Altersarmut vorbeugen: Tipps für Frauen – Für die Zukunft!

Mittwoch, 06.10.2010

Armut im Alter droht vor allem Frauen. Eine Expertin sagt, wie Sie schon jetzt gezielt vorbeugen können.

Gesetzliche Renten für Frauen in Deutschland sind im Durchschnitt nur etwa halb so hoch wie die für Männer. Auch wenn sich die Abstände allmählich verringern, rechnen Experten in der gesamten Altersvorsorge weiter mit einer "weiblichen Rentenlücke" in Billionenhöhe.

Gerade Frauen sind also von Altersarmut bedroht und sollten sich rechtzeitig mit ihrer finanziellen Situation im Ruhestand beschäftigen.

fem.com hat Tatjana Höchstödter, Expertin für private Altersversorgung bei der ERGO Versicherungsgruppe, gefragt, was Frauen konkret tun können.

Frau Höchstödter, warum sind die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der gesetzlichen Rente so groß?

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Hauptursache ist nach wie vor, dass Frauen im Durchschnitt 20 Prozent weniger verdienen als Männer und damit weniger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Dazu kommen lange Unterbrechungen: Immer noch kümmern sich vor allem Frauen um die Erziehung der Kinder oder die Pflege von Angehörigen. Gerade in der für die Altersvorsorge wichtigen Phase der Lebensmitte, also zwischen 30 und 59 Jahre, sind zwei Drittel der Frauen entweder in Teilzeit oder gar nicht beschäftigt.

Die Tätigkeit als Hausfrau wird also kaum für die Rente anerkannt ...

Genau. Wenn sich eine Hausfrau jahrelang um Familie und Haushalt kümmert, verdient diese Tätigkeit hohe gesellschaftliche Anerkennung. Der gesetzliche Rentenanspruch daraus ist allerdings gering bis gar nicht existent. Problematisch ist auch, dass in dieser Zeit die private Vorsorge häufig nicht aufrecht erhalten werden kann, weil das Geld fehlt.


Was können Frauen tun, um ihre finanzielle Versorgung im Alter zu sichern?
Ein erster Schritt sollte es sein, mögliche Erziehungszeiten für die Bemessung der gesetzlichen Rente berücksichtigen zu lassen. Ein Beispiel: Für Kinder, die 1992 oder später geboren worden sind, werden dem Elternteil, der die Kinder hauptsächlich betreut hat, drei Jahre Beitragszeit nach dem Durchschnittseinkommen gutgeschrieben. Damit die Kindererziehungszeiten im Versicherungskonto berücksichtigt werden, ist es jedoch erforderlich, einen Antrag beim Rentenversicherungsträger zu stellen.


Das allein dürfte aber kaum reichen, um die Altersvorsorge spürbar zu verbessern ...

Nein, genauso notwendig ist es, privat fürs Alter vorzusorgen. Eine Emnid-Umfrage in unserem Auftrag hat ergeben, dass Frauen meist aus Geldmangel nicht privat fürs Alter vorsorgen. Dabei muss dies nicht teuer sein, wie das Beispiel Riester-Rente zeigt. Um in den Genuss staatlicher Zulagen zu kommen, müssen mindestens vier Prozent des Vorjahreseinkommens in den Vertrag eingezahlt werden. Das ist für Frauen gerade dann attraktiv, wenn sie Teilzeit arbeiten und ihre Kinder in den Vertrag aufnehmen. Durch die staatliche Grundzulage in Höhe von 154 Euro und Kinderzulagen von bis zu 300 Euro pro Kind bleibt unterm Strich ein relativ geringer Eigenbeitrag.
Was empfehlen Sie jungen Frauen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen und für die Kinderbetreuung erst in einigen Jahren ein Thema sein wird?

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Berufsanfängerinnen sollten die Jahre, in denen sie voll arbeiten, auf jeden Fall für die Altersvorsorge nutzen, etwa für eine private Rentenversicherung. Wenn später das Einkommen sinkt, ist es möglich, den Beitrag anzupassen oder den Vertrag beitragsfrei zu stellen. Gerade für gut verdienende Berufsanfängerinnen kann eine abgekürzte Beitragszahlungsdauer von Vorteil sein: Der monatliche Beitrag beispielsweise für eine Rentenversicherung liegt dann zwar höher. Aber auf diese Weise wird gleich zu Anfang vergleichsweise viel Kapital angespart. Dadurch fällt über die Zeit der Zinseszinseffekt stärker aus. Dies wiederum ist dann ein Ausgleich dafür, dass die Beitragszahlung deutlich früher endet, beispielsweise schon nach zehn statt nach 40 Jahren und damit trotzdem die gleiche Rentenleistung finanziert wird. Auf diese Weise können Frauen schon in jungen Jahren dafür sorgen, dass sie im Alter finanziell auf der sicheren Seite sind.

Altersvorsorge bei Frauen

In jungen Jahren schon an die Altersvorsorge zu denken, fällt schwer. Trotzdem sollten sich vor allem Frauen rechtzeitig Gedanken über eine ausreichende Absicherung machen.

 

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06.10.2010 13:52
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