Verhütungsmittel: Spirale – Besser als ihr Ruf

Dienstag, 04.03.2014

Obwohl die Spirale ebenso sicher ist wie die Pille, aber weniger Nebenwirkungen hervorruft, verhüten in Deutschland nur wenige Frauen damit. Dabei spricht vieles dafür.

In Deutschland verhüten dem Portal "Frauenärzte im Netz" zufolge gerade einmal fünf Prozent der Frauen mit der Spirale. Immer noch ist das Verhütungsmittel mit verschiedenen Vorurteilen behaftet und wird deshalb häufig nicht verschrieben. Vor allem bei Frauen, die noch keine Kinder bekommen haben, gilt das Einsetzen als schmerzhaft. Außerdem wird befürchtet, dass durch den Rückholfaden Keime in die Eileiter und die Gebärmutter gelangen und dort zu Infektionen führen könnten.

Spirale auch für junge Frauen geeignet

Wie internationale Studien zeigen konnten, scheinen diese Befürchtungen aber größtenteils unbegründet zu sein. Die Infektionsrate von Frauen, die mit der Spirale verhüteten, war auch nicht höher als bei Frauen, die andere Verhütungsmethoden verwendeten. "In den 70er- und 80er-Jahren wurden unter den damaligen Spiralen häufig Infektionen gesehen, die dann auch zur Unfruchtbarkeit geführt haben. Diese früheren Modelle werden längst nicht mehr verwendet", erklärt Prof. Dr. med. Kai J. Bühling, der an zwei solchen internationalen Studien als Prüfarzt beteiligt war. 

Bei Frauen, die noch keine Kinder haben, könne das Einlegen zwar etwas schmerzhafter sein, aber die Beschwerden seien üblicherweise nur von kurzer Dauer. Deshalb stellt Bühling fest: "Die Spirale ist auch für junge Frauen eine probate Verhütungsmethode." 

Welche Spiralen gibt es?

Wer mit einer Spirale verhüten möchte, hat die Wahl zwischen der sogenannten Kupferspirale und der Hormonspirale. Die Kupferspirale sorgt zum einen dafür, dass sich das Ei nicht in der Gebärmutter einnisten kann. Zum anderen hemmen die abgegebenen Kupfer-Ionen aber auch die Beweglichkeit der eindringenden Spermien. 

Im Gegensatz zur Kupferspirale greift die Hormonspirale in den weiblichen Zyklus ein. Die abgegebenen Hormone sorgen dafür, dass sich der Zervixschleim verdickt und für die Spermien undurchlässig wird. Gleichzeitig verhindern die Hormone eine Einnistung des Eis in der Gebärmutterschleimhaut. Anders als unter der Einnahme vieler Antibabypillen haben die meisten Frauen, die mit einer Hormonspirale verhüten, aber weiterhin einen Eisprung.

Um eine Schwangerschaft verhindern zu wollen, kann man sich bei einem Arzt beraten lassen, welches Verhütungsmittel für einen das Beste ist.

Ob die Wahl nun auf die mechanische oder auf die hormonelle Verhütung fällt ist Nebensache, wichtiger ist, dass Sie sich dabei wohlfühlen.

 

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