Emma Watson Interview, Teil zwei "Ich vergöttere Karl"

Mittwoch, 15.07.2009

Man bezeichnet dich inzwischen als Mode-Ikone. Welchen Stil magst du am liebsten?

Ich bin ein typisches Londoner Mädchen, das versucht, dem grauen Wetter unserer Hauptstadt einen verrückten, vielfältigen Kleidungsstil entgegenzusetzen. Ich mische ganz normale Straßenklamotten mit High-Fashion-Stücken, außerdem liebe ich alte Vintage-Sachen. Meine Mutter ist sehr modebewusst, von ihr habe ich viel gelernt.

Ist Kate Moss eine Stilikone für dich?

Klar, die Frau ist klasse. Ihr Stil ist unverwechselbar und passt wunderbar zu ihr. Man merkt, dass sie keinen Stylisten hat, sondern sich einfach so anzieht, wie sie das möchte. Die Leute bewundern sie wahrscheinlich auch deshalb, weil sie sich gegen das total überzogene System wehrt, das in den USA schon völlig um sich gegriffen hat. In Hollywood hat nämlich jeder einen Stylisten, der sich darum kümmert, was du wann anziehen sollst. Ich finde, dass man damit ein Stück seiner Persönlichkeit aufgibt, weil Kleidung ja immer auch etwas über dich selbst aussagt.

Chanel hat dich kürzlich zu neuen Gesicht der Marke gekürt. Kleidet Karl Lagerfeld dich manchmal persönlich ein?

Ja, wenn Karl mir Moderatschläge gibt, dann muss ich einfach zuhören, keine Frage. Ich bewundere, ja, vergöttere ihn. Wenn man ihm begegnet, merkt man sofort, warum er es an die Spitze der Modeindustrie geschafft hat. Denn er ist nicht nur verdammt talentiert, sondern arbeitet noch immer unglaublich hart.

Ein perfektes Aussehen ist bei deinem Job unumgänglich. Wie gehst du mit dem Schlankheitswahn um, der ein immer stärkeres Ausmaß annimmt?

Man muss in meinem Job wirklich sehr, sehr dünn sein. Ich persönlich finde zu schlanke Mädchen nicht besonders hübsch und lasse mich auch sonst nicht von diesem Trend verrückt machen. Ich esse anständig und kann mich glücklich schätzen, von Natur aus etwas schmaler gebaut zu sein.

Hast du ein Lieblingsessen?

Schokolade! Ich könnte allein deshalb nie dem Schlankheitswahn verfallen, weil ich es liebe, selbst zu kochen und bei einem schönen Essen mit Freunden zusammenzusitzen. Himbeerkuchen und Pasta gelingen mir besonders gut. Ich muss dieses Talent von meinem Vater geerbt haben, weil meine Mutter wirklich miserabel kocht. (lacht)

Kannst du inzwischen gut mit dem Druck der Branche umgehen?

Oh, ich bin durch die harte Schule der "Harry Potter"-Maschinerie gegangen. Machen Sie sich also keine Sorgen: Ich kann ganz gut mit den Dingen umgehen, die auf mich zukommen.

Was ist der schönste Vorteil, den die Bekanntheit mit sich bringt, was der größte Nachteil?

Die Tatsache, dass ich mit einem einzigen Händedruck einen sechsjährigen Fan in die größten Glückszustände versetzen kann, ist etwas unheimlich Schönes. Es ist toll, wie wenig Mühe es mich kostet, jemandem mit einer kleinen Geste den Tag zu versüßen. Ich empfinde es als großes Privileg, mich in dieser Position zu befinden. Leider bringt diese öffentliche Stellung aber auch mit sich, dass ich oft auch sehr hart kritisiert werde und auch mein Privatleben nicht mehr von den Medien geschützt ist. Man muss eine sehr robuste Einstellung dazu entwickeln, um dadurch nicht völlig verunsichert zu werden.

Wie kannst du in so einer Position eine solide Beziehung zu einem Partner aufbauen?

Das ist nicht leicht. Beziehungen sind ja auch ohne das Medieninteresse schon kompliziert genug. Zum Glück musste ich noch nie mit Betrug und Verrat im Zentrum der Medien umgehen.

Stimmt es, dass du inzwischen einen Freund aus Australien hast?

Nein. Er ist ein verdammt guter Freund von mir, aber nicht mein Partner.

Woher weißt du, wem du noch vertrauen kannst?

Ich habe mit den Jahren ein ganz gutes Bauchgefühl entwickelt und merke inzwischen ziemlich sehr schnell, wer es ehrlich mit mir meint. Zum Glück findet man noch Leute mit einer weißen Weste.

Bist du inzwischen sehr skeptisch geworden?

Nein. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist.

Von Rico Pfirstinger

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