Besser essen – Fleisch: Ohne lebt sich's leichter

Dienstag, 21.10.2008

Figurbewusste Hollywoodstars wissen es längst: Vegetarische Ernährung ist der Schlüssel zum Idealgewicht. Doch auch andere Argumente sprechen für ein Leben ohne Fleisch.
Vorbei sind die Zeiten, als Vegetarier als Freaks galten und entsprechende Ernährung grundsätzlich mit schwer kaubaren Bratlingen und Müsli assoziiert wurde. Ein Speiseplan, der auf Fleisch verzichtet, ist kein bisschen weniger abwechslungsreich oder weniger lecker - im Gegenteil. Neben geschmacklichen Vorzügen liefern kulinarische Arrangements auf pflanzlicher Basis weitere unschätzbare Vorteile: Sie liefern jede Menge lebenswichtige Spurenelemente und Vitamine satt. Und: Sofern man einstige Fleischmengen nicht eins zu eins mit Käse ersetzt, droht keine Gefahr, jemals aus Kleidergröße 38 herauszuwachsen. Unter Hollywoodstars hat sich das längst herumgesprochen.
So hat Nährstoffmangel keine Chance
Allerdings: Zu gesunder Ernährung mit Schlank-Effekt gehört weit mehr als einfach nur Fleisch und Fisch zu streichen. Um Nährstoffmangel vorzubeugen, ist es wichtig zu wissen, was der Körper wirklich braucht - und worauf man getrost verzichten kann.
Weglassen: weißer Zucker - er sabotiert die Gesundheit mit überflüssigen Kalorien, der Nährstoffgehalt liegt bei Null. Und er versteckt sich nicht nur in Süßwaren, sondern auch in als gesund angepriesenen Nahrungsmitteln wie Joghurt, Zwieback oder Frühstücksflocken.
Auch Weißmehlprodukte (dazu gehören nicht nur Brot und Kuchen, sondern zum Beispiel auch Pasta) liefern nichts außer leeren Kohlehydraten. In Verbindung mit einer bewegungsarmen Lebensweise sorgen diese beiden Kandidaten auf Dauer für Übergewicht und ein erhöhtes Diabetes-Risiko.
Stattdessen essen: Vollkornprodukte! Sie liefern neben komplexen Kohlehydraten, Vitaminen, lebenswichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen auch eine gesunde Ration Ballaststoffe. Zum Einen bewirken diese Pflanzenfasern, dass Nahrung gründlicher gekaut werden muss, zum anderen sättigen sie auch länger, da sie im Magen aufquellen. Außerdem fördern Ballaststoffe eine gesunde Darmflora und reduzieren den Cholesteringehalt im Blut.
Genauso wie Vollkornprodukte enthalten Obst und Gemüse sekundäre Pflanzenstoffe. Ihnen werden Eigenschaften zugeschrieben, die die Entstehung von Zivilisationskrankeiten verhindern können, sie stärken das Immunsystem und regulieren den Blutdruck.
Appetitverderber: Tierquälerei & Gammelfleisch
Bei den vielen Vorteilen pflanzlicher Nahrung ist es kein Wunder, dass vegetarisches Essen immer populärer wird. Doch auch ethische Beweggründe lassen mehr und mehr Menschen zu Fleisch-Verweigerern werden. Allein in Deutschland werden jährlich über 100 Millionen Tiere geschlachtet - im Sekundentakt sterben Tiere. Furchtbare Mastbedingungen, Rinderwahnsinn und Gammelfleischskandale verderben zunehmend die Lust auf Steak & Co.
Darüber hinaus trägt die Überproduktion an Fleisch zu schwerwiegenden Umweltproblemen bei: Kühe produzieren große Mengen des Ozonkillers Methan, das ungefiltert in unsere Umwelt gelangt. Außerdem werden für die Tierhaltung in weiten Teilen der Erde bis heute großflächig Wälder gerodet. Die Folgen des Raubbaus an natürlichen Luftfiltern mittels Photosynthese sind nicht mehr zu leugnen.
Die gesundheitliche Kehrseite einer fleischhaltigen Ernährung: Sie enthält hohe Mengen Cholesterin, gesättigte Fettsäuren und Purine und begünstigt daher unter anderem Übergewicht, Herzkrankheiten und Gicht. Wer Angst davor hat, ohne Fleisch zu wenig Eisen oder Eiweiß zu sich zu nehmen, der findet in Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide erstklassigen Ersatz. Die berühmten Omega-3-Fettsäuren kommen nicht nur in Fisch vor, sondern auch in Soja-, Raps oder Walnussöl.
Fisch essen ist keine Lösung
Auch der übermäßige Konsum von Fisch und Meeresfrüchten kann heutzutage kaum noch als ethisch akzeptabel oder umweltverträglich eingestuft werden. Die Bestände der beliebtesten Speisefische stehen schon längst auf der Roten Liste. Das Problem der Überfischung ist seit Jahren bekannt. Sie verändert den gesamten maritimen Lebensraum. Fischfarmen sind keine Lösung: Wie alle Masttiere werden auch die Fische mit Antibiotika behandelt. Die Folge: Das Medikament gelangt in die Nahrungskette und wird zum gesundheitlichen Risiko. Allergien und Resistenzen gegen das eigentlich segensreiche Antibiotikum sind Medizinern seit langem bekannt.
Zum Glück ist die Vielfalt an Gemüse, Obst, Getreide, Hülsenfrüchten und Kräutern gigantisch. Einige verborgene Delikatessen wachsen mitunter vor der Haustür. Mit "Unkraut" wie Wiesenbärenklau, Topinambur oder Holunder lassen sich exotische Geschmacksnuancen zaubern…
Autorin Anke Niemeyer ist Begründerin der fem-Partnerwebseite frauenbranchenbuch.com.

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Besser essen
Fleisch: Ohne lebt sich's leichter
Vegetarische Ernährung ist der Schlüssel zum Idealgewicht. Doch auch andere Argumente sprechen für ein Leben ohne Fleisch.
http://www.fem.com/lifestyle/artikel/besser-essen-fleisch-ohne-lebt-sich-s-leichter
21.10.2008 14:23
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