Rezeptfreie Pille danach – Bundestag debattiert

Montag, 24.02.2014

Die Pille danach ist zum Zankapfel in der Großen Koalition geworden. Während die SPD für eine Aufhebung der Rezeptpflicht ist, hält die CDU weiterhin dagegen. 

Schon seit Monaten wird darüber diskutiert, ob die Pille danach als Notfallverhütungsmittel aus der Rezeptpflicht entlassen werden soll oder nicht. Darüber ist man sich nicht nur in der großen Koalition uneinig. Auch Ärzte und Apotheker argumentieren in gegensätzlichen Lagern. Während sich die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) für eine rezeptfreie Ausgabe der Pille danach ausspricht, betont der Bundesverband der Frauenärzte (BVF), wie wichtig die Beratung durch einen Arzt sei. Würde die Pille danach rezeptfrei ausgegeben, so blieben mögliche Risikofaktoren unberücksichtigt, so die Sorge der Ärzte.

Experten für Aufhebung der Rezeptpflicht

Auch der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht hat sich gerade erst dafür ausgesprochen, die Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel künftig ohne Rezept auszugeben. Aus Sicht der Experten gebe es keine medizinischen Argumente, die dagegen sprächen. Wie die "Deutsche Apotheker Zeitung" berichtete, bekräftigte der Ausschuss aber, dass er die Ansicht des BVF teile und eine Beratung für die betroffenen Frauen als äußert wichtig einstufe. Die Beratung könne jedoch ebenso gut durch den jeweiligen Apotheker erfolgen. 

Pille danach auch weiterhin nur auf Rezept?

Trotz der Empfehlung des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht, die Pille danach aus der Rezeptpflicht zu entlassen, beharrt die CDU aber weiterhin auf ihrem Standpunkt. Laut "Hamburger Abendblatt" unterstrich Annette Widmann-Mauz von der CDU, wie wichtig die Beratung durch einen Arzt bei der Ausgabe der Pille danach sei. "Das stärkt Frauen in ihrer Selbstbestimmung und gibt ihnen Sicherheit", so die Staatssekretärin. Und Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml findet: "Für ein Festhalten an der bisherigen Rezeptpflicht gibt es gute Gründe."

Neben der Empfehlung des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht gibt es aber noch weitere Argumente, die für eine rezeptfreie Abgabe des Notfallverhütungsmedikaments sprechen: In vielen anderen Ländern wird es seit Jahren verschreibungsfrei ausgegeben. Wie die "Berliner Zeitung" berichtete, konnten dem SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach zufolge dadurch in diesen Ländern bereits viele Schwangerschaftsabbrüche vermieden werden. "Ich persönlich halte es für vertretbar, die Verschreibungspflicht aufzuheben", sagt Lauterbach. Solange keine Einigung in der Großen Koalition besteht, wird die Pille danach auch weiterhin nur auf Rezept ausgegeben.

Pille vergessen? Dann sollten Sie sich unbedingt mit einem zusätzlichen Verhütungsmitteln vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen.

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