All-Tourismus – Völlig losgelöst...

Donnerstag, 23.10.2008

Die Auswahl an irdischen Urlaubszielen mit Exotik-Faktor wird immer kleiner. Was für ein Glück, dass der Tourismus sich langsam aber sicher das All erschließt...

"Unser Ziel ist es, den Weltraum als ganz normales Reiseziel anzubieten und so die Nachfrage anzukurbeln", sagt Thomas Wagner, Geschäftsführer von www.ab-in-den-Urlaub.de. Hier können Hobby-Astronauten in Spe ab sofort drei verschiedenen Space-Trips buchen. Für All-Anfänger empfiehlt sich zum Einstieg der Flug in die Schwerelosigkeit, auch Parabelflug genannt. In einer umgebauten Boeing B727 geht es hinauf auf 6500 Meter, dann fliegt der Jet in einer Parabelkurve wieder abwärts. Die Folge: die Passagiere erleben Schwerelosigkeit wie im Weltraum. Ein Trip umfasst 15 Parabeln. Ein Vorbereitungstraining ist nicht nötig. "Es kann jeder teilnehmen, der auch Achterbahn fährt", erklärt der Anbieter. Und jeder, der die erforderliche Buchungsgebühr von umgerechnet 3740 Euro abzweigen kann.

Die Erde aus einer Entfernung von 100 Kilometern

Geld sollte bei Astronauten-Ambitionen ohnehin besser reichlich vorhanden sein, denn All-Tourismus ist ein verdammt teures Unterfangen. Umso weiter man sich vom Erdball entfernt, umso teurer wir der Space-Spaß. Stufe Zwei: Der Suborbitalflug, also der Flug zur Weltraumgrenze. Aus einer Suborbital-Raumfähre können die Passagiere die Erde aus einer Entfernung von 100 Kilometern betrachten. Diese Raumfähren fliegen bereits im Testbetrieb. Die behördliche Genehmigung für ihren touristischen Einsatz steht zwar noch aus, Plätze können jedoch schon jetzt gebucht werden. Momentan wird davon ausgegangen, dass die ersten Linienflüge ins All im Jahre 2010 starten. Die Kosten für Flug, viertägiges Vorbereitungstraining, Verpflegung, Unterkunft und Reiserücktrittsversicherung liegen bei rund 75.000 Euro.

"Genug Platz, um das Schweben in Schwerelosigkeit ungestört genießen zu können."

Virgin Galactic, das All-Tourismus-Projekt von Milliardär Richard Branson peilt Suborbitalflüge bereits für kommendes Jahr an. Die Virgin-Fähren sollen pro Flug sechs Personen transportieren, nach einer Startphase mit einem Flug pro Woche peilt das Unternehmen mittelfristig tägliche Starts an. "Jeder Astronaut wird an einem Fensterplatz sitzen, es wird ausreichend Platz für jeden einzelnen zur Verfügung stehen, um das Schweben in der Schwerelosigkeit ungestört genießen zu können", lockt man bei Designreisen, dem deutschen Reiseveranstalter der Virgin-Trips.

Mit der Soyuz-Kapsel zur Weltraumstation ISS

Der ultimative Space-Traveller-Traum dürfte jedoch der Orbitalflug sein: Alle sechs Monate startet die russische Raumfähre Soyuz von Star City bei Moskau mit einer neuen Besatzung zur Raumsation ISS. Pro Flug ist Platz für einen einzigen All Touristen. Im Reisepreis von 25,2 Millionen enthalten sind neben dem Hin-und Rückflug und Vollpension auf der ISS auch ein sechsmonatiges Vorbereitungstraining, Unterkunft und Verpflegung in Star City sowie alle erforderlichen medizinischen Tests. Auch um Kleidung oder Verständigungsprobleme muss sich der All-Neuling keine Sorgen machen – ebenfalls im Buchungspaket inklusive: ein Raumanzug und Russischunterricht.

Infos:

www.ab-in-den-urlaub.de

www.designreisen.de

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