Sexualität und Behinderung

Montag, 07.03.2016

Es ist eine Tatsache, dass Menschen mit Behinderung oft – ob bewusst oder unbewusst - von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Aber als wäre das nicht schon schlimm genug, weigern sich viele, die sexuellen Bedürfnisse Behinderter anzuerkennen.

Sexualität und Behinderung ist ein Tabuthema, das oft genug sowohl von Angehörigen, als auch von Pflegern vermieden wird. Doch warum ist das so? Haben behinderte Menschen etwa keine sexuellen Bedürfnisse? Und mit welchen Problemen haben behinderte Menschen und ihre Partner zu kämpfen? Fem.com gibt einen Einblick.

1.    Sexualität und geistige Behinderung

Bei geistig behinderten Menschen stellt sich zunächst die Frage nach geistig behinderten Menschen. Hier geht es vor allem darum, abzuwägen in wie weit die Behinderung die Person darin beeinträchtigt, in sexuelle Handlungen einzuwilligen und sie zu verstehen.
Wenn zum Beispiel eine angemessene und anschauliche sexuelle Aufklärung stattfindet kann so ein gesunder und selbstbewusster Umgang mit Sexualität und Behinderung und somit auch einvernehmlicher Sex ermöglicht werden. Laut der Ärztezeitung neigen zum Beispiel bei Menschen mit Trisomie 21, auch Down-Syndrom genannt, zu vorschnellem Vertrauen in andere Menschen, welches durch mögliche Sexualpartner ausgenutzt werden könnte. Entsprechende Trainings sollen dem entgegenwirken.

Eine Studie aus dem Jahr 2003 unter dem Titel: "Liebe, Lust und Partnerschaft – auch für uns", die in Behindertenheimen durchgeführt wurde, kam zu folgenden Ergebnissen:

Das Körperbild von geistig Behinderten sei oft wenig abweichend von dem gesunder Menschen. Die Autoren führen die Desexualisierung geistig Behinderter daher auf die Sichtweise gesunder Menschen zurück, die Menschen mit Behinderung mit Bedauern anstatt Offenheit gegenübertreten. Dabei haben behinderte Menschen laut Studie meist ähnliche Vorstellungen über Liebe, Sex und Partnerschaft, wie ihre gesunden Mitmenschen. Dennoch verhindere die Befangenheit und Zögerlichkeit der Betreuer oft, dass die Bewohner von Behindertenheimen sich sexuell ausleben können.
Aber auch ein vollkommen gegenteiliges Vorurteil kursiert oft über geistig behinderte Menschen, nämlich dass sie über einen besonders hohen Sexualdrang verfügen. Laut der bereits genannten Studie seien diese sexuellen Auffälligkeiten meist auf fehlende Aufklärung und Entwicklungsmöglichkeiten für die behinderten Menschen zurückzuführen.

2.    Sexualität und körperliche Behinderung

Natürlich soll beim Thema Sexualität und Behinderung auch auf körperliche Behinderung eingegangen werden. Hier steht nicht so sehr die Frage im Mittelpunkt, ob sie den sexuellen Handlungen zustimmen können, sondern mehr inwieweit sie dazu körperlich in der Lage sind.
Zunächst spielen physische Defizite und Gefühllosigkeit in bestimmten Körperregionen eine Rolle. Manchmal können potenzsteigernde Medikamente wie Viagra für behinderte Männer mit Erektionsstörungen Abhilfe schaffen. Zur besseren Beweglichkeit können zum Beispiel speziell dafür gedachte Stützkissen und sogenannte „Love Wedges“ (ein sich vorwärts und rückwärts bewegender Stuhl) beitragen.
Ein interessantes Video dazu hat die amerikanische Youtuberin Laci Green auf ihrem Kanal gepostet. Sie interviewt darin die junge, sexuell aktive Rollstuhlfahrerin, Olivia, die darin intime Details über ihre Sexualität mit Behinderung preisgibt. Als Vorteil empfindet sie zum Beispiel, dass Kommunikation über die Bedürfnisse vom ersten Tag einer Bekanntschaft an stattfinde und jeder, der auf einer Party mit ihr tanzen wolle sozusagen dazu gezwungen sei, ihr einen Lapdance zu geben.

3.    Sexueller Missbrauch von Menschen mit Behinderung

Leider gibt es aber auch Schattenseiten des Themas Sexualität und Behinderung. Behinderte Frauen sind einer Statistik von Spiegel.de zufolge zwei bis drei Mal häufiger von sexueller Gewalt betroffen, als Gesunde. In Heimen seien sie den Übergriffen teilweise schutzlos ausgeliefert und vor allem behinderte Kinder fielen statistisch gesehen am häufigsten sexuellem Missbrauch zum Opfer.

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Sexualität gehört für behinderte Menschen meist genauso dazu!

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