Jake Gyllenhaal im Interview – "Sexy sein reicht nicht"

Montag, 17.05.2010

Jake Gyllenhaal spricht im großen Interview mit fem.com über Sex-Appeal, Fußball und Frauen, die er nicht beeindrucken kann.

RTEmagicC_jake-gyllenhaal-interview-TM.jpg.jpg

Wenn am 20. Mai "Prince of Persia - Der Sand der Zeit" im Kino anläuft, werden Sie Augen machen: Jake Gyllenhaal, der in der Verfilmung des gleich- namigen Videospiels neben Gemma Arterton den "Dastan" spielt, schüttelt mit dieser Rolle sein ewiges "Prince Charming"-Image ab und wird zum muskelbepackten Draufgänger.

Vor allem von Jakes optischer Metamorphose wollten wir uns mit eigenen Augen überzeugen und trafen den Schauspieler in London zum Interview. Dort schlug er mit dunkler Jeans, dunkler Jacke und einem blauen Shirt auf (das zufällig die Farbe seiner Augen hatte) und sorgte dafür, dass wir erst einmal alle Interviewfragen vergaßen, die wir so sorgfältig vorbereitet hatten. Nachdem wir, auch Dank Jakes großartiger Ironie, unsere Sprache wieder gefunden hatten, ließ sich der Schauspieler dann doch so einiges entlocken.

Du warst schon im Gespräch, die Rolle des Spiderman und des Batman zu spielen - jetzt bist du endlich ein Superheld. Wie fühlt sich das an?
Superheld, ach was. Ich bin eine doch nur eine Videospiel-ADAPTION (betont das letzte Wort und lacht). Nein, ernsthaft, für mich hat sich mit "Prince of Persia" ein Traum erfüllt, den ich schon mit acht Jahren hatte. So ziemlich jeder kleine Junge, der mit Actionfiguren spielt, träumt davon, auch einmal eine zu sein. Wenn mir damals einer gesagt hätte, dass ich irgendwann einmal den "Prince of Persia" im Kino spielen würde, hey, ich wäre total durchgedreht.

"Prince of Persia" ist die Verfilmung eines Videospiels, hat das beim Dreh irgendetwas verändert?

Für mich war das Ganze ein Riesenspaß. Ich bin jeden Tag zum Filmset gefahren und habe mich dabei gefühlt, als würde ich zu einem Sport-Event fahren, bei dem ich selbst der Teamkapitän bin. Schon Kilometer vor dem Set stehen tausende von Autos am Straßenrand, es gibt eine Armee von Mitarbeitern und es stehen dreißig Meter hohe Kulissen am Set, an denen jedes winzige historische Detail stimmt. Fantastischer kann ein Filmset gar nicht sein, ich habe mich tatsächlich wie ein kleiner Junge gefühlt. Und dabei denken alle Leute, bei so einer großen Produktion ginge es nur ums Geld...

Wie war es eigentlich, mit Bond-Girl Gemma Arterton zusammenzuarbeiten?

Oh, das waren für mich die besten Szenen und die, die am meisten Spaß gemacht haben. Es war alles sehr intuitiv und sehr schnell im Kasten. Schade, dass wir damit so schnell durch waren. Für manche Actionszenen haben wir eineinhalb Monate gebraucht, die Szenen mit Gemma haben wir an einem halben Tag gedreht.

Wie war eure erste Begegnung?

Gemma schien total unbeeindruckt von mir. Ich sah sie an und dachte mir "Hey, du solltest mich eigentlich toll finden, warum tust du es nicht?" So war es von Anfang an zwischen uns, wir waren wir selbst und mussten nichts spielen. Bei Anthony Hopkins heißt diese Art von Chemie zwischen zwei Drehpartnern einfach nur "NAR" - "No acting required." 

Auf die Rolle selbst musstest du dich aber sehr intensiv vorbereiten. Wie hast du das angestellt?

Meine Hauptinspiration war natürlich das Videospiel. Jerry Bruckheimer und Mike Newell haben vor allem mit Büchern über die Zeitepoche und den Orient gearbeitet. Außerdem hatten wir Fotos von damals zur Verfügung, äh, Zeichnungen, meine ich. 

Und körperlich?

Ich habe etliche Kilos an Muskeln zugelegt, habe mit 'Parkour' eine Art Hindernislauf trainiert und täglich im Fitnessstudio trainiert - exzessiv. Zum Schluss waren meine Schultern und Oberarme so breit, dass ich nicht mal mehr richtig zupacken konnte. Aber ich bin sonst auch sehr aktiv und gut in Form (grinst). 

Aber man hat dich nicht nur für die Rolle ausgesucht, weil du optisch dafür wie die Faust aufs Auge passt?

Das hoffe ich. Sexy sein reicht nicht. Ich glaube schon, dass man sich auch eine Rolle wie in "Prince of Persia" verdienen muss. Ganz egal ob du beim Vorsprechen beeindruckst oder aufgrund deiner früheren Filme ausgewählt wirst: Du musst hart dafür arbeiten.

Bei manchen Schauspielern kommt der Ruhm auch über Nacht...

Ja, harte Arbeit ist im Filmgeschäft leider nicht mehr selbstverständlich. In Amerika bist du heute der Superstar und wirst vielleicht morgen fallen gelassen, wie eine heiße Kartoffel. Hier in England zum Beispiel ist die Anerkennung noch eine andere: Man schätzt dich für das, was du dir erarbeitet hast und wie du dich als Schauspieler entwickelt hast. 

Wolltest du schon als kleiner Junge Schauspieler werden oder gab es auch andere Träume?

Warte mal...mit sechs Jahren habe ich in mein Tagebuch geschrieben: "Fußball ist mein Leben." Ich war regelrecht verrückt danach.

Wirst du dir die Fußball-WM anschauen?

Na klar, vielleicht werde ich auch zu einem Spiel fliegen. In diesem Jahr darf ich auch zum ersten Mal stolz darauf sein, ein Fan des US-Fußball-Teams zu sein – und dafür kein mitleidiges Lächeln mehr zu ernten. lacht

Im Stadion wirst du ziemlich sicher erkannt werden. Wie gehst du mit dem dem ganzen Ruhm um?

Ich gehe heute damit gelassener um. Ich weiß einfach besser, wer ich bin und was ich will. Vieles von dem, was ich tue, macht mir Spaß, außerdem habe ich Sinn für Humor, das macht es in Hollywood sehr viel einfacher.

RTEmagicC_jake-gyllenhaal-interview-chrissi-TM2.jpg.jpg

Chrissi Hähnel führte das Interview mit Jake Gyllenhaal und war übrigens - anders als Gemma Arterton - so gar nicht unbeeindruckt vom "Prince of Persia".

Jake Gyllenhaal im großen fem.com-Interview

Hat viele Gesichter: Jake Gyllenhaal streift mit "Prince of Persia" (Deutschlandstart am 20. Mai 2010) endlich sein "Everybody's Darling"-Image ab.

 

Weitere Artikel

article
13323
Jake Gyllenhaal im Interview
"Sexy sein reicht nicht"
Jake Gyllenhaal spricht im großen Interview mit fem.com über Sex-Appeal, Fußball und Frauen, die er nicht beeindrucken kann.
http://www.fem.com/lifestyle/artikel/jake-gyllenhaal-im-interview-sexy-sein-reicht-nicht
17.05.2010 09:11
http://www.fem.com/var/fem/storage/images/lifestyle/jake-gyllenhaal-im-interview-sexy-sein-reicht-nicht/209406-1-ger-DE/jake-gyllenhaal-im-interview-sexy-sein-reicht-nicht_contentgrid.jpg
Lifestyle

Kommentare