Hochleistungs-Downsizing – Ausmisten extrem: Die „100 Thing Challenge“

Samstag, 28.06.2008

Dave Bruno ist ein mutiger Mann: Bis zum 12. November 2008 will der Internet-Unternehmer aus San Diego seine persönlichen Besitztümer auf 100 Gegenstände reduziert haben.

Zugegeben, das klingt wenig spaßig und noch dazu fast unmöglich, doch die Anhängerschaft seiner "100 Thing Challenge" wächst. "Die Dinge, mit denen wir uns umgeben sind nicht so passiv, wie viele glauben – sie beanspruchen unsere Zeit, Aufmerksamkeit und Ergebenheit. Wir unterschätzen, wie sehr all der Kram unser Leben einschränkt, ich fühlte mich geradezu überwältigt davon", berichtet der 37-jährige Familienvater. Doch seine Beweggründe haben noch eine weitere Dimension.  Die "100 Thing Challenge" ist auch ein Statement gegen die Konsumgesellschaft: "Die Kauflust ist in der westlichen Welt inzwischen völlig außer Kontrolle geraten, und macht uns blind für das, was im Leben wirklich wertvoll und wichtig ist. Dinge sind dazu da, um benutzt zu werden. Menschen dagegen sind dazu da, geliebt zu werden. Inzwischen benutzen wir Menschen, um die Dinge zu bekommen, die wir glauben zu lieben", glaubt Dave, "Wie traurig. Als ob ein schicker Wagen oder noch ein weiteres Paar Schuhe uns mehr befriedigen könnten als positive Beziehungen zu anderen Menschen."
Mit dieser Ansicht ist Dave nicht allein. Die Anzahl derer, die sich von seinem Vorhaben inspirieren lassen wächst stetig, genauso wie die Besuchszahlen seiner Internetseite www.guynameddave.com, auf der er genau über seine Fortschritte informiert. Ende Juni umfasste die Liste seiner persönlichen Habseligkeiten noch 111 Dinge (26 davon tragen den Vermerk "auf dem Markt", "zu verschenken" oder "so gut wie vergeben") – darunter 5 "Basics" (Tagebuch, Stift, Kuli, Geldbeutel und Sonnenbrille), 3 Hygieneartikel (Zahnbürste, Rasierer, Nasen- und Ohrenhaarschneider) sowie 53 Kleidungsstücke.
Manches bleibt jedoch vom Extreme-Downsizing ausgeschlossen. "Nachdem ich mir die Sache ausgedacht habe, gelten auch meine eigenen Regeln", erklärt Dave. Alle gemeinschaftlich mit seiner Frau und den Töchtern genutzten Gegenstände bleiben unangetastet. Ebenso Daves Bücher. "Allerdings versuche ich, meinen Gesamtbestand auf 100 Exemplare zu reduzieren", räumt er ein. Auch für Erinnerungsstücke gelten nachsichtige Bedingungen. Alles, was in zwei - extra angeschaffte - kleine Plastikbehälter passt, darf bleiben. Weitaus weniger gnädig verfährt Dave mit Schuhen: "Ein Paar gilt als Einheit."
Wenig frauenkompatibel findet (sicher nicht nur) die 27-jährige Cait Simmons. "Ich bin zwar schon von 35 auf 20 Paar runter, trotzdem: bei mir gelten Schuhe, egal wie viele, als ein Gegenstand auf meiner Liste." Gewisse Artikel fasst auch Dave in Gruppen zusammen – Gott sei Dank. "Die Vorstellung, mit nur drei Unterhosen und zwei Paar Socken durchzukommen ist nicht nur unrealistisch, sondern auch einfach eklig."
Mehr Infos: www.guynameddave.com

USA

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