Hayden Panettiere im Interview – "Paparazzi sind Stalker"

Freitag, 13.02.2009

"Heroes" hat sie zum Star gemacht, jetzt kann sie sich nicht einmal mehr alleine einen Kaffee holen. fem.com hat Hayden Panettiere zum Interview getroffen.

Bereits mit elf Monaten stand Hayden Panettiere zum ersten Mal vor der Kamera. Heute ist die 18-Jährige dank ihrer TV-Serie "Heroes" weltberühmt und gilt als eine der heißesten Newcomerinnen Hollywoods. Als wir sie im Berliner Hotel Regent treffen, trägt sie ein Kleid von Cynthia Rawley, ihre Augen glänzen. fem.com erzählte sie, wie sie vor den Augen der Weltöffentlichkeit zur erwachsenen Frau wurde und was sich über all die Jahre wirklich hinter den Kulissen abspielte.

Hayden, was macht die Hitserie "Heroes" für Sie so besonders?

Die Serie handelt von Menschen aus der ganzen Welt, die alle entdecken, dass sie mit besonderen Fähigkeiten gesegnet wurden. Die betroffenen Personen tragen jedoch keine Superman-Kostüme oder so. Wir geben dem Genre praktisch einen neuen Twist.

Inwieweit hat die Serie Ihr Leben verändert?

Ich bin dadurch ein Star geworden. Auf der einen Seite ist das super, da ich dadurch gewisse Vorteile genieße, auf der anderen Seite nervt es auch, da sich die Leute auf einmal für mein Privatleben interessieren.

Sie haben im zarten Alter von elf Monaten in Hollywood Fuß gefasst. Verpasst man dadurch nicht ein Stück seiner Jugend?

Natürlich gab es Kompromisse, die ich dafür eingehen musste, aber niemals würde ich eine normale Jugend gegen die Begegnungen und Reisen eintauschen wollen, die ich durch meinen Beruf erleben durfte. Ein Vorteil war natürlich, dass ich die besten Freunde der Welt um mich hatte. Viele der Leute, mit denen ich aufgewachsen bin, sind heute noch ständig um mich herum.



Wie fasst man als Kleinkind eigentlich Fuß in dieser hart umkämpften Branche?

Mit einem Agenten, der mich durch die Castings gelotst hat. Ich fing an mit Werbespots und drehte danach für einige Jahre Soap-Operas. Dadurch bekam ich nach und nach einen Namen in der Branche, was mir den Castingprozess natürlich extrem erleichtert hat.

Ihr Spielplatz waren also die Filmstudios und die Chefzimmer der Produzenten?

So ähnlich. Bis zur achten Klasse war ich allerdings noch auf einer normalen Schule, bis ich einen Privatlehrer bekam. Von da an lebte ich, wo die Arbeit mich hinverschlug. Ich verbrachte aber immer wieder viel Zeit mit meinen Freunden in New York, wo ich auch die ersten Jahre aufgewachsen bin.

Fühlen Sie sich inzwischen erwachsen?

Voll und ganz. Alter ist für mich nur eine Zahl, die aussagt, wieviel Zeit man auf dieser Erde verbracht hat. Auf jeden Fall sagt sie nichts darüber aus, wie weit man sich bereits entwickelt hat. Es gibt 30-Jährige, denen ich rein gar nichts anvertrauen würde, und Zwölfjährige, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie dem Durchschnitt bereits um so vieles voraus sind. Ich selbst bin in einem sehr erwachsenen Umfeld aufgewachsen und habe mich deshalb um einiges schneller entwickelt, als dies normalerweise der Fall gewesen wäre.

Gab es einen bestimmten Moment, an dem Sie wussten, wo Sie hingehören? Die Erkenntnis, wer Sie wirklich sind?

Vier Tage nach meinem achtzehnten Geburtstag bin ich mit meinen drei "Heroes"-Kollegen Jack, Milo und Adrian zu einem Trip nach Europa aufgebrochen. Es war zum ersten Mal, dass ich ganz alleine auf Reisen war - und dieses Erlebnis hat mich grundlegend verändert. Meine Mutter sagte danach, dass ich als anderer Mensch zurückgekommen bin. Ich weiß nicht, was genau die Veränderung bewirkt hat, aber ich fühlte plötzlich mehr Kontrolle über mein Leben. Ich wurde selbstsicherer und habe mich auch selbst ein ganzes Stück weit besser kennengelernt.

Was haben Sie denn über sich herausgefunden, was Sie vorher nicht wussten?

Ich habe gelernt, Verantwortung für mich zu übernehmen und meine eigenen Grenzen kennengelernt. Wenn ich früher müde oder erschöpft war, hatte ich immer jemanden um mich herum, der dafür sorgte, dass ich nach Hause gehen konnte. Plötzlich musste ich für mich selbst entscheiden, wann etwas genug war. Ich habe gelernt, nicht mehr so abhängig von anderen zu sein.

Sie befinden sich also nun in der gefährlichen Phase der Selbstverantwortung. Ein Leben ganz ohne Kontrolle.

Einigen mag es nicht gut tun, zuviel Verantwortung für ihr eigenes Leben zu haben, aber es kommt immer darauf an, mit welchen Leuten man sich umgibt und wie man großgezogen wurde. Ich hatte immer Menschen um mich herum, die mich permanent daran erinnerten, die Konsequenzen meines Handelns zu beachten. Aber manchmal braucht man trotzdem noch ein bisschen Führung. Ich habe mal gehört, dass es im Regelfall bis in die Mit-Zwanziger dauert, bis man vollständig entwickelt ist.



Leben Sie inzwischen alleine?

Nein, momentan lebe ich noch gemeinsam mit meiner ganzen Familie in einem Appartement in Los Angeles, aber ich bin auf der Suche nach einem eigenen Haus. So groß wird die Umstellung allerdings auch nicht: Ich habe dort schon öfter ganz alleine gewohnt, weil meine Eltern noch ein Haus in New York besitzen.

Bereits in jungem Alter versuchen Sie unseren Planeten zu schützen. Warum engagieren Sie sich gerade für den Schutz der Wale?

Weil ich es für ein extrem wichtiges Thema halte. Ich würde mich noch gerne darüber hinaus sozial engagieren, aber möchte mich nicht verzetteln. Wenn man sein Gesicht zu vielen Organisationen leiht, verblasst dadurch der Effekt, den man eigentlich erzielen möchte. Also stürze ich mich mit vollem Elan auf dieses Thema. Ich plane sogar, eine Dokumentation über das Thema zu produzieren, die auf die Probleme aufmerksam machen soll.

Sie benutzen Ihre Prominenz also für gute Zwecke. Hat Bekanntheit bei Ihnen auch negative Auswirkungen? Gerade Frauen Ihres Alters werden von den Medien in Los Angeles ja gerne dauerhaft belagert.

Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal in Los Angeles alleine die Straße englanggelaufen bin. Ich kann noch nicht einmal mehr ungestört von meiner Haustür bis zur nächsten Ecke gehen, um mir einen Kaffee zu holen.



Klingt für einen normalen Menschen nach einem Albtraumszenario, oder nicht?

Mir will nur nicht in den Kopf, warum die Arbeit von Paparazzi nach wie vor legal ist. In meinen Augen ist es nur eine andere Form von Stalking. Man kann sich als Star über diese Belagerung beschweren, oder sie - wie in meinem Fall - dazu nutzen, um auf soziale Projekte aufmerksam zu machen, die ich unterstütze. Ich halte das für gehaltvoller, anstatt mit Drogen am Steuer überrascht zu werden. Aber ich bin mir ohnehin nicht sicher, wie lange der Zirkus mit den Paparazzi noch weitergehen wird.

Eine Ende ist Ihrer Meinung nach in Sicht?

Auf Dauer muss einfach eine Lösung gefunden werden. Paparazzi-Verfolgungen sind so extrem geworden, dass sie zu Autounfällen führen und Menschen schwerwiegend schaden. Denken Sie an Britney Spears! Sie wird permanent von fünfzig Autos verfolgt - und niemand denkt auch nur dran, ihr vielleicht mal den nötigen Raum zu lassen, wieder gesund zu werden.



Vielleicht hat sie den 'point of no return' bereits überschritten. Sie wirkt oft wie ein verlorener Fall.

Aber sie war einst das Sinnbild für Schönheit! Es gab eine Zeit, in der sie für mich und wirklich jedes andere junge Mädchen ein Vorbild war. Und was hat die Gesellschaft mit ihr gemacht? Wir haben sie hochgejubelt und danach in Fetzen gerissen.

Macht Sie Ihre eigene Prominenz denn nicht auch ein klein wenig stolz?

Doch, natürlich. Es ist faszinierend, was die Arbeit, die wir in einem kleinen Studio in Los Angeles produzieren, für Auswirkungen auf die Massen haben kann. Meine Serie "Heroes" zum Beispiel wird von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt gesehen. Darauf bin ich sehr stolz.

Interview: Johannes Bonke

Linktipp: myFanbase

Hayden Panettiere ist die "Heroes"-Queen! Alle Infos, tolle Bilder und alle Seriennews zu "Heroes" hat die fem.com-Partnerwebseite myFanbase.

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