Ausstellungs-Tipp: Douglas Gordon – Guckst du!

Mittwoch, 23.11.2011

Bekannt wurde der Künstler Douglas Gordon dadurch, dass er den Thriller "Psycho" auf 24 Stunden ausdehnte. Jetzt werden seine Werke in Frankfurt gezeigt.

Schon als Kind liebte der Schotte Douglas Gordon Hitchcock-Filme. Als Erwachsenem verhalf ihm diese Obsession zu seinem Durchbruch als Künstler: Er hatte tatsächlich die Nerven, den Thriller-Klassiker "Psycho" auf die Länge eines Tages auszudehnen, indem er jedes Bild zwei Sekunden lang stehen ließ. Vielleicht um ganz genau hinschauen zu können, nachdem ihm die Eltern den Streifen dereinst untersagt hatten. "24 Hour Psycho" taufte er das Werk und es ist anzunehmen, dass der Genuss des gesamten Streifens auch den geistigen Zustand des Betrachters nicht unbeeindruckt lässt. 1993 machte ihn "24 Hour Psycho" international bekannt. Aber Gordon konnte noch länger: Für das Projekt "5 year drive by" blähte er das John-Ford-Epos "The Searchers" auf eine Dauer von fünf Jahren auf.

Minimale Ausbrüche aus der professionellen Routine

Weitaus genießbarer, wenn auch nicht unbedingt leichte Kost, sind seine zeitlich übersichtlicheren Werke. Etwa die Studie des Fußballers Zinedine Zidane, den er während eines Spiels mit 17 Hochgeschwindigkeitskameras einfing. "Zidane: A 21st Century Portrait" stellt den Verlauf des Spiels komplett in den Hintergrund und konzentriert sich auf  Mimik und Gestik des französischen Fußballstars, fängt in Großaufnahme wiederkehrende Bewegungsmuster und minimale Ausbrüche aus der professionellen Routine des Fußballers ein. Zu sehen ist diese Studie nun im MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt im Rahmen einer dem Künstler gewidmeten Einzelausstellung, in der es auch sonst gewaltig flimmert.

Reise nach Warschau - und in die Vergangenheit

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Auch seine neueste Film-Installation k.364 ist Teil des Portfolios. Der kryptische Titel steht für "Köchelverzeichnis Nr. 364" und verweist auf eine Sinfonie von Mozart. Darin begleitet der Künstler zwei Musiker des Kammerorchesters des Polnischen Rundfunks auf dem Weg zu einer Aufführung dieses Werks. Doch er filmt nicht nur ab, sondern hört auch zu, auf der langen Zugreise. Gesprächen, die sich um die Vergangenheit der Protagonisten drehen und die ihrer Eltern. Und so geht die Reise nicht nur nach Warschau, sondern auch in die Vergangenheit, zurück in die Zeit der polnischen Juden während des Zweiten Weltkriegs.

Minimalistisch und berührend
Weiteres Highlight der Schau, die auch Fotografien, Texte, Skulpturen und Klanginstallationen von Gordon zeigt, "Play Dead; Real Time", der einen Elefanten beim Hinlegen portraitiert - minimalistisch und berührend. Für "Henry Rebel", ließ er den Schauspieler Henry Hopper Szenen des Films "Rebel Without a Cause" ("Denn sie wissen nicht, was sie tun") eigenwillig neu interpretieren.

Die Ausstellung "Douglas Gordon" ist noch bis zum 25. März 2012 im Frankfurter Museum für Moderne Kunst zu sehen. Weitere Informationen unter: www.mmk-frankfurt.de

Bekannt wurde Videokünstler Douglas Gordon indem er den Thriller "Psycho" auf 24 Stunden ausdehnte, jetzt werden seine Werke in Frankfurt gezeigt.

Komm, DVDs gucken. Nee, lieber Videos - von Douglas Gordon. Derzeit geballt zu sehen im Frankfurter Museum für Moderne Kunst.

 

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