Bestattungen in Deutschland – Alternativen zum Friedhof

Montag, 20.10.2008

Nicht jeder beschäftigt sich gern mit dem Tod. Dabei soll das äußerst heilsam sein. Deshalb: Kennen Sie schon alle in Deutschland erlaubten Bestattungsarten?

"Nichts in dieser Welt ist sicher außer dem Tod und den Steuern" schrieb 1789 der US-Politiker, Naturwissenschaftler und Schriftsteller Benjamin Franklin. Bis heute hat er recht behalten. Um die Steuern kümmern wir uns ein anderes Mal, heute ist das Thema Tod an der Reihe.

Niemand denkt gern über seine eigene Sterblichkeit nach - schon gar nicht in jungen Jahren. Aber eigentlich lebt es sich doch viel besser, wenn man weiß, dass es nicht ewig so weiter geht. Zum Vergleich: Was wäre ein Urlaub am Meer, wenn klar wäre "Wir bleiben für immer hier?" Langweilig.

Aber das Leben ist schön! fem trägt heute zur Realisierung dieser Tatsache bei und verrät Alternativen zu konventionellen Bestattungsarten.

1. Die Waldbestattung
Genau das Richtige für Naturliebhaber und Umweltbewusste: Der Leichnam wird verbrannt, die Asche in einer biologisch abbaubaren Urne in einem dafür freigegebenen Waldgrundstück vergraben. Die Idee dieser "Friedwälder" oder "Ruheforste" wurde 1993 in der Schweiz geboren. Hintergrund ist der Gedanke, den toten Menschen wieder zurück in den Kreislauf der Natur zu bringen. Schon zu Lebzeiten können sich Interessierte ein schönes Plätzchen unter einem Baum aussuchen. Dieses ist nach der Bestattung für 99 Jahre "gesperrt". Der Vorteil für die Angehörigen: Das Grab muss nicht gepflegt werden, das Verlängern der Nutzungsrechte - wie es auf einem normalen Friedhof nach rund 25 Jahren notwendig ist - entfällt. Normalerweise wird die Urne anonym vergraben, auf Wunsch kann aber an dem nebenstehenden Baum eine kleine Plakette mit Namen angebracht werden. Häufig übernimmt im Wald ein Förster die Beisetzung.

Infos zum Beispiel unter www.waldbestattung.com

2. Die Seebestattung
Darf in Deutschland nur durchgeführt werden, wenn der Verstorbene besonders mit dem Meer verbunden war. Um das nachzuweisen, braucht man eine Erklärung von ihm oder einen formlosen Antrag seiner Angehörigen. Die zuständige Kommune muss die Seebestattung genehmigen.
Genau wie bei der Waldbestattung darf nur die Asche - nicht der Leichnam - der Natur übergeben werden. Eine vorherige Einäscherung ist also Pflicht. Die Angehörigen fahren dann auf einem Schiff auf einen freigegebenen Ort auf dem Meer hinaus, an dem weder gefischt noch Wassersport getrieben wird. Die wasserlösliche, mit Steinen oder Sand beschwerte Urne wird dort ins Wasser gelassen. Der Kapitän spricht dabei die Trauerrede, häufig werfen die Angehörigen Blumen ins Meer.
Auch bei der Seebestattung gilt: Den Hinterbliebenen entstehen anschließend keine Verpflichtungen oder Kosten mehr. Allerdings gibt es auch keinen Ort, an dem sie den Verstorbenen "besuchen" können. Aus diesem Grund veranstalten viele Bestattungs-Anbieter regelmäßige Trauerfahrten zu den Seefriedhöfen in der Nord- und Ostsee.

Infos zum Beispiel unter www.seebestattungen.de

3. Die Streubestattung
Ein Urnenträger streut die Asche des Verstorbenen über einer dafür vorgesehenen Wiese aus. Die Angehörigen des Verstorbenen stehen währenddessen am Rand und können Blumen und Gebinde niederlegen. Das Ritual kommt aus Skandinavien und ist in Deutschland nur in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen erlaubt. Ortsansässige Beerdingungsinstitute rühmen die Streubestattung als "würdevollen Abschied für Freigeistler".

Mehr Infos zum Beispiel unter www.diskret-bestattung.de

Weitere Bestattungsarten werden nur im Ausland akzeptiert: In den USA lassen immer mehr Angehörige die Asche der oder des Toten unter sehr starker Hitze und chemischer Bearbeitung zu einem Diamanten pressen. Der Prozess dauert einige Wochen, anschließend wird der Stein geschliffen und poliert. Auch eine Luftbestattung ist in anderen Ländern sehr beliebt. Dabei wird die Asche während einer Heißluftballonfahrt in die Atmosphäre gestreut. Ziemlich abgefahren ist die Weltraumbestattung - angeblich will ein US-Unternehmen aus Houston ab 2009 Kapseln mit menschlicher Asche ins All schießen lassen...

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Nicht jeder beschäftigt sich gern mit dem Tod. Dabei soll das äußerst heilsam sein. Deshalb: Kennen Sie schon alle in Deutschland erlaubten Bestattun...
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20.10.2008 16:55
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