Syphilis eindämmen mit Aufklärung: Wirksamer als Penicillin?

Samstag, 20.09.2014

Syphilis ist neben Deutschland auch in den USA wieder auf dem Vormarsch. Um die Krankheit einzudämmen, soll vor allem eine gezielte Aufklärung hilfreich sein.

Dass die Präventionsarbeit einen besonderen Stellenwert bei der Eindämmung von Syphilis haben könnte, darauf weisen die Forscher Ben Althouse und Laurent Hébert-Dufresne in einem Arbeitspapier hin, das im britischen Fachmagazin "Journal of the Royal Society Interface" veröffentlich wurde. Den Forschern zufolge könnte eine gezielte Aufklärung bei der Bekämpfung der Geschlechtskrankheit deutlich erfolgreicher sein, als eine medikamentöse Therapie.
Penicillin ist wichtigstes Therapeutikum
Um Syphilis auszumerzen, sei Althouse zufolge momentan die Behandlung mit Penicillin der wichtigste Ansatz. Die Geschlechtskrankheit kann dadurch vor allem im Frühstadium erfolgreich behandelt werden. Um zu verhindern, dass die Erkrankung unbemerkt bleibt und so weitergegeben wird, werden beispielsweise Screenings angeboten. Althouse und Hébert-Dufresne sind aber davon überzeugt, dass Aufklärung zur rechten Zeit noch effektiver sein könnte.
Zu diesem Schluss kamen die beiden Wissenschaftler, indem sie die Zyklen, in denen Syphilis-Infektionen seit den frühen 1960er Jahren aufgetreten sind, genauer unter die Lupe nahmen. Denn Phasen mit einer hohen Infektionsrate wechselten sich seitdem mehrfach mit Phasen ab, in denen die Zahl der Erkrankungen deutlich zurückging. In der Vergangenheit hatte die Forschung angenommen, dass Immunität dafür verantwortlich war. "Der Gedanke war, dass eine Epidemie ausbricht, Menschen anschließend immun werden und die Infektionsrate sinkt", erklärt Althouse. Aber es gibt wenig valide Hinweise darauf, dass die Immunität gegenüber Syphilis tatsächlich langlebig genug ist, um für eine länger andauernde Abnahme der Infektionsrate verantwortlich zu sein.
Syphilis eindämmen: Ist Aufklärung erfolgreicher?
Vielmehr gehen Althouse und Hébert-Dufresne davon aus, dass die Schwankungen bei den Infektionszahlen im menschlichen Sozialverhalten begründet liegen. Es sei üblich, dass sich die Krankheit zunächst schnell verbreite. Sobald aber erste Krankheitsfälle bekannt würden, würden  mit den Betroffenen vermieden, was zu einem Rückgang der Infektionen führe. "Man kann eine Dynamik in der Krankheitsentwicklung beobachten, die lediglich durch den Wechsel der Partner zu erklären ist – die Abwendung von Menschen, die offensichtlich krank sind und die Hinwendung zu Menschen, die es nicht sind", betont Althouse.
Deshalb haben die Forscher ein Modell entwickelt, das bei der Aufklärung ansetzen soll, um die Syphilis einzudämmen. Ob es wirklich wirksam ist, wird sich in der Zukunft zeigen.

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An Syphilis erkranken viele Menschen ohne richtiger Aufklärung über diese Krankheit. Das soll sich jetzt ändern.

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20.09.2014 17:30
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