Anette Göttlicher im Interview – Wer ist eigentlich Paul?

Freitag, 15.01.2010

Anette Göttlichers Buch "Wer ist eigentlich Paul?" ist in aller Munde. Doch wie wird man eigentlich einen Bad Boy los? Das große Interview.
Bad Boy, Mistkerl oder "keiner von den Guten" - der Typ Mann, auf den wir immer wieder hereinfallen, hat viele Namen. In Anette Göttlichers Büchern heißt er Paul. Paul, gutaussehend, charmant, aber extrem schlecht im SMS-Schreiben, bricht der Münchner Singlefrau Marie das Herz - und das nicht nur einmal. Insgesamt vier Bücher sind bisher erschienen, die Titel wie "Aus die Maus" oder "Sind sie nicht alle ein bisschen Paul?" tragen. fem.com hat Anette Göttlicher (34) zum Interview getroffen und sie nicht nur über die Zukunft von Marie und Paul befragt, sondern auch, wie man einen Paul eigentlich endgültig loswird.


Frau Göttlicher, die Frauenwelt diskutiert über Ihr Buch "Wer ist eigentlich Paul?" Haben Sie mit diesem Erfolg gerechnet?
Nein, das kam völlig überraschend. 2002 habe ich eine Online-Kolumne aus Sicht der Marie geschrieben, eben dieser jungen Münchner Singlefrau, die Paul kennenlernt und darüber schreibt, dass er sich nicht bei ihr meldet und wie er ihr damit das Herz bricht. Plötzlich hat mich der Rowohlt-Verlag angerufen, der aus der Story gerne ein Buch machen wollte.
Wieviel von Marie steckt in Ihnen selbst?
Vom Charakter her könnte sie durchaus meine Schwester sein. (lacht) Nein, viel von dem, was in Marie steckt, setzt sich aus meinen Freundinnen oder Bekannten zusammen, manche Sachen habe ich auch selbst erlebt. Aber das große Ganze ist ausgedacht.
Aber es scheint, jede von uns war schon mal in einen Paul verliebt, oder?
Das stimmt, ja. Ich habe sehr viel Kontakt zu meinen Leserinnen - da wimmelt es nur so von Pauls. In meinem Bekanntenkreis ist das ähnlich, eine Freundin von mir hat mir nach ein paar Bier am Abend ihres Junggesellinnenabschieds von ihrem eigenen Paul vorgeschwärmt und wollte sogar die Hochzeit platzen lassen. Es ist unglaublich, was für eine Welle die Bücher ausgelöst haben.


Wollen Ihre Leserinnen von Ihnen Tipps haben, wie Sie mit ihrem Paul umgehen können?
Die meisten wollen ihre Geschichte einfach nur loswerden und sich alles von der Seele schreiben. Und viele sind richtig froh darüber, dass sie nicht die einzigen sind, die so blöd waren, auf einen Paul reinzufallen.
Wie werde ich einen Paul am besten los?
Schwierige Frage. Ich glaube, man muss das erstmal einfach laufen lassen. Je mehr man dagegen ankämpft, desto schlimmer wird es. Viele leiden ja nur ein bisschen darunter, finden es aber irgendwie auch ganz schön. Unerfüllte Liebe und Sehnsucht ist ja manchmal auch was ganz Tolles - und bei uns Frauen kommt immer eine kleine Portion Drama Queen dazu.
Was aber, wenn ich wirklich unter meiner unerfüllten Liebe zu Paul leide?
Wenn es so richtig unangenehm wird, dann sollte man sich den Typen mal genauer anschauen. Was schreibt der denn auf Facebook und Twitter & Co., hat der wirklich Humor, ist der wirklich so toll, wie er sich gibt? Meistens stellt man fest, dass gar nicht so viel dahinter steckt. Und im Ernstfall: Stellen Sie sich einfach vor, wie Sie mit Paul über Klopapier streiten. Spätestens, wenn Sie mit ihm zusammenkommen, ist es nämlich wirklich mit der großen Romantik vorbei.
Pauls sind ja - trotz allem - irgendwie auch spannend. Kann man mit einem Nicht-Paul auf Dauer glücklich werden?

Das kommt ganz auf den Typ Frau an und darauf, was Sie von einer Beziehung erwarten. Manche Frauen brauchen einfach das ständige Auf und Ab oder On und Off. Wenn man Mitte Zwanzig bis Dreißig ist, ist das auch nochmal was ganz anderes, als zehn Jahre später. Da hat man vielleicht schon den Wunsch nach einer Familie und der Paul an sich eignet sich in den seltensten Fällen für Alltag oder Kinder.


Ihre Romane spielen in München, mit Nennung von Bars, Clubs oder Restaurants. Haben Sie die alle selbst ausprobiert?
Die Locations habe ich alle persönlich ausgesucht. Früher bin ich dort ein- und ausgegangen, jetzt habe ich ja eine kleine Tochter. Auch die Straßennamen und die Wohnungsbeschreibungen stammen aus dem "echten Leben." Ich recherchiere das sehr sorgfältig und gehe zeitweise mit Notizbuch und Fotoapparat durch München, damit das Haus, was ich beschreibe, wirklich gelb und nicht blau ist.


Können Sie sich vorstellen, dass die Bücher irgendwann verfilmt werden?
Ja, die UFA hat sich bereits die Rechte gesichert. Was genau damit passiert, wird sich im nächsten Jahr entscheiden.


Wen würden Sie am liebsten in den Hauptrollen sehen?
Als Paul könnte ich mir Sebastian Bezzel super vorstellen, vom Typ her würde das sehr gut passen. Als Marie fände ich Mavie Hörbiger toll. Allerdings könnte Marie auch gut von jemandem gespielt werden, der nicht ganz so hübsch ist. (lacht) Nein, Marie sieht gut aus, ist aber eher eine durchschnittliche Frau, vielleicht findet man für die Besetzung jemanden, der noch besser passt. Das würde mich sehr freuen.
Wie geht es mit Marie und Paul weiter?
Ich arbeite gerade am fünften Teil von Paul und Marie. Ich will noch nicht so viel verraten, aber Marie hat sich weiter entwickelt und es hat sich viel getan in ihrem Leben. Und Paul wird wahrscheinlich wieder auftauchen. (lacht)
Ist ein Ende von Marie und Paul in Sicht?
Man könnte die Reihe auch fortsetzen, bis Marie alt und grau ist, aber ich wollte immer aufhören, wenn es am schönsten ist.

"Wer ist eigentlich Paul?

Maries Tagebuch" von
Anette Göttlicher,
erschienen im
Rowohl Verlag.
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Mehr Informationen: Hier geht's zum Blog von Anette Göttlicher.

Anette Göttlicher im großen Interview mit fem.com

Autorin Anette Göttlicher hat viele Gesichter, ihre Romanfigur Marie ist sie aber nicht. fem.com hat sie zum Interview getroffen.

 

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http://www.fem.com/lifestyle/artikel/anette-goettlicher-im-interview-wer-ist-eigentlich-paul
15.01.2010 11:32
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