Schmerzensgeld nach Syphilis-Ansteckung

Donnerstag, 03.07.2014

Syphilis-Erkrankte tragen eine große Verantwortung, auch ihren Sexualpartnern gegenüber. In den USA muss ein Mann Schmerzensgeld zahlen, weil er seine Partnerin angesteckt haben soll.

Syphilis im Endstadium zerstört das zentrale Nervensystem. Nicht nur deswegen sollte die sexuell übertragbare Krankheit, für deren Ansteckung schon der Kontakt mit der infizierten Schleimhaut genügt, mit äußerster Aufmerksamkeit behandelt werden. Weil ein mit Syphilis infizierter Mann seine Sexualpartnerin infiziert hat, wurde er von einem Gericht in Los Angeles zur Zahlung eines Schmerzensgeldes verurteilt. Ein Präzedenzfall? Eher nicht.

Schmerzensgeld zugesprochen – ohne Ansteckung

Rund 130.000 US-Dollar soll ein Mann namens Jesse Spencer an die Klägerin zahlen. Diese leitete bereits im Herbst 2012 rechtliche Schritte ein, weil sie den Mann beschuldigte, mit ihr ungeschützten Verkehr gehabt zu haben, obwohl er von seiner Krankheit wusste. Die Schauspielerin sei dabei zwar nicht selbst an Syphilis erkrankt, erstritt sich das Geld aber trotzdem – wegen Täuschung, Fahrlässigkeit, Körperverletzung und Zufügung von emotionalem Stress.

Dass bei sämtlichen Syphilis-Übertragungen in den USA nun ähnliche Entscheidungen gefällt werden könnten, ist dagegen unwahrscheinlich. Klägerin und Angeklagter trafen sich bei der Arbeit. Dort kam es auch zu dem sexuellen Kontakt – beide arbeiten in der Pornoindustrie.

Syphilis und Co. in der Branche

Die Darstellerin beschwerte sich außerdem, dass ihr Ruf im Gewerbe sich verschlechtert hätte, seit bekannt wurde, dass sie mit Spencer gedreht hatte. So habe der im Juni 2012 von statten gegangene Filmdreh ihr letztlich auch erheblichen finanziellen Schaden eingebracht. Nicht weil sie an Syphilis erkrankt sei – was ja nicht passiert war –, sondern einfach nur weil sie mit der ansteckenden Geschlechtskrankheit in Verbindung gebracht wurde.

Etwas Gutes für die Branche hat der Syphilis-Prozess womöglich doch bewirkt: Der Bezirk verhängte eine vorübergehende Zwangspause und führte strengere Regeln ein, die sicherstellen, dass Filmproduzenten die Sicherheit ihrer Schauspieler gewährleisten. Schließlich sind diese in Sachen sexuell übertragbarer Krankheiten im Prinzip eine Risikogruppe mit erhöhter Ansteckungsgefahr. Syphilis kann zum Beispiel auch beim Oralsex übertragen werden.

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Was passiert, wenn ein Syphilis-Erkrankter seinen Sexualpartner ansteckt? Ein solcher Fall sorgt in den USA jetzt für Aufsehen.

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