Schwanger werden – anonym gebären Vertrauliche Geburt

Mittwoch, 07.05.2014

Schwanger werden und das Kind später in eine Babyklappe legen: Meist führt eine Notsituation zu dieser schweren Entscheidung. Vertrauliche Geburten sollen Abhilfe schaffen.

Schwanger werden und das Kind später in eine Babyklappe legen: Meist führt eine Notsituation zu dieser schweren Entscheidung. Vertrauliche Geburten sollen Abhilfe schaffen.

Es gibt unzählige Gründe dafür, dass Frauen schwanger werden, das eigene Kind später aber nicht aufziehen können oder wollen. Die Babyklappe scheint für viele von ihnen dann der letzte verzweifelte Ausweg zu sein, um ihrem Kind ein möglichst glückliches Leben zu ermöglichen. Eine anonyme Geburt im Krankenhaus ist eine Alternative, die für die Gesundheit von Mutter und Kind große Vorteile mit sich bringt.

Am 1. Mai 2014 ist nun ein Gesetz in Kraft getreten, das Müttern in Not als dritte Alternative eine sogenannte vertrauliche Geburt ermöglichen soll. Der Beschluss stammt noch aus der Zeit der schwarz-gelben Vorgängerregierung. Entgegen der ursprünglichen Pläne, werden Babyklappen und anonyme Geburt mit der neuen Regelung nicht abgeschafft.

Vertrauliche Geburt: Name der Mutter mit 16

Häufig wollten die Frauen gar nicht schwanger werden, wenn sie ihr Baby später anonym in einer Klappe abgeben. Oder aber ihre Not wurde im Verlauf der Schwangerschaft so groß, dass sie den Entschluss fassten, ihr Kind wegzugeben – ohne die Chance, es später doch noch einmal wiederzusehen. Gleiches gilt natürlich für das Kind, das ohne seine leiblichen Eltern aufwachsen muss.

Die vertrauliche Geburt soll werdenden Müttern die Möglichkeit geben, ihr Kind in einer Klinik zur Welt zu bringen, ohne direkt ihre Identität preisgeben zu müssen – zumindest vorübergehend. Stattdessen sieht das neue Gesetz vor, dass Frauen ihre persönlichen Daten angeben müssen und diese anschließend 16 Jahre lang in einem versiegelten Umschlag beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben aufbewahrt werden. Anschließend hat das Kind ein Recht darauf, den Namen seiner Mutter zu erfahren.

Schwanger werden: Angst vor Kinderhandel

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Kritiker werfen dem Gesetzgeber vor, nicht konsequent genug zu sein, berichtet die "Berliner Zeitung". Sie hätten es begrüßt, wenn im gleichen Schritt die Babyklappen sowie die anonyme Geburt gesetzlich verboten würden. Denn nur so bestünde für die Kinder überhaupt die Möglichkeit, ihre Herkunft in Erfahrung zu bringen. Babyklappen stehen zudem im Verdacht, Ausgangspunkt für Kinderhandel zu sein, da es hier keine staatlichen Kontrollen gibt. Beweise für diese Annahme gibt es allerdings nicht. Das Berliner Blatt zitiert hierzu Bernd Wacker vom Kinderhilfswerk Terre des Hommes: "Aber alles ist denkbar, wenn ein Säugling ohne jede Papiere ist und es keine Kontrolle gibt." Das neue Gesetz soll drei Jahre nach Inkrafttreten noch einmal geprüft werden.

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