Buchtipp: überleben im Job – Wie die lieben Kollegen ticken

Freitag, 19.09.2008

Vom Trottel über den Ja-Sager bis hin zum Faulpelz: Bestseller-Autor Hauke Brost klärt über die "lieben Kollegen" auf.

Nach der Lektüre von "Wie die lieben Kollegen ticken. 111 Fakten fürs Überleben im Haifischbecken" (Schwarzkopf & Schwarzkopf, 9,90 Euro, bestellbar z.B. über www.amazon.de) möchte man sich am liebsten selbstständig machen: Schonungslos, witzig und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen klärt Horst Brost über die dunklen Seiten des Arbeitnehmeralltags auf.

In zehn Kapiteln mit insgesamt 111 Fragen und Antworten erfährt der Leser, warum er keinem Kollegen trauen darf, dass es gefährlich ist, so gar nicht fies sein zu können, und wie man herausfindet, ob der Kollege perverse Neigungen hat.

Haifischbecken Arbeitsplatz

"Ausnahmslos jede Firma ist ein Haifischbecken, auch wenn das Betriebsklima super zu sein scheint", konstatiert Brost gleich im ersten Kapitel. Und nach 226 Seiten voller boshafter Belege dafür ist man versucht, ihm das zu glauben. Zumal der Journalist ein besonders schlagkräftiges Argument auf seiner Seite hat: Für die Recherchen zu seinem Buch ließ er über tausend Arbeitnehmer aus allen Branchen befragen, wie deren "liebe Kollegen" ticken. Die meist sehr bereitwilligen Auskünfte liegen dem Buch zugrunde - gespickt mit Sarkasmus und Provokation.
Aha, die deutsche Firmenlandschaft ist also noch viel schlimmer, als man denkt. Da gibt es nur noch eine einzige Hoffnung: Sind wir nicht alle selbst auch irgendwie Kollegen...?

INTERVIEW MIT HAUKE BROST
Wie entstand die Idee zum Buch - waren gemeine Kollegen der Auslöser?
Worüber sprechen die Leute? Über ihre Beziehungen und über ihren Job. Was in den Firmen passiert, ist ein Riesenthema. Viele verbringen doch mehr Zeit mit ihren Kollegen als mit ihrer Familie! In der Firma vom Nachbarn, vom Freund, von Partnerin oder Partner geht es nun erstaunlich ähnlich zu wie bei einem selber. Das sind Grundstrukturen, die man überall findet. Hierarchiemuster, Alphatier-Gehabe, Ellenbogen einsetzen: Das hat nichts mit der Branche zu tun. Es sieht übrigens traurig aus in deutschen Firmen, aber das hat vorher wohl noch keiner so deutlich beschrieben. Was meine eigenen Erfahrungen angeht: die habe ich hübsch rausgelassen!
Sie raten jedem, eine gute Mischung aus Kompetenz und Gemeinheit anzuwenden, um im Haifischbecken zu überleben - gibt es wirklich keinen anderen Weg?
Natürlich, wenn man immer nur herumgeschubst werden will, bitteschön. Wer nach oben möchte, bei dem muss die Hemmschwelle in Kniehöhe sein - also sehr, sehr niedrig.


Sind bestimmte Branchen bekannt dafür, besonders unkollegial zu sein?
Grundsätzlich gilt: Je mehr körperlich gearbeitet wird, desto größer der Teamgeist. Zwangsläufig. Wenn fünf Gerüstbauer sich die kiloschweren Teile zuwerfen, dürfte kaum Zeit und Gelegenheit für Selbstprofilierung sein.
Wie sieht es in kleinen Familienunternehmen aus? Ist man da netter zueinander?
Einerseits ist der Frust über "die da oben" in kleinen Betrieben nicht so verbreitet wie in anonym geführten Großkonzernen. Andererseits wird auch in der kleinsten Klitsche gestichelt und gemobbt, dass einem die Tränen kommen.
Kann man Kollegen überhaupt über den Weg trauen oder sollte man sich Freunde lieber außerhalb des Unternehmens suchen?
Man sollte keinem Kollegen trauen, grundsätzlich nicht. Das bedeutet: viel zuhören und wenig von sich selbst preisgeben.
Wenn man sich etwas wünschen dürfte: Wäre es besser, keine Kollegen zu haben und alleine vor sich hin zu tüfteln oder haben Kollegen auch ihr Gutes?
Viele wären gar nicht imstande, ganz allein zu arbeiten. Erst das Team gibt ihnen das notwendige Korsett, die Stütze, den Leitfaden durch den Tag. Aber natürlich haben Selbstständige die Probleme mit Kollegen nicht, weil sie keine haben.
Firmen gelten ja als die Partnerbörse schlechthin - wenn am Arbeitsplatz Beziehungen entstehen, potenziert das die Gemeinheiten der Kollegen?

Grundsätzlich ist davon abzuraten, eine Liaison in der Firma anzufangen. Wenn's einen doch erwischt: So lange wie möglich geheim halten. Geht die Sache auseinander, gibt es fast immer auch in der Firma Stress.
Wie Frauen, Männer, Teenies, Kollegen ticken - was wird Ihr nächster Bestseller?

Natürlich wird es es auch 2009 einen Bestseller aus der "TICKEN"-Reihe geben. Das Thema steht schon fest, und die Recherchen beginnen in diesen Tagen. Nur so viel: Es geht wieder um das Endlos-Thema Partnerschaft.

ÜBER DEN AUTOR

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Hauke Brost, Jahrgang 1948, ist Reporter und Autor. Nach seinen Bestsellern "Wie Männer ticken", "Wie Frauen ticken" und "Wie Teenies ticken" erschien nun "Wie die lieben Kollegen ticken". Brost lebt mit Frau und Hund in Hamburg. Er hat drei Söhne.

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19.09.2008 09:10
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