Buchtipps zur Buchmesse 2013 – Bücher von Frau für Frau

Mittwoch, 09.10.2013

Geheimnisse, Schmerz und Freundschaft sind Themen, die junge Autorinnen bewegen. Die Bücher dazu präsentieren sie derzeit auf der Frankfurter Buchmesse. Wir stellen Ihnen die Top 5 vor.

Video: Buchtipp - Krimiautorinnen

Was gibt es schöneres, als zu dieser Jahreszeit mit einem Buch auf der Couch zu sitzen und zu lesen. Wie gut, dass gerade die Frankfurter Buchmesse begonnen hat und uns mit neuem Lesestoff beliefert. Wir werfen heute einen Blick auf Jung-Autorinnen, die dort ihr Debut feiern! bücher.de hat uns für Sie die fünf interessantesten Newcomer-Autorinnen und ihre lesenswerten Bücher empfohlen.

Hannah Dübgen: "Strom"

Vier Menschen in vier Ländern: Ada aus Berlin hat mit ihrer Freundin Judith einen Dokumentarfilm über das Leben im Gazastreifen gedreht. Judith aber stirbt kurz nach Fertigstellung des Films. Die junge japanische Pianistin Makiko ist nach Paris gezogen und gibt in ganz Europa Konzerte. Als sie erfährt, dass sie ein Kind erwartet, ist sie schockiert. Jason arbeitet für eine amerikanische Investmentfirma. In Tokio soll er den Kauf eines japanischen Traditionsunternehmens organisieren. Der Zoologe Luiz, der in Brasilien aufwuchs, lebt mit seiner jüdischen Frau und den zwei gemeinsamen Kindern in Tel Aviv, will aber weg aus Israel, weil er den politischen Wahnsinn im Land nicht mehr erträgt. Ein Roman in vier miteinander verwobenen Geschichten. Über unsere Gegenwart, über Menschen, die zwischen Kulturen wandeln. Sie alle lieben, trauern, arbeiten, kämpfen wach und voller Sehnsucht um ihr Leben, ihre Zukunft. Hannah Dübgen erzählt bewegend und mit immenser Kraft von Nähe und Ferne, von Fremde, von alten und neuen Grenzen, von dem Strom, der unsere Zeit ist.

Hier können Sie die Autorin auf der Buchmesse treffen: Frankfurter Buchmesse, 3sat-Stand, Halle 4.1 E108, Freitag, 11. Oktober: 10 – 10.30 Uhr.

Adriana Lisboa: "Der Sommer der Schmetterlinge"

Nach Jahren treffen sich die beiden ungleichen Schwestern Maria Inês und Clarice wieder, um das Unerklärliche zu klären, das ihr Leben geprägt hat. Die beiden Mädchen wachsen in einem wohlhabenden Elternhaus auf einer Fazenda im Landesinnern des Bundesstaates Rio de Janeiro auf. Ihre Kindheit verläuft scheinbar harmonisch und behütet, tatsächlich aber ist ihre Welt bestimmt von den "verbotenen Dingen", die man nicht aussprechen darf. Und so teilen Clarice und Maria Inês dunkle Geheimnisse, die jeden ihrer Schritte begleiten. Mit den Jahren verlieren sie sich aus den Augen, die eine lebt als Ärztin in Rio, die andere auf der heimatlichen Fazenda. Erst nach dem Tod der Eltern treffen die Schwestern in einer schicksalhaften Nacht wieder aufeinander und bringen all die unausgesprochenen Wahrheiten endlich ans Licht. "Der Sommer der Schmetterlinge" erzählt in starken Bildern und mit viel Atmosphäre von Abhängigkeiten und Abgründen in Zeiten der Diktatur und Repression. Damit gelingt der brasilianischen Schriftstellerin Adriana Lisboa der faszinierendste Roman der Saison. Sie ist Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse.

Hier können Sie die Autorin auf der Buchmesse treffen: Frankfurter Buchmesse, Ehrengastpräsentation 2013 Brasilien, Forum, Ebene/Level 1, Sonntag, 13.Oktober: 11:30 – 12:30 Uhr.

Henriette Vásárhelyi: "immeer"

Der erste Roman von Henriette Vásárhelyi »immeer« beginnt am Meer und endet am und im Meer. Dazwischen erzählt Eva von Jan, dem Geliebten, der tot ist, von Heiner und Jan und der Dreier-WG, von Monn, den sie kennenlernt, weil er Jans Handy-Nummer übernommen hat. Und sie erzählt vom Schmerz, als Jan krank war und starb, und wie sie sich verschanzt in der Wohnung, die an früher erinnert. Eva spricht über ihren Verlust mit sich und mit den Fliegen, nicht aber mit den Menschen, die ihr helfen wollen. »immeer« wurde 2012 mit dem Studer/Ganz-Preis für das beste unveröffentlichte Prosadebüt ausgezeichnet - ein Text, der Räume öffnet, den Horizont erweitert, verstört und verunsichert, der zur Auseinandersetzung zwingt und gleichzeitig keine Identifikation bietet. Henriette Vásárhelyi erzählt so, dass man die Logik der Vereinsamung ihrer Protagonistin, ihrer Verweigerung von Rückkehr ins Reich der Lebenden zu begreifen meint. Ihre Sprache ist packend, klar und tief.

Hier können Sie die Autorin auf der Buchmesse treffen: Frankfurter Buchmesse, Leseinsel der unabhängigen Verlage, Halle 4.1 C37 , Donnerstag, 10.Oktober: 11 Uhr.

Lisa Kränzler: "Nachhinein"

„Nachhinein“ erzählt von der Entwicklung zweier Mädchen und ihrer sich verändernden Freundschaft. Zwischen ihnen gibt es einen wesentlichen Unterschied: Die eine wird behütet, geliebt, entschuldigt, darf sogar rebellisch sein, die andere hingegen ist arm, wird angegriffen und in ihrer Familie missbraucht. Aus diesem Grund ändert sich bald auch die Beziehung der Mädchen zueinander, die zunehmend von Liebe, Eifersucht und erwachender Sexualität, von Machtspielen und Grausamkeit geprägt wird. Bis die Ereignisse außer Kontrolle geraten ... Ein Buch das Bilder malt im Kopf, das Melodien erzeugt und Buchstaben lebendig macht. Ein energiegeladener Text, der nur so sprüht vor Kreativität. Ein Werk, das ihresgleichen sucht: Lisa Kränzler gehört definitiv zu den jungen Wilden der deutschen Literatur. Im Juli 2012 erhielt Lisa Kränzler den 3sat-Preis beim Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb.

Hier können Sie die Autorin auf der Buchmesse treffen: Frankfurter Buchmesse, HOTLIST 2013 & Party der Independents, Literaturhaus Frankfurt, Freitag, 11.Oktober: 21 Uhr.

Helen Hegemann: "Jage zwei Tiger"

Als der Stein die Windschutzscheibe durchschlägt, ist seine Mutter sofort tot. Kai, 11, überlebt und beschließt im Zustand des Schocks, der sich als eine Art geraffter Reifeprozess äußert, sich ab jetzt von nichts und niemandem mehr abhängig zu machen. Er flieht vor den überforderten Ersthelfern und läuft verletzt durch das angrenzende Waldgebiet, bis er auf eine Ziege trifft und wenig später auf einen abgehalfterten Zirkusclan. Und auf Samantha, die zu der Gruppe von Jugendlichen gehört, die 24 Stunden zuvor den Stein von der Autobahnbrücke geworfen haben. Schnell, witzig, radikal erzählt Helene Hegemann von der Suche nach Wahrheit und Transzendenz in einer zersplitternden Umwelt, in der individuelle Selbstverwirklichung oberstes Ziel ist, aber Schein und Realität nicht mehr klar zu trennen sind. Das Leben ist ein Traum, der Körper Einbildung und die Liebe eine Projektion. Helene Hegemann, 1992 in Freiburg geboren, lebt in Berlin. 2008 wurde ihr erster Film Torpedo als Entdeckung des Jahres gefeiert und mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet. 2010 debütierte sie als Autorin mit dem Roman Axolotl Roadkill, der in 20 Sprachen übersetzt wurde.

Hier können Sie die Autorin auf der Buchmesse treffen: Frankfurter Buchmesse, 3sat-Stand,  Freitag, 11.Oktober: ab 17:30 Uhr.

Text: Martina Wagner

>> Alle genannten Bücher gibt es versandkostenfrei auf www.buecher.de

Angesichts der diesjährigen Buchmesse, stellen wir Ihnen die Top-5-Romane  besonders interessanter Jung-Autorinnen vor.

Frisch und besonders interessant sind die fünf Jung-Autorinnen, deren Romane wir Ihnen heute in den Top 5 vorstellen.

 

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