Paracetamol in der Schwangerschaft – Für ADHS verantwortlich?

Freitag, 14.03.2014

Eine neue Studie könnte den Ruf von Paracetamol als risikoarmes Schmerzmittel während der Schwangerschaft zunichtemachen – es soll das ADHS-Risiko beim Nachwuchs erhöhen.

Dänische und US-amerikanische Forscher fanden in einer Studie heraus, dass die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft mit dem erhöhten Risiko einhergehen könnte, dass das ungeborene Kind später an ADHS leidet, der sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Das berichtet unter anderem die britische "The Times". Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen veröffentlichten die Wissenschaftler um Dr. Beate Ritz von der Universität Los Angeles im Fachjournal "JAMA Pediatrics".

Paracetamol: ADHS-Risiko um bis zu 37 Prozent erhöht

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Die Forscher werteten für ihre Langzeitstudie die Daten von insgesamt 64.000 Müttern und Kindern aus. Mehr als die Hälfte der Mütter nahm während der Schwangerschaft das Schmerzmittel Paracetamol ein, das von Experten bisher als weitgehend bedenkenlos eingestuft wird. Dies könnte sich jetzt allerdings ändern: In der Studie stellte sich heraus, dass bei den betroffenen Frauen ein erhöhtes Risiko zwischen 13 und 37 Prozent bestehen könnte, dass beim Nachwuchs später ADHS festgestellt wird oder die Kinder ein Medikament gegen die Störung einnehmen. Je länger der Zeitraum ist, über den werdende Mütter das Medikament einnehmen, desto höher das Risiko.

Einfluss auf Hormone in der Schwangerschaft?

Warum Paracetamol das ADHS-Risiko in ihrer Langzeitstudie erhöhte, können die Wissenschaftler derzeit nur vermuten. Studienleiterin Ritz hat die Hormone in Verdacht: Paracetamol könnte diese während der Schwangerschaft beeinflussen, sodass in der Folge die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigt sein könnte. Diesen Schluss würden jedenfalls Experimente mit Tieren nahelegen.

Ob Paracetamol seinen Ruf als unbedenkliches Schmerzmittel während der Schwangerschaft verliert, steht allerdings noch nicht fest. Zuvor müssten noch weitere Untersuchungen folgen. Dennoch sollten die Studienergebnisse werdenden Müttern in Erinnerung rufen, dass sie Schmerzmittel wie Paracetamol generell nicht ohne dringende Notwendigkeit einnehmen sollten – nicht nur, um das ADHS-Risiko möglichst gering zu halten.

Kinder mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung neigen zu impulsivem Verhalten und werden als hyperaktiv beschrieben. Ihnen gelingt es nicht, sich über einen längeren Zeitraum auf eine bestimmte Tätigkeit zu konzentrieren.

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Die Zeit der Schwangerschaft ist geprägt von großem Glücksempfinden - aber auch Verunsicherung. Viele werdende Mütter fragen sich: Mache ich alles richtig?

 

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