"Pille danach" in Österreich rezeptfrei

Montag, 14.07.2014

Die "Pille danach" wird von vielen Frauen in Anspruch genommen, ist aber nach wie vor umstritten. Fünf Jahre nach der Rezeptfreistellung in Österreich wurde nun eine Bilanz gezogen.

Was tun nach einer Panne bei der Verhütung? In vielen europäischen Ländern haben Frauen in diesem Fall die Möglichkeit, die "Pille danach" einzunehmen. In Österreich ist das Präparat zur postkoitalen Empfängnisverhütung seit 2009 rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Diesem Schritt waren jahrelange Diskussionen vorausgegangen. Doch wie hat sich die Rezeptfreistellung in unserem Nachbarland bewährt?

"Pille danach" wird genutzt

Fünf Jahre nach der Rezeptfreistellung zeigt sich der österreichische Gesundheitsminister Alois Stöger nach wie vor überzeugt von dieser Entscheidung: "Trotz der großen Widerstände vor Abschaffung der Rezeptpflicht, war es ein richtiger Schritt", so Stögers Meinung laut dem österreichischem "Kurier". Und das sehen offenbar auch viele Österreicher so, zumindest nutzten bereits viele das Präparat: Wie die "Salzburger Nachrichten/Apa" berichten, ergab eine Umfrage von "meinungsraum.at", die im Auftrag des Pharmaunternehmens Sanova durchgeführt wurde, dass 31 Prozent der befragten Frauen nach einer Panne bei der Verhütung die "Pille danach" schon einmal eingenommen hätten.

Auch der Bekanntheitsgrad des Notfallverhütungsmittels ist der Umfrage zufolge groß: Insgesamt 94 Prozent der befragten Österreicher hätten gewusst, was die "Pille danach" ist. Dass diese in Österreich in Apotheken rezeptfrei erhältlich ist, sei allerdings lediglich 39 Prozent der Befragten klar gewesen. Besonders groß soll die Nachfrage nach dem Präparat in den Apotheken übrigens an den Wochenenden sein: "90 Prozent aller Präparate werden in den Apotheken an Samstagen und Sonntagen verlangt", so der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer Max Wellan dem Bericht zufolge.

Unwissen über die Wirkung ist groß

Obwohl laut der Umfrage rund ein Drittel der Befragten das Präparat bereits zur Empfängnisverhütung eingesetzt hatte, scheint das Wissen über die genaue Wirkung der "Pille danach" nur gering. Lediglich 13 Prozent der Befragten wussten den "Salzburger Nachrichten/Apa" zufolge, dass das Verhütungsmittel den Eisprung verschiebt. 22 Prozent indes wären der Annahme gewesen, dass durch die Einnahme des Präparats eine Schwangerschaft abgebrochen würde.

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Seit fünf Jahren ist die "Pille danach" nun in Österreich ohne Rezept erhältlich. Das Resümee ist durchweg positiv.

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