Pille danach – Doch bald rezeptfrei?

Sonntag, 07.09.2014

In der Diskussion um die Pille danach kommt frischer Wind auf. Möglicherweise wird es das Notfallverhütungsmittel nun doch bald rezeptfrei in der Apotheke geben.

Während im Bundestag noch über die Aufhebung der Rezeptpflicht für die Pille danach, genauer gesagt für das Medikament mit dem Wirkstoff Levonorgestrel, debattiert wird, könnte die Diskussion bald schon ihre Brisanz verlieren. Denn wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet, erwägt die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) die europaweite Freigabe eines ganz ähnlichen Präparats – der "ellaOne".

Weil sie "ellaOne" alleine europaweit zugelassen hat, kann die europäische Arzneimittelbehörde auch selbstständig darüber entscheiden, ob das Notfallverhütungsmittel europaweit aus der Verschreibungspflicht entlassen wird oder nicht. Wie die Chancen stehen, ist aber bislang unbekannt. Fest steht, dass das Thema bereits im April 2013 auf dem Tisch des zuständigen Ausschusses für Humanarzneimittel landete.

Pille danach spaltet die Große Koalition

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Würde die Pille danach mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat in Zukunft tatsächlich von der Rezeptpflicht ausgenommen, erübrigten sich auch die aktuellen Debatten im Deutschen Bundestag.  Denn dort sind sich die Parteien der Großen Koalition darüber uneinig, ob die Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel in Deutschland zukünftig auch ohne Rezept frei verkäuflich in den Apotheken erhältlich sein soll. Weil die Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel von der deutschen Arzneiaufsicht zugelassen wurde, werden Entscheidungen bezüglich dieses Medikaments auf Bundesebene getroffen. Während sich die SPD dafür ausspricht, will die CDU – allen voran Gesundheitsminister Helmut Gröhe – an der Verschreibungspflicht festhalten. Der Bundesrat hatte bereits im November 2013 für eine Aufhebung der Rezeptpflicht gestimmt – allerdings steht die Zustimmung der Bundesregierung aufgrund der Uneinigkeit in der Großen Koalition weiterhin aus.

Für und Wider einer Rezeptpflicht

Gegen den freien Verkauf der Pille danach spricht sich neben der CDU aber auch der Bundesverband der Frauenärzte (BVF) aus. Aus medizinischer Sicht sei eine Beratung durch einen Arzt vor einer Ausgabe der Pille danach unerlässlich. Im anderen Lager gibt es jedoch auch gute Gründe für eine Aufhebung der Rezeptpflicht: Eine Beratungsleistung könne auch von den ausgebenden Apotheken erbracht werden. Außerdem wird die Pille danach in fast allen europäischen Ländern schon seit vielen Jahren ohne Probleme rezeptfrei ausgegeben.

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