Anti-Aging-Tricks aus Okinawa

So werden Sie 100 Jahre

Das Buch "So werden Sie 100 Jahre: Das Geheimnis von Okinawa" enthüllt die fünf elementaren Säulen für ein langes und gesundes Leben.

Steinalt zu werden und dabei gesund und schlank, körperlich und geistig fit zu bleiben hört sich wie ein Wunschtraum an. In Okinawa ist beste Gesundheit im Alter es Realität: Auf der zu Japan gehörenden Inselgruppe im Südpazifik leben die meisten Hundertjährigen der Welt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt mit 86 Jahren für Frauen und 78 Jahren für Männer weit über dem, was irgendwo sonst auf der Welt üblich ist. Die Autorin Ulla Rahn-Huber machte sich gemeinsam mit ihrer Tocher und einem ortskundigen Dolmetscher während einer einmonatigen Recherchereise für das soeben erschienene Buch "So werden Sie 100 Jahre" (erschienen im mvg Verlag) auf die Suche nach dem Geheimnis der "jungen Alten" und kennt die fünf Grundpfeiler für ein langes und gesundes Leben:

1. Ernährung

"Die Menschen hier scheinen ein besonderes Gespür dafür zu haben, was gesund ist. Die traditionelle Küche Okinawas setzt genau das um, was die moderne Ernährungswissenschaft heute als gut und richtig erkennt: Reichlich dunkelgrünes Gemüse, Algen, Fisch und Meeresfrüchte stehen auf dem Speiseplan. Das wenige Fleisch, das gegessen wird, wird so lange gekocht, bis das letzte bisschen Fett verschwunden ist. Der absolute Star in der Küche ist die Bittergurke 'Goya': In punkto Vitamin- und Mineralstoffgehalt ist sie nicht zu toppen. In Deutschland ist sie schwer zu bekommen, und ihre bittere Note ist auch nicht unbedingt jedermanns Geschmack. Die gute Nachricht: Die Goya gehört zu den Kürbisgemüsen. Und Kürbisse sind ja hierzulande problemlos erhältlich."

Okinawa
Die Insel der jungen Alten
Diese Verkäuferin ist 102 Jahre alt. In der okinawischen Sprache existiert kein Wort für Ruhestand.Supergesund, aber gewöhnungsbedürftig für den europäischen Gaumen: Die Bittergurke Goya.Algen satt: das Meeresgemüse darf in Okinawa bei keiner Mahlzeit fehlenGarantiert frisch: Auf dem Makishi-Market in der Inselhauptstadt Naha wird der Fang eines Tages verkauft. Wer mag, kann sich ein Exemplar aussuchen, und es sich eine Etage höher in einem der Restaurants zubereiten lassen.Meister Higa in seinem Element: Karatetraining in seinem Dojo in Naha City.

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2.  Bewegung

"Okinawa ist die Wiege des Karate. Die Kampfkunst wird gerade von Männern oft bis ins hohe Alter praktiziert. Frauen dagegen pflegen auch mit 100 noch begeistert die alten Tänze. Die Morgengymnastik ist für die meisten ein tägliches Muss. Am Nachmittag wird für zwei bis drei Stunden leidenschaftlich 'Gateball' gespielt - eine einheimische Cricket-Variante, die bei den Rekord-Alten hoch im Kurs steht. Dazu kommt ein recht bewegter Alltag. Etwa in Form von Gartenarbeit. Diese wird von den Okinawern nicht als Mühe sondern als Freude erlebt."
 

3.  Gemeinschaft

"In Dörfern wie Ogimi im Norden Okinawas, in dem besonders viele Hundertjährige leben, ist es nicht anders als überall sonst auf der Welt: Die Jungen sind weggezogen, weil es hier keine Arbeit gibt. Die Alten sind also oft unter sich. Einsam sind sie dennoch nicht. Ein Netz von Nachbarn, Freunden, Verwandten sorgt dafür, dass nur der allein ist, der auch allein sein will. Hier schaut jeder nach jedem, und so kommt es, dass die allermeisten Supersenioren sich selbständig versorgen und im eigenen Haus wohnen bleiben können."

4. Die Lebensaufgabe

"'Wir haben eine Kultur für alte Leute', erklärte uns unser okinawischer Freund Takashi Kinjo. Beim Rundgang über den Makishi-Market im Zentrum der Inselhauptstadt Naha verstehen wir, was er meint: Nicht nur viele alte Menschen kommen als Kunden hierher, sie werden auch an den Ständen von Alten bedient. Haru Nagamine zum Beispiel ist knapp 90, kommt aber täglich, um das Obst aus dem eigenen Garten zu verkaufen. Warum er gern alte Leute einstellt, fragten wir einen Standbesitzer, der vor kurzem eine 102-jährige Verkäuferin eingestellt hat. 'Eine Oma am Stand bringt dir mindestens zehn Omas als Kundinnen', erklärte er uns lachend. Interessant ist, dass es das Wort 'Ruhestand' in der alten Sprache des Archipels nicht gibt: Sich allein aus Altersgründen zur Ruhe zu setzen, kommt den Menschen hier nicht in den Sinn. 'Viel zu langweilig', lautet der einhellige Kommentar der Superalten. Sie wollen eine Aufgabe haben: Ikigai nennt man das in Okinawa - einen Grund zum Leben."

5. Spiritualität

"Im traditionellen Okinawer ist der Glaube an die Ahnen tief verwurzelt. Anders als an den meisten anderen Orten der Welt liegt hier Ausübung kultischer Handlungen ausschließlich in weiblicher Hand. Nur Frauen können mit den Ahnen reden, und je älter sie sind, desto direkter ihr Draht in den Himmel. Dies erklärt, warum gerade die Superalten ein so hohes Ansehen genießen. Noch ein bisschen weiter zu leben, ist für sie eine liebe Pflicht: Sie wollen ihre Familie doch nicht im Stich lassen. Wer sonst könnte schließlich um einen guten Job für die Enkel bitten? In jedem Haus steht ein Altar für die Ahnen. Und es vergeht kein Tag, an dem man nicht eine Gabe für einen Verstorbenen bereit legt. In der Auswahl ist man ganz pragmatisch: etwas, das er besonders mochte – zum Beispiel ein Gläschen Awamori (so heißt der einheimische Reisschnaps). Wenn es dann doch irgendwann Zeit zum Abschied nehmen ist, gehen die Alten leichten Herzens, denn sie wissen, dass der Tod nicht das Ende bedeutet. Ihre Reise führt sie über das Meer an einen Ort jenseits des Horizonts. Einmal im Jahr kehren Sie ins Reich der Lebenden zurück. Wenn sich im Mai die ganze Familie am Grab zu einem mehrtägigen Picknick trifft, sind auch die Ahnen vor Ort, um sich daran zu erinnern, wie schön das Leben ist …"


"So werden Sie 100 Jahre: Das Geheimnis von Okinawa" von Ulla Rahn-Huber mit zahlreichen Fotos von Eva Huber (erschienen im mvg Verlag, 19,90 Euro). Erhältlich zum Beispiel über Amazon.de.





13.05.2009 - 16:50

 


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Tags:
Japan, Reise, Bücher
   
     

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