Hahndorf, Australien – Little Germany am Ende der Welt

Freitag, 23.01.2009

Rund 30 Kilometer von Adelaide entfernt, eingebettet in die sanften Erhebungen der Adelaide Hills, versteckt sich die älteste deutsche Siedlung Australiens.
Hahndorf heißt die kleine Siedlung, die aus kaum mehr als der mit freundlichen Häuschen und Lädchen gesäumten Main Street besteht. Benannt wurde sie nach einem gewissen Dirk Meinhertz Hahn, der im Jahre Jahres 1838 die rund 200 ostpreußischen Lutheraner an Australiens Südküste geschippert hatte, die das Dorf gründeten. Die Wildnis von damals ist über die vergangenen 170 Jahre zahm geworden - Weinberge und Erdbeerfelder umrahmen den 1.800-Seelen-Ort. Wem es gelingt, die Eukalyptusbäume auszublenden, benötigt nur wenig Fantasie, um sich in hiesige Breiten versetzt zu fühlen.
"Home of the Traditional HOT Hahndorf Wurst"
Die Rückkehr in die geografische Realität erfolgt spätestens mit der Kontaktaufnahme zu den Bewohnern. Auch wenn die Geschichte und die deutschen Vokabeln und Namen auf Werbetafeln vor Geschäften und Restaurants anderes vermuten lassen: deutsch spricht hier so gut wie niemand mehr - abgesehen von Touristen, versteht sich. Im Gegensatz zum sprachlichen Erbe werden andere kulturelle Hinterlassenschaften jedoch geflissentlich gehegt und gepflegt. Aus der alteingesessenen "Otto's Bakery" duftet Brot und Gebäck nach deutschem Vorbild, im "German Arms Hotel" und im "Hahndorf Inn" stehen Steinkrüge zum Anstoßen bereit, einmal im Jahr schuhplatteln sich Trachtengruppen durch "the Home of the Traditional HOT Hahndorf Wurst" (wie eine Werbetafel freundlich wissen lässt). 
Deutschelnde Enklave mit eigenem Schützenfest
Abgesehen vom "Hahndorfer Schützenfest" ist die Grundstimmung beschaulich, die (Kuckucks-) Uhren ticken hier deutlich langsamer als im nicht weit entfernten Adelaide, verschlafen ist die deutschelnde Enklave dennoch nicht. Neben internationalen Touristen finden offenbar auch die Australier Gefallen am Genuss und Kauf deutscher Spezialitäten wie Bier, Sauerkraut, Würsten, deutschem Brot und Kuchen. Der Besucherstrom ist nicht überwältigend, dafür stetig und macht Hahndorf immerhin zur "seven-day-a-week-town".
Schokolade naschen und Käse selber machen
Neben aller Deutschtümelei ist Hahndorf inzwischen auch schlichtweg australisch. Etwa im niedlichen Café "Chocolate No5". Hier werden statt Apfelstrudel zartschmelzende Versuchungen aus Adelaide und New York genascht. Im "The Pickle" kann man sich mit regionalen Chutneys und Marmeladen eindecken, der Käse-Shop "Udder Delight" hat nicht nur Köstlichkeiten aus Ziegenmilch im Angebot, sondern offeriert in der angeschlossenen "Cheese School" auch die "Easy Cheesy Home Cheese Making Class" an. Weinliebhaber sollten unbedingt einen Abstecher im The Lane Vineyard machen - das Hahndorfer Weingut sackte im vergangenen Jahr den Travel and Tourism Award für das beste Weingut-Restaurant ein. Eventuellem Kalorienüberschuss lässt sich am angenehmsten mit einer Wanderung durch die Adelaide Hills und hinauf auf den nahegelegenen Mount Lofty Summit begegnen.
Weitere Informationen:
www.thelane.com
www.chocolateno5.com/au
www.udderdelights.com/au
www.hahndorfinn.com/au

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