Wirkstoffe der Pille danach: Das sind die Unterschiede

Mittwoch, 08.10.2014

In Deutschland ist die Pille danach auf Basis zweier verschiedener Wirkstoffe erhältlich: Levonorgestrel und Ulipristalacetat. Doch wodurch unterscheiden sich diese eigentlich?

Mithilfe der Pille danach kann eine ungewollte Schwangerschaft auch nach einer Verhütungspanne in den meisten Fällen noch verhindert werden. Anders als in vielen anderen Ländern führt der Weg zur Pille danach in Deutschland immer noch über einen Arzt. Denn das Notfallverhütungsmittel ist trotz aktueller Debatten weiterhin rezeptpflichtig. Üblicherweise entscheidet der Arzt, ob er ein Präparat mit dem Wirkstoff Levonorgestrel oder lieber eine Pille auf Basis von Ulipristalacetat, kurz: Ulipristal, verschreibt. Die Unterschiede zwischen beiden Wirkstoffen werden der Patientin nicht immer erläutert. Dabei kann es nicht schaden, sie zu kennen.

Pille danach mit Levonorgestrel

Levonorgestrel ist ein synthetisches Gelbkörperhormon, das dafür sorgt, dass der Eisprung gehemmt wird und verzögert stattfindet. Zusätzlich soll die Pille danach auf Basis von Levonorgestrel auch eine Verdickung des Gebärmutterhalsschleims verursachen, die das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter erschwert. Damit ein solches Präparat eine ungewollte Schwangerschaft verhindern kann, muss es innerhalb von 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden – je früher dies geschieht, desto unwahrscheinlicher kommt es zu einer Schwangerschaft. Eine Einnahme bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft gilt "pta-aktuell.de" zufolge als unbedenklich.

So wirkt Ulipristalacetat  

EllaOne, die Pille danach mit dem Wirkstoff Ulipristal, verhindert den Eisprung hingegen, indem sie eine Andockung des Sexualhormons Progesterin an seine Rezeptoren hemmt. Progesteron spielt eine wichtige Rolle bei der Einnistung des Eis in der Gebärmutter und sorgt vor allem in der Frühphase für die Erhaltung einer Schwangerschaft. Weil Präparate auf Basis von Ulipristal das Hormon Progesteron beeinflussen, dürfen sie nicht bei bestehenden Schwangerschaften eingenommen werden.

Im Gegensatz zu der Pille danach mit Levonorgestrel können Notfallverhütungsmittel mit Ulipristal allerdings noch bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Sex eine ungewollte Schwangerschaft verhindern. Auch die Pille danach auf Basis von Ulipristal wirkt besser, je früher sie eingenommen wird. Obwohl schon häufiger die These aufgestellt wurde, dass Ulipristal dem Wirkstoff Levonrgestrel auch während der ersten drei Tage überlegen ist, gibt es bislang keine wissenschaftlichen Belege für diese Annahme. Deshalb ist in den ersten drei Tagen nach einer Verhütungspanne üblicherweise Levonorgestrel das Mittel der ersten Wahl.

Hier geht's zum Google Plus Profil von Liebe & Lust Google+

fotolia-pille-610-464px

fem.com erklärt Ihnen die Unterschiede der zwei Pille danach Wirkstoffe.

Weitere Artikel

article
39179
Wirkstoffe der Pille danach: Das sind die Unterschiede
Wirkstoffe der Pille danach: Das sind die Unterschiede
In Deutschland ist die Pille danach auf Basis zweier verschiedener Wirkstoffe erhältlich: Levonorgestrel und Ulipristalacetat. Doch wodurch untersche...
http://www.fem.com/liebe-lust/news/wirkstoffe-der-pille-danach-das-sind-die-unterschiede
08.10.2014 18:30
http://www.fem.com/var/fem/storage/images/media/images/news-bilder/fotolia-pille-610-464px/576614-1-ger-DE/fotolia-pille-610-464px_contentgrid.jpg
Liebe & Lust

Kommentare