Gefährliche Konstellation – Rehab-Girls und Alkoholsucht-Gen

Montag, 28.07.2008

Eine Gen-Mutation ist wohl dafür verantwortlich, dass Frauen für Alkoholabhängigkeit anfälliger sind. Dennoch war Alkoholsucht bisher eher ein männliches Problem. Dies scheint nun passe - auch dank Amy, Lindsey, Britney und Co.

Schon 2004 stellten die Wissenschaftler des Interdisziplinären Kongresses für Suchtmedizin in München fest, dass Frauen zwischen 18 und 20 Jahren mehr trinken denn je - sogar mehr als die gleichaltrigen Jungs. Die Kriminalstatistik 2007 der Bundespolizei zeigt zudem, dass die Körperverletzungen, die auf das Konto von Mädchen gehen, seit 15 Jahren stetig steigen. Da muss man nur noch eins und eins zusammenzählen. Ist es doch nichts neues, dass Alkohol ein Katalysator für Gewalt ist.
Anfang Juli gaben die Universität Bonn und das schwedische Institut Karoliska in Stockholm nun bekannt, dass eine Gen-Mutation gefunden wurde, die es nur bei Frauen gibt und gleichzeitig ihre Trägerinnen anfälliger für Alkoholabhängigkeit macht. "Wie schätzen den Einfluss der Gene bei dieser Krankheit (also der Alkoholabhängigkeit bei Frauen) auf mindestens 50 Prozent.", erklärte die Studienleiterin Ildikó Rácz der Presse
Bis vor ein paar Jahren hätte diese Nachricht die Öffentlichkeit wohl nicht interessiert - denn die längste Zeit war Alkoholabhängigkeit ein größtenteils männliches Problem. Für Frauen war es schließlich verpönt, sich betrunken in der Öffentlichkeit zu zeigen. Diese Erkenntnis wäre höchstens für den sehr viel geringeren Anteil an weiblichen Alkoholkranken ein Ansatz zur Behandlung gewesen. Wurde bisher doch angenommen, dass die Sucht nach Alkohol mehr mit psychischen und sozialen, denn mit physischen Faktoren zusammenhängt.
Doch die Zeiten haben sich geändert. Lindsay ist wieder trocken, dafür Amy jetzt doch in Rehab und Britney hat gerade ein paar trockene Tage - oder genau andersherum? Die Nachrichten über Sauftouren, gescheiterte Sanatoriumsbesuche und Rückfälle der weiblichen A bis C Klasse Prominenz häufigen sich dermaßen, dass es schwer ist, einen Überblick zu behalten, wer sich gerade in welchem Stadium seiner Alkoholsucht befindet.
Das Thema könnte einen schon längst zu Tode langweilen, wenn man nicht den verstärkten Eindruck bekommt, dass Sängerinnen und Schauspielerinnen mit Sucht heutzutage einfach mehr Erfolg haben. Denn ob als Songthema oder schockierende Nachricht in der Yellow-Press: Sauftouren und anschließende Rehab sind mehr als gesellschaftfähig - sie sind in und offensichtlich eine durchaus geeignete PR-Maßnahme.
Und ob sie es nun wollen oder nicht:  Amy, Lindsay, Britney und Co. haben  Vorbildfunktion für ihre nicht-berühmten Altersgenossinnen und tragen jetzt eine noch größere Verantwortung: Denn tun es junge Frauen ihren Stars gleich und greifen zur Flasche, so laufen sie verstärkt Gefahr, alkoholabhängig zu werden, da sie dafür theoretisch ein höheres Risiko in sich tragen.

Lesen Sie mir zum Thema Gesundheit:

>> Smoothies - Mogelpackung oder gesunder Snack?

>> Für und Wider: Vornehme Blässe
>> Emotionslos durch Botox?




Weitere Artikel

article
3740
Gefährliche Konstellation
Rehab-Girls und Alkoholsucht-Gen
Eine Gen-Mutation ist wohl dafür verantwortlich, dass Frauen für Alkoholabhängigkeit anfälliger sind.
http://www.fem.com/lifestyle/artikel/gefaehrliche-konstellation-rehab-girls-und-alkoholsucht-gen
28.07.2008 18:18
http://www.fem.com
Lifestyle

Kommentare