

"Nein. Ich besitze keinerlei Nutzerprofile. Ich wüsste auch gar nicht, was ich der Masse an anonymen Lesern dann schreiben sollte. Einige sind da ja sehr erfinderisch, ich tue mir da eher schwer."

Stimmt es eigentlich, dass Sie deutsche Wurzeln haben?

"Ja, mein Nachname klingt ja auch sehr deutsch. Leider habe ich noch nicht genug Zeit in Deutschland verbracht, was ich eines Tages unbedingt nachholen möchte. Besonders interessiere ich mich für die deutsche Natur. Ich mag Großstädte, aber so richtig wohl fühle ich mich eigentlich erst auf dem Land. Ich habe mir sagen lassen, vor allem in Deutschland soll es besonders schön sein."

Von Johannes Bonke

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