Squirting ist keine weibliche Ejakulation

Dienstag, 19.07.2016

Die Begriffe Squirting und weibliche Ejakulation werden oft in einem Atemzug genannt. Doch offenbar unterscheidet sich die Flüssigkeit, die beim Squirting austritt, von der, die bei der weiblichen Ejakulation ausgestoßen wird.

Wenn Frauen voller Erregung aus ihrer Vagina eine Flüssigkeit absondern, wurde bisher meist von einer weiblichen Ejakulation oder auch Squirting gesprochen. Tatsächlich scheint es sich hierbei jedoch um zwei unterschiedliche Flüssigkeiten zu handeln. Im Rahmen einer Studie der Gynäkologie und Geburtshilfe des Krankenhauses Privé in Frankreich, veröffentlicht 2014 im Journal of sexual medicine, will Autor Samuel Salama einen Unterschied zwischen den Flüssigkeiten festgestellt haben.

Weibliche Ejakulation stammt aus der Prostata

Der Studie zufolge beziehe sich der Begriff weibliche Ejakulation auf eine kleine Menge an milchiger Flüssigkeit, die aus der weiblichen Prostata stammt und während einer starken sexuellen Erregung der Frau austreten kann.

Die weibliche Prostata ist ein schwammartiges Drüsengewebe, das aus bis zu 40 der sogenannten  Skene-Drüsen bestehen kann. Sie umschließt die Harnröhre der Frau und kann bei sexueller Erregung als G-Zone sogar ertastet werden. Forscher der Uniklinik Wien gehen davon aus, dass sich bis zu einem gewissen Zeitpunkt im Bauch der Mutter die Prostata bei Jungen und Mädchen gleich entwickelt. Dann verhindern bei Mädchen weibliche Hormone die Weiterentwicklung zu einer voll ausgebildeten Prostata. Das Drüsengewebe bei Frauen wäre folglich ein Rudiment der männlichen Prostata, das ebenfalls ein Ejakulat produzieren kann. Tatsächlich ähnle die Flüssigkeit aus der weiblichen Prostata dem Sekret der männlichen, das Teil der Spermaflüssigkeit ist.

Squirting-Flüssigkeit stammt aus der Blase

Der Begriff Squirting hingegen beziehe sich laut Studie auf eine größere Menge an Flüssigkeit, die aus der Blase stamme, also Urin. Diese Flüssigkeit sei auch häufig in Pornos zu sehen. Der Begriff "Squirting" oder auch "Spritzen" sei bei diesem Flüssigkeitsaustritt im wahrsten Sinne des Wortes treffend, denn hier könne bis zu 0,2 Liter Flüssigkeit ausgestoßen werden.

Die Studie habe mit Hilfe von Ultraschall belegen können, dass sich auch vollkommen entleerte Blasen der Probandinnen bei starker Erregung kurzfristig mit Flüssigkeit gefüllt hätten, die kurz darauf wieder abgespritzt worden sei. Eine Untersuchung der Squirting-Flüssigkeit habe ergeben, dass es sich dabei tatsächlich um Urin gehandelt habe. Bei einigen Probandinnen sei in dieser Flüssigkeit zusätzlich das Sekret der Skene-Drüsen zu finden gewesen.

Squirting: Und so kann’s funktionieren

Nachdem es sich beim Squirting also im Grunde um Urin zu handeln scheint, müsste es prinzipiell für jede Frau möglich sein "abzuspritzen". Wichtig hierbei sind die vollkommene Entspannung und starke Erregung der Frau. Beste Voraussetzung für Squirting ist also vor allem ein Partner, den du kennst und dem du vollkommen vertraust.

Squirting_iStock

Eine entspannte Atmosphäre kann durch ein ausgedehntes Vorspiel geschaffen werden. Erotische Massagen und Streicheleinheiten können zum Beispiel beim Relaxen helfen und deine Erregung befeuern. Berichten zufolge seien die Stimulation der Klitoris oder der G-Zone im Anschluss die häufigsten Auslöser für Squirting. Schilderungen aus diversen Internet-Foren wie joyclub.de, med1.de und planet-liebe.de nach, fühle es sich kurz vor dem Abspritzen etwa so an, als müsse man dringend auf die Toilette. Hier empfinden viele Frauen Hemmungen loszulassen und unterdrücken den Harndrang und somit das Squirting. Gibst du dem Gefühl nach, kannst du das Abspritzen ermöglichen.

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Weibliche Ejakulation: Das ist doch nur Urin!

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19.07.2016 16:20
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