Die Versicherungs-Expertin im Interview – "Nicht auf IHN verlassen"

Montag, 28.09.2009

Bianka Seiferth (41), Inhaberin einer auf Frauen spezialisierten Versicherungsagentur der "Hamburg-Mannheimer", verrät, warum Frauen ihre Altersvorsorge unbedingt selbst in die Hand nehmen sollten.

Frau Seiferth, wie schätzen Sie die aktuelle Versicherungssituation von Frauen ein: Gibt es Versorgungslücken?

Ja, und zwar nach wie vor bei der privaten Altersvorsorge. Sie ist für jede Frau in jeder Lebenslage wichtig. Doch während vor allem jüngere Frauen zunehmend erkennen, dass es notwendig ist, rechtzeitig privat für den Lebensabend vorzusorgen, wiegen sich verheiratete Frauen im mittleren Alter oft in falscher Sicherheit. Sie verlassen sich einseitig auf die Rentenansprüche ihres Mannes. Das kann ins Auge gehen und beispielsweise im Falle einer Scheidung direkt in die Altersarmut führen. Denn für alle Ehen, die vor dem 1. Januar 2005 geschlossen wurden, gilt: Trotz Versorgungsausgleich haben sich in der Praxis die ausgeglichenen Anrechte immer wieder zu unterschiedlich hohen Rentenansprüchen entwickelt. Und betriebliche und private Versorgungsanrechte sind, oft zum Nachteil der Frauen, dem späteren schuldrechtlichen Versorgungsausgleich vorbehalten.

Was sollten Frauen angesichts dieser Gefahr tun?

Sich nicht auf die Absicherung durch den Ehemann verlassen und Ihre Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen. Je nach aktueller Lebenslage und individueller Lebensplanung bieten sich dafür ganz unterschiedliche Möglichkeiten an - von der Riesterrente über die betriebliche Altersvorsorge bis zur klassischen Lebens- oder Rentenversicherung. Wichtig ist, dass man flexible Versicherungslösungen wählt, die unbedingt auch Unfall- und Berufsunfähigkeitsschutz umfassen sollten.

Warum ist das so wichtig?

Obwohl jährlich rund 400.000 Anträge auf Erwerbsminderungsrenten gestellt werden, unterschätzen die meisten Frauen das Risiko von Invalidität und deren finanzielle Folgen. Flexibilität bei den Versicherungskonditionen ist wichtig, um auch auf Notlagen wie etwa bei Scheidung oder Privatinsolvenz reagieren zu können - zum Beispiel in Form von Prämiensenkungen oder ruhenden Beiträgen.

Mehr Infos: www.hamburg-mannheimer.de

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