Droge Spice – Nix bio

Montag, 26.01.2009

Vor wenigen Tagen ist die Modedroge Spice in Deutschland verboten worden. Was es mit der vermeintlichen "Kräutermischung" auf sich hat.
"Spice? Noch nie gehört", mögen sich viele Menschen gedacht haben, als am 22. Januar 2009 in den Nachrichten verkündet wurde, die Substanz sei ab sofort illegal. Kein Wunder, denn Spice war in Deutschland nur relativ kurz auf dem Markt.
Der britische Hersteller "Psyche Deli" brachte das hauptsächlich aus verschiedenen getrockneten Pflanzenteilen und Kräutern bestehende "Räucherwerk" 2003 in den Umlauf. Der Verkauf lief hierzulande langsam an, bis viele deutschen Medien über die legale Droge berichteten. Dies zog einen Hype nach sich. Der Handel übers Internet und in Headshops boomte. Weitere Unternehmen brachten Nachahmerprodukte unters Volk.



Synthetische Cannabinoide in den Pflanzen-Stückchen
Dann fanden ein Frankfurter und ein Freiburger Labor Ende 2008 gesundheitsschädliche und nicht zugelassene Stoffe in Spice. Nachgewiesen werden konnten zwei synthetische Cannabinoide, die die Wirkung von Marihuana oder Haschisch um ein Vielfaches übertreffen. Damit war klar: Die berauschende Wirkung kann nicht auf exotische Kräuter, sondern auf zugesetzte Chemikalien zurückgeführt werden.
"Spice", wörtlich übersetzt: "Gewürz", klingt eigentlich mehr als harmlos: nach bio und gesund. Ihr Name und ihr kräuteriger Duft kamen der Substanz verkaufstechnisch zugute.



Die starke Version nennt sich "Smoke"
Nach Aussage des Wiener Sucht-Mediziners Michael Musalek in der "Süddeutschen Zeitung" sollen bis zu dem Verbot vor allem Jugendliche Spice konsumiert haben, die es aufgrund seiner Legalität Cannabis vorzogen.
Spice wird ebenfalls im Joint geraucht. Es gibt verschiedene Formen, unter anderem die Sorte "Smoke", die besonders stark sein soll. Lange Zeit war Spice nicht mit den üblichen Drogen-Schnelltests nachweisbar. Da die psychoaktiven Substanzen in Spice mittlerweile entdeckt sind, können nun auch Bluttests den Missbrauch belegen.



Eilverordnung Ende 2008
Als bekannt wurde, dass die in einer Art Teebeutel verkaufte Mischung gefährliche Nebenwirkungen wie Verwirrtheit und Halluzinationen hervorrufen kann, sah Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt Handlungsbedarf. Gemeinsam mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing, kündigte sie sofort eine Eilverordnung zum Verbot der Droge über das Betäubungsmittelgesetz an.
Diese ist nun umgesetzt worden. Vorläufig gilt das Verbot für ein Jahr, es soll von einer dauerhaften Regelung abgelöst werden. Wie das Nachrichtenportal "Spiegel Online" berichtet, wird bereits für teures Geld ein legales "Ersatzprodukt" namens "Space" im Internet angeboten, ein Placebo, der beim Rauchen keinerlei Wirkung zeigen soll.



Langzeitfolgen: unbekannt
Die Langzeitfolgen von regelmäßigem Spice-Konsum sind noch nicht erforscht. Experten gehen davon aus, dass die Droge vor allem eine starke psychische Abhängigkeit hervorrufen kann.
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Droge Spice
Nix bio
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26.01.2009 09:29
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