Google findet jeden fünften – Spionage per Mausklick

Freitag, 29.08.2008

Haben Sie schonmal Ihren Nachbarn gegoogelt? Oder Ihr neues Date im Netz ausspioniert? Keine Sorge, Sie befinden sich in bester Gesellschaft.

Ist ja schon praktisch - einmal Vor- und Nachname in Anführungsstrichen in die Suchmaske eingeben, sofort spuckt die Maschine eine Liste mit Treffern zu der jeweiligen Person aus. Ausnahme: Der oder die Gesuchte hat noch keinen Fußabdruck im Internet hinterlassen. Das soll's geben. Oder man findet nur langweilige Treffer wie "Renate Müller hat die Gesamtschule Köln von 1990 bis 1996 besucht."

Bei den meisten Leuten gibt's aber spannende Dinge zu ergoogeln: Sascha hat früher in Brunsbüttel in einem großen Fast-Food-Restaurant gejobbt und war im August 2001 "Mitarbeiter des Monats", Susi hat mal einen Wettbewerb im Schnelllesen gewonnen und Sabrina arbeitet jetzt in der Pressestelle eines großen Erotikkonzerns.

Im Trend: sich selber googeln

63 Prozent der deutschen Internetnutzer sind im Netz auf der Suche nach ihren Mitmenschen unterwegs - das ist das Ergebnis einer neuen Umfrage von TNS Emnid unter 1006 Personen im Auftrag des Internetmagazins Tomorrow. Allerdings überprüfen noch mehr User, was alles über sie selbst in der virtuellen Welt bekannt ist: 70 Prozent der Umfrage-Teilnehmer googeln gelegentlich ihren eigenen Namen.
Ebenso gerne wird nach Promis (55%), Freunden (53%) und Verwandten (40%) gestöbert. Rund ein Viertel aller Frauen wollen gern wissen, was ihr Lebensgefährte im Netz treibt. Männer scheinen da nicht so interessiert zu sein: nur 16 Prozent forschen nach den virtuellen Spuren ihrer Liebsten. Interessanter erscheinen ihnen ihre Kollegen. 19 Prozent gehen per Mausklick der Frage nach, was ihr Büro-Gegenüber sonst noch macht.

Kein Interesse an den Nachbarn

Witzig: an Nachbarn besteht kaum Interesse - nur fünf Prozent der Befragten gaben an, im Netz Nachforschungen über ihre Hausgenossen anzustellen. Mögliche Erklärung: Begegnet man sich im Hinterhof, ist der Computer immer so weit weg. Insgesamt ist heute bereits jeder fünfte Deutsche im Internet auffindbar. Tendenz steigend.

Mehr Private auf fem:

>> Blitz-Check: Wie wir Fremde beurteilen

>> Sleep-Texting - ungewollte SMS um Mitternacht

>> Positive Illusion: Mein Kind ist das schlaueste

Weitere Artikel

article
4643
Google findet jeden fünften
Spionage per Mausklick
Haben Sie schonmal Ihren Nachbarn gegoogelt? Oder Ihr neues Date im Netz ausspioniert? Keine Sorge, Sie befinden sich in bester Gesellschaft.
http://www.fem.com/lifestyle/artikel/google-findet-jeden-fuenften-spionage-per-mausklick
29.08.2008 15:58
http://www.fem.com
Lifestyle

Kommentare