Hop oder Top – Der neue Feminismus

Montag, 11.08.2008

Der neue Feminismus mit seinen obskuren Blüten ist zwar in aller Munde. Doch Sabine Priess, Autorin der fem-Partnerwebseite Miss Tilly.de, fordert mehr - mehr Gehalt, mehr Respekt und mehr politische Relevanz.
Gerade hat sich Alice Schwarzer in der Berliner Alten Wache mit zwei weiblichen MCs und einer Musikjournalistin getroffen, um öffentlich im Rahmen des Hip Hop-Festivals "We-B-Girlz" über das Thema Sexismus und Feminismus im deutschen Hip Hop zu diskutieren. Das mediale Echo spielgelt eine nicht wirklich gelungene Veranstaltung wieder: Die Frauen hätten weniger miteinander, denn aneinander vorbei  geredet. Ideologisch landeten sie ziemlich bald in einer argumentativen Sackgasse.
So habe es sich die "Emma"-Herausgeberin nicht nehmen lassen, als Lehrmeisterin des Feminismus aufzutreten. Die Rapperinnen hingegen, so wird berichtet, konnten mit dem Schwarzer-Feminismus wenig anfangen. Von der Idee der Ur-Feministin, den Sexismus im Rap mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, hielten die beiden MCs dann auch nicht wirklich viel. Die wollen lieber jenseits ihres Geschlechts wahrgenommen werden. Ihr Credo: Nicht "Schwesternschaft", sondern "Geschwisterlichkeit". Löblich, wenn man an folgende Beispiele denkt:
Da gibt es zum Beispiel die Rapperin Lady Bitch Ray, die verbal um sich schlägt. Gegen Männer sind ihre Attacken gerichtet - aber auch gegen diverse weibliche Hassobjekte wie Sarah Conner oder Jeanette Biedermann, deren größter Fan die Schwarzer bestimmt auch nicht ist. Oder Charlotte Roche mit ihren Feuchtgebieten, dessen Inhalt widerlicher ist, als es wohl je ein Mann sein kann. Bei beiden kommt man leider all zu schnell auf die Idee, es handelt sich  um bewusste Provokation zu einem einzigen Zweck: dem Absatz. Großartig anders ist es bei den misogynen Rappern des deutschen Hip Hop ja auch nicht.
Sabine Priess, Autorin des Artikels "Feminismus: Für die linke Spur zu langsam, für die rechte Spur zu schnell" auf der fem-Partnerwebseite Miss Tilly.de moniert genau das: Die Oberflächlichkeit des sogenannten Neuen Feminismus, das Nichtvorhandensein von politischen Konsequenzen, und das Kalkül, das wohl dahinter steckt. Sie fordert, dass frau sich bei dem Thema "endlich in der Mitte einpendelt" und Respekt und Aufmerksamkeit zeigt gegenüber den weiblichen Minderheiten, die weiterhin unterdrückt, zwangsverheiratet und geschlagen werden.
>>Lesen Sie den Artikel "Neuer Feminismus: Für die linke Spur zu langsam, für die rechte Spur zu schnell" auf der fem-Partnerwebseite Miss Tilly.de

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