Ausstellung: No Fashion, please! – Nicht normal!

Mittwoch, 30.11.2011

Wer eine Verschnaufpause von glatt gebügelten Schönheitsidealen und Rollendarstellungen braucht, ist in der Ausstellung "No fashion, please!" richtig. 

Improvisierte Knieschoner zu High Heels und blauer, zweideutig gefüllter Umhängetasche, die auf den ersten Blick auch als überdimensioniale Unterhose durchgehen könnte. Nein, en vogue ist dieses von der Fotografin Viviane Sassen inszenierte Ensemble nicht. Und passt damit perfekt in die Ausstellung "No fashion, please! Fotografie zwischen Gender und Lifestyle", die derzeit in der Wiener Kunsthalle in der Modefotografie gängige Schönheitsideale und traditionelle Geschlechterrollen provokant bis humorvoll missachtet.

Männer in Frauenposen

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Die 33-jährige Fotografin Sophia Wallace beispielsweise lichtet Männer in Posen ab, wie wir sie sonst nur von weiblichen Models kennen. Leerer Blick, geöffneter Mund, reduzierte Körperspannung ... mehr braucht es nicht, um das konventionelle Bild von Männlichkeit zu brechen. Das Ergebnis: hervorragende Portraits, die deutlich machen, welche Manipulationskraft die Bilder besitzen, die unsere Gesellschaft prägen.

Kunst als Trojanische Pferd

"Fotografie kann großen Schaden anrichten", findet die 33-Jährige, "auf diese Beschädigungen reagiere ich am besten mit meinen Fotos. Ich nutze die Techniken der Mode- und Werbefotografie wie ein Trojanisches Pferd, um mich einzuschmuggeln und dann meine Ideen zu Geschlecht, Feminismus und allen möglichen anderen Themen zu platzieren."

Knapper Slip zu blonder Perücke

Ähnlich subversiv sind auch die Arbeiten des deutschen Fotografen Matthias Herrmann, der sich selbst sein liebstes Model ist. Er inszeniert sich in verschiedensten Rollen, die Konsumgesellschaft oder das von Werbung und Medien verbreitete Schönheitsideal ad Absurdum führen. So präsentiert er seinen gestählten Körper beispielsweise lediglich mit einem knappen, gelben Slip und einer blonden Perücke bekleidet und stellt die Frage:"If I am not young and I'm not beautiful, who am I?"

Glattgebügelte Mainstream-Ästhetik

Insgesamt 19 verschiedene Fotokünstler beziehen mit ihren Arbeiten auf ihre ganz eigene Weise Stellung zur glattgebügelten Mainstream-Ästhetik und Gender-Repräsentation. Darunter auch der niederländische Fotograf Erwin Olaf, Chan-Hyo Bae, Tracey Baran, Jeff Bark, und Bruce Weber. "No Fashion, please!" ist noch bis zum 22. Januar 2012 in der Wiener Kunsthalle zu sehen.

Weitere Informationen: www.kunsthallewien.at

Herkömmliche Vorstellungen von Mode und Schönheit hinterfragt die Ausstellung "No fashion, please!" auf sehr unterhaltsame Weise.

Trägt man das jetzt so? Nee, außer man steht der Fotografin Viviane Sassen Modell. Mehr Ansichten, die unsere Vorstellungen von Mode, Schönheit und Geschlechterrollen aufs Korn nehmen, gibt es in der Ausstellung "No fashion, please" in der Wiener Kunsthalle zu sehen.

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Ausstellung: No Fashion, please!
Nicht normal!
Wer eine Verschnaufpause von glatt gebügelten Schönheitsidealen und Rollendarstellungen braucht, ist in der Ausstellung "No fashion, please!&quo...
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30.11.2011 15:04
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