Sexsucht: Wenn das Liebesspiel zur Last wird

Freitag, 19.02.2016

An Sexsucht leiden mehr Menschen, als viele denken. Doch woran erkennst du, dass du an Hypersexualität leidest und wie kann die psychische Krankheit behandelt werden? Hier erfährst du mehr zum Thema.

Bei Sexsucht oder auch Hypersexualität handelt es sich um eine zwanghaft ausgeübte Sexualität, die über normales Sexualverhalten hinausgeht. An dieser Störung leidende Menschen erfahren oft einen hohen Leidensdruck durch ihr extremes Verlangen, das, je länger die Krankheit anhält, immer schwerer zu befriedigen ist. Wie man erkennen kann, dass man sexsüchtig ist und was die Ursachen dafür sind, erfährst du hier.

Symptome: Leide ich an Sexsucht?

Die Symptome für Sexsucht sind vielfältig. Sie als solche zu erkennen, ist daher fast schon eine Kunst:

  • Für die Außenwelt bedingt wahrnehmbare Symptome von Sexsucht sind, exzessive Masturbation, täglicher Pornografie-Konsum und häufig wechselnde Sexpartner.
  • Sex nimmt entsprechend einen sehr wichtigen Platz im Leben des Betroffenen ein. Langsam verliert er die Kontrolle über sein Sexualverhalten und andere Interessen geraten immer mehr in den Hintergrund.
  • In vielen Fällen dient Sex der Betäubung von anderen seelischen Leiden. Diese können von Stress über Trauer bis zu anderen Süchten wie Medikamentensucht oder Alkoholismus reichen.
  • Oft wird Sex nicht mehr als befriedigend empfunden oder die Befriedigung hält nur für kurze Zeit an. Wird die Sucht nicht befriedigt, äußert sich das häufig in Angst- und Leeregefühlen.

Bei Hypersexualität verstärken sich die Symptome oft mit der Zeit und die sexuellen Erlebnisse müssen immer intensiver werden, damit der Sexsüchtige eine Form der Befriedigung erfährt.

Gefahren einer Sexsucht

Neben der psychischen Belastung, die eine Sexsucht mit sich bringt, gehen noch andere Gefahren von der Krankheit aus.

Da Betroffene meist häufig wechselnde Geschlechtspartner haben, ist das Risiko einer möglichen Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit erhöht. Hier besteht nicht nur Gefahr für den Sexsüchtigen, sondern auch für die Menschen, die mit ihm schlafen und sich möglicherweise anstecken könnten.

Eine weiteres, sehr ernst zu nehmendes Problem bei Sexsucht, ist der bereits oben genannte Kontrollverlust des Erkrankten, welcher in schweren Fällen sogar zu Sexualdelikten führen kann. Diese können dann von Exhibitionismus und sexueller Belästigung bis hin zu Vergewaltigungen reichen.

Ursachen für Hypersexualität

Die Ursachen für eine Sexsucht können vielfältig sein. So können psychologische Faktoren, genetische Veranlagung, aber auch körperliche Erkrankungen für das gesteigerte sexuelle Verlangen verantwortlich sein.

Genetische Prädisposition

Laut dem Medizinportal onmeda.de kämen Sexsüchtige recht häufig aus Familien, in denen auch Alkoholismus ein Problem darstelle. Das könne darauf hinweisen, dass eine Veranlagung zur Sexsucht bereits in den Genen verankert sei.

Psychologische Aspekte

Manche Sexsüchtige sind in ihrer Kindheit auch Opfer von Missbrauch gewesen und nutzen den Sex als Verdrändungsmöglichkeit für das Erlebte.

Wissenschaftler vermuten außerdem, dass der Grundstein für die Sexsucht bereits bei den ersten sexuellen Kontakten gelegt wird, da hier die intimen Erlebnisse oft als besonders intensiv und positiv erlebt werden. Jedes Mal, wenn dem Betroffenen etwas Unangenehmes widerfährt, versucht er es demnach unbewusst durch Sex zu kompensieren.

Physische Erkrankungen

Ein Beispiel für Sexsucht als Resultat einer körperlichen Erkrankung kann ein Tumor in der Nebennierenrinde sein, heißt es auf Onmeda.de. Hier produziert der Tumor in seltenen Fällen Sexualhormone, die für ein gesteigertes sexuelles Verlangen verantwortlich sein können.

Was hilft gegen zu viel Lust auf Sex?

Sexsucht

Wie bei jeder Sucht oder Zwangsstörung muss sich der Betroffene erst einmal darüber klar werden, dass sein Verhalten über das durchschnittliche Maß hinausgeht. Ist das Problem einmal erkannt, sollte im nächsten Schritt ein passender Experte aufgesucht werden. Meist wird bei Sexsucht – sofern physische gründe ausgeschlossen sind - eine kognitive Verhaltenstherapie angewandt. Hier wird besonders darauf geachtet, dass der Betroffene den richtigen Umgang mit seiner übersteigerten Lust auf Sex erlernt und negative Gefühle nicht mehr mit Sex zu verdrängen versucht.

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Bin ich süchtig nach Sex?

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19.02.2016 11:00
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