Pille danach – Debatte geht weiter

Dienstag, 05.11.2013

Seit einiger Zeit schon fordern viele Stimmen die rezeptfreie Abgabe der "Pille danach". Demnächst wird das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte darüber entscheiden.

Deutschland gehört zu den Ländern, in denen die "Pille danach" nur auf Rezept erhältlich ist. Dies könnte sich möglicherweise bald ändern. Denn im Januar muss das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf Geheiß des Bundesgesundheitsministeriums darüber beraten, ob Produkte mit dem Wirkstoff Levonorgestrel weiterhin rezeptpflichtig bleiben sollen. Levonorgestrel ist einer der beiden Wirkstoffe für Verhütungspräparate, die umgangssprachlich als "Pille danach" bezeichnet werden.

"Pille danach": In vielen Ländern rezeptfrei

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Weltweit ist die "Pille danach" in etwa 80 Ländern verschreibungsfrei in Apotheken erhältlich. In Deutschland jedoch müssen Frauen, die nach einer Verhütungspanne das Notfall-Medikament benötigen, immer noch einen Arzt aufsuchen. Da die "Pille danach" innerhalb von 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden muss, um überhaupt einer ungewollten Schwangerschaft entgegenwirken zu können, ist schnelles Handeln wichtig. Doch das stellt sich häufig problematisch dar. Denn an Wochenenden oder Feiertagen oder in Orten mit schlechter Infrastruktur haben betroffene Frauen häufig Probleme, das Medikament rechtzeitig zu erhalten. Auch bedeutet der Gang zum Arzt nicht automatisch den Erhalt der "Pille danach". Denn Ärzte sind nicht dazu verpflichtet, das Medikament zu verschreiben.

Keine negativen Auswirkungen

Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker spricht sich schon geraume Zeit dafür aus, die "Pille danach" aus der Rezeptpflicht zu nehmen. Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) hält jedoch dagegen. "Eine ärztliche Beratung ist wichtig, um zu beurteilen, ob die Pille danach überhaupt gegeben werden kann und welche Risiken es gibt", erklärt BVF-Präsident Christian Albring gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Diese Sorge scheint jedoch unbegründet. Denn in den Ländern, in denen die "Pille danach" bereits frei verkäuflich ist, konnte weder ein riskanteres Sexualverhalten noch ein Rückgang bei der Verwendung anderer Verhütungsmittel beobachtet werden. Möglicherweise werden diese Tatsachen auch die Entscheidung des BfArM im Januar beeinflussen. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein. 

Sich intensiv und ausführlich über Verhütungsmittel zu informieren ist unumgänglich. Denn jede Frau hat Ihre eigenen Bedürfnisse.

Die Auswahl von Verhütungsmitteln auf dem Markt ist besonders groß. In Absprache mit Ihrem Arzt finden Sie sicherlich eines für Ihre Bedürfnisse.

 

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