Rezeptfreiheit für Pille danach – Experten dafür

Dienstag, 28.01.2014

Künftig soll es die "Pille danach" rezeptfrei in der Apotheke geben. So lautet die jüngste Meinung einer Expertenkommission. Ob der Gesetzgeber die Empfehlung umsetzt, bleibt abzuwarten.

Eine ungewollte Schwangerschaft lässt sich mit der "Pille danach" verhältnismäßig unkompliziert abbrechen. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ist das Medikament in Deutschland aber verschreibungspflichtig. Das könnte sich bald ändern, nachdem eine Expertenrunde des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfAM) im Januar 2014 zu dem Schluss gekommen ist, dass es keine medizinischen Gründe gebe, die für eine Beibehaltung der Rezeptpflicht für die "Pille danach" sprechen. Das berichtet unter anderem der "Spiegel".

Rezeptfreie "Pille danach": Eine politische Frage

Ob die unverbindliche Empfehlung der Experten, die Rezeptpflicht aufzuheben, auch tatsächlich umgesetzt wird, ist jedoch nicht allein eine medizinische Frage. Damit die "Pille danach" am Ende auch ohne Rezept erhältlich ist, bedarf es einer Verordnung des Gesundheitsministeriums, dem aktuell Hermann Gröhe (CDU) vorsteht. In seiner Partei stößt die Empfehlung aus dem BfAM jedoch nicht überall auf Gegenliebe, während der Koalitionspartner SPD als Befürworter der Abschaffung der Rezeptpflicht gilt. Können sich die Sozialdemokraten durchsetzen, wäre auch die erforderliche Mehrheit im Bundesrat sicher, in dem die Genossen nach aktuellem Stand gemeinsam mit den Grünen die Mehrheit haben.

Beratung weiterhin wichtig

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Unabhängig davon, wie die politische Entscheidung aussehen wird, weist die Expertenkommission darauf hin, dass bei einer rezeptfreien "Pille danach" der Beratung in der Apotheke eine besondere Bedeutung vor der Ausgabe des Medikaments zukommt. Damit berücksichtigen die Experten die Sorgen, die der Bundesverband der Frauenärzte (BVF) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) bei dem Streit um die Aufhebung der Rezeptpflicht geäußert haben.

Mithilfe der "Pille danach" können Frauen ihren Eisprung verschieben oder diesen verhindern, sodass eine Schwangerschaft ausgeschlossen wird. Während Kritiker befürchten, dass eine rezeptfreie Ausgabe einen sorgloseren Umgang mit Verhütungsmitteln zur Folge haben könnte, verweisen Befürworter auf die Erfahrungen in den Ländern, in denen die "Pille danach" nicht vom Arzt verschrieben werden muss. Dort sei laut der "Tagesschau" die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche sogar gesunken.

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