Welt-Aids-Tag: Häufig bleibt die HIV-Infektion unentdeckt

Donnerstag, 01.12.2016

In Deutschland infizieren sich jedes Jahr etwa 3.200 Menschen mit HIV. Das liegt vor allem daran, dass viele Menschen ihren HIV-Status nicht kennen.

Rund 37 Millionen Menschen leben weltweit mit HIV. Jedes Jahr kommen etwas zwei Millionen dazu. Der 1. Dezember ist der Welt-Aids-Tag, der den Fokus auf die Krankheit lenken soll und dafür sensibilisieren soll, dass Leute mit HIV oder Aids nicht aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt werden sollen.

HIV in Deutschland

Laut Robert-Koch-Institut leben in Deutschland derzeit rund 84.700 Menschen mit dem Humanen Immundefizienz-Virus, kurz: HIV. "Nach gesunkenen Neuinfektionsraten in den 90er-Jahren und einem erneuten Anstieg bis etwa 2005, bewegen sich die Zahlen bei den Neuinfektionen seither auf einem relativ stabilen, aber unverändert hohen Niveau", sagt Osamah Hamouda, Leiter der RKI-Fachgruppe HIV/Aids und andere sexuell oder durch Blut übertragbare Infektionen. Wie "Die Welt" berichtete, dürfte die Dunkelziffer der Infizierten jedoch deutlich höher sein. "Wir gehen davon aus, dass wir rund 30 Prozent aller Menschen mit HIV in Deutschland noch nicht diagnostiziert haben", erklärt Professor Georg Behrens, Präsident der Deutschen Aids-Gesellschaft und Mediziner an der Klinik für Immunologie und Rheumatologie der Medizinischen Hochschule Hannover.

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes befanden sich 2015 circa 60.700 Menschen mit HIV unter antiretroviraler Behandlung. 460 Menschen starben 2015 an den Folgen von HIV und Aids.

HIV nur durch Test nachweisbar

Dass HIV häufig unentdeckt bleibt, liegt vor allem daran, dass eine Infektion unauffällig verläuft. Falls überhaupt Symptome auftreten, dann nur sehr unspezifische wie Kopfschmerzen, leichtes Fieber oder geschwollene Lymphknoten. Diese werden dann meist nicht mit einer HIV-Infektion in Verbindung gebracht. Nach der Ansteckung folgt eine symptomfreie Latenzphase, die mehrere Jahre andauern kann. Eine Infektion kann in diesem Stadium nur mithilfe eines HIV-Tests nachgewiesen werden. Deshalb sei es Behrens zufolge wichtig, die Menschen dazu zu bewegen, sich testen zu lassen – gegebenenfalls auch mehrfach.

>> Eine bundesweite Liste mit Adressen, wo du dich testen lassen kannst, findest du HIER.

Geschlechtskrankheiten erhöhen das Infektionsrisiko

Das größte Risiko einer Ansteckung mit HIV bestehe laut RKI weiterhin für Männer, die Sex mit Männern haben. "Homosexuelle Kontakte unter Männern machen etwa zwei Drittel aller Infektionen aus", sagt Hamouda. Aber auch bei heterosexuellen Kontakten kommt es nach wie vor zu Infektionen. Dass sich immer noch so viele Menschen mit HIV anstecken, hat aber noch einen weiteren Grund: Andere sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien, Syphilis oder Tripper erhöhen das Risiko einer Ansteckung zusätzlich. Seit ein paar Jahren sind diese Geschlechtskrankheiten wieder auf dem Vormarsch. Nach Angaben des RKI ist alleine die Zahl der Syphilis-Erkrankungen von 2011 auf 2012 um 19 Prozent angestiegen.

Der 1. Dezember ist der Welt-Aids-Tag

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