Sexuelle Magersucht – gibt's das und was ist das?

Freitag, 07.10.2016

Es gibt viele Begriffe, mit denen versucht wird, Störungen der Sexualität zu beschreiben. Sexuelle Magersucht dürfte für die meisten jedoch noch ein Fremdwort sein. Was sich dahinter verbirgt und wie eine Betroffene ihre Situation schildert, erfährst du hier.

Was der Begriff sexuelle Magersucht bedeuten soll? Im Endeffekt beschreibt er einen Zustand, in dem Betroffenen der "Appetit" auf körperliche Interaktion, sprich Sex und Intimität, vergangen ist.

Sexsucht und sexuelle Magersucht – zwei Extreme mit Überschneidungen

Jeder Mensch hat sicher schon einmal von Sexsucht gehört. Hier bekommen Betroffene schlichtweg nicht genug davon, ihre Lust allein, zu zweit oder in der Gruppe zu befriedigen. Ihre Gedanken kreisen nur um Sex – den ganzen Tag. Das kann sogar so weit gehen, dass sie depressiv werden und nie das Gefühl bekommen, befriedigt zu sein.

Sexuelle Magersucht ist das andere Extrem: Betroffene vermeiden zwanghaft, sexuelle Zuwendung zu geben und anzunehmen. Die Gefahr, enttäuscht oder kritisiert zu werden, ist für sie zu hoch – eher zwingen sie sich, ein Leben ohne Sex zu führen. Ähnlich einer oder einem Magersüchtigen, die sich zwingt, nichts zu essen, um ja nicht an Gewicht zuzunehmen.

Betroffene beider Süchte - Sexsucht und sexueller Magersucht - haben also eine Denkweise gemein: Sie denken in schwarz-weiß-Kategorien, Graustufen Fehlanzeige. Aus diesem Grund ist eine Therapie auch ähnlich aufgebaut, in beiden Fällen sollen bisherige Denkmuster aufgebrochen werden, um einen normalen Umgang mit Sexualität zu lernen.

Ein ehrlicher Bericht

Viele Frauen kennen das: In einer langen Partnerschaft geht die Lust auf Sex plötzlich flöten. Doch das ist noch lange keine sexuelle Magersucht. Eine Sucht beinhaltet immer das Zwanghafte. Eine Betroffene berichtet gegenüber der "Cosmopolitan" von ihren persönlichen Erlebnissen. Der Auslöser für ihre gestörte Einstellung zur eigenen Sexualität ist an eine bestimmte Erfahrung geknüpft: Liz Jackson verstand sich mit einem Mann gut, doch als er ihr körperlich näher kommen wollte, bekam sie - aus eigentlich keinem Grund - eine Angstattacke. Sie stoß ihn von sich und schrie ihn an, was ihr im Nachhinein sehr unangenehm war.

Fortan verschloss sie sich komplett jeglicher körperlicher Nähe, um nicht wieder in eine solche Situation zu geraten. Erst viel später, als sie das Gespräch suchte und sich informierte, merkt sie, dass sie nicht allein ist – inzwischen blickt sie optimistisch in die Zukunft: Sie möchte ihre Ängste loslassen und sich von ihren Zwängen befreien. Daran arbeitet sie zusammen mit einem Therapeuten.

Sexuelle Magersucht - was ist das? Was soll das sein?

Sexuelle Magersucht ist weitaus mehr als fehlende Lust auf Intimität – sie führt mitunter zu essenziellen Ängsten.

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