Pille danach – Keine Abtreibung!

Dienstag, 11.02.2014

Die Pille danach darf in katholischen Kliniken nicht gegeben werden. Obwohl es sich dabei um ein reines Verhütungsmittel handelt, wird das Medikament so mit Abtreibung gleichgesetzt.

Dass die katholische Kirche sich gegen die Pille danach ausspricht, hat vor allem den Grund, dass sie die Wirkung des Medikaments mit einer Abtreibung gleichsetzt. Dabei ist die Pille danach ein reines Verhütungsmittel und unterscheidet sich grundlegend von der sogenannten Abtreibungspille.

So wirkt die Pille danach

Ähnlich wie die Antibabypille gehört auch die Pille danach zu den hormonellen Verhütungsmitteln. Die Wirkweise der beiden Pillen ist prinzipiell dieselbe: Beide Medikamente verhindern einen Eisprung. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass die Dosis der Hormone bei der Pille danach deutlich höher ist als bei der Antibabypille. Damit die Pille danach einen Eisprung mit einer hohen Wahrscheinlichkeit verhindern kann, muss sie innerhalb von 72 Stunden nach der Verhütungspanne eingenommen werden. Aufgrund der hohen Hormondosierung darf die Pille danach lediglich im Notfall und nicht als reguläres Verhütungsmittel eingenommen werden.

Besteht bereits eine Schwangerschaft oder wurde das Präparat nicht rechtzeitig eingenommen, bleibt die Pille danach aber wirkungslos. "Wenn der Eisprung bereits erfolgt ist, die Eizelle sich aus dem Eierstock gelöst hat und im Eileiter oder in der Gebärmutter befindet, so verhindert die Pille danach weder die Befruchtung der Eizelle noch die Einnistung in der Gebärmutter", zitiert "Spiegel Online" den Berufsverband der Frauenärzte.

Unterschiede zur Abtreibungspille

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Die katholische Kirche hingegen geht davon aus, dass die Pille danach nicht nur den Eisprung verhindert, sondern stattdessen ebenfalls eine bereits befruchtete Eizelle daran hindern kann, sich in der Schleimhaut der Gebärmutter einzunisten. Dafür gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege. Fest stehe dem Berufsverband der Frauenärzte zufolge in jedem Fall, dass die Pille danach wirkungslos bleibt, wenn sich die befruchtete Eizelle bereits in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat.

Ganz anders wirkt hingegen die sogenannte Abtreibungspille. Mit diesem Präparat kann eine bereits bestehende Schwangerschaft unterbrochen werden. Dabei sorgt ein Anti-Gelbkörperhormon für die Ablösung der Gebärmutterschleimhaut, in die sich die befruchtete Eizelle eingenistet hat. Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch ist bis zum 63. Tag nach der letzten Regelblutung möglich.

Sich intensiv und ausführlich über Verhütungsmittel zu informieren ist unumgänglich. Denn jede Frau hat Ihre eigenen Bedürfnisse.

Die Auswahl von Verhütungsmitteln auf dem Markt ist besonders groß. In Absprache mit Ihrem Arzt finden Sie sicherlich eines für Ihre Bedürfnisse.

 

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