Öfter Scheidenpilz bei Diabetikerinnen: Zucker lockt Pilze

Samstag, 12.07.2014

Scheidenpilz ist für jede Frau eine Qual. Einmal betroffen, infizieren sich Frauen meist immer wieder – besonders Diabetikerinnen sind anfällig. Warum?

Scheidenpilz wird meist von sogenannten Hefepilzen verursacht – und diese Candida-Pilze finden Zucker richtig lecker. Ist reichlich davon in der Scheidenflora vorhanden, vermehren sich die Bakterien umso mehr. "Das ist einer der Gründe, warum Frauen mit Diabetes häufiger unter Scheidenpilz leiden", erklärt Werner Mendling, Professor für Gynäkologie und Geburtshilfe am Deutschen Zentrum für Infektionen in Wuppertal, im Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber".

Scheidenpilz vermehrt sich durch Zucker

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Diabetikerinnen haben einen erhöhten Zuckerspiegel im Blut, der in der Folge auch im Scheidengewebe steigt – der ideale Nährboden für Hefepilze, wie im "Diabetes Ratgeber" zu lesen ist. Vor allem junge Frauen mit der Zuckerkrankheit würden häufig an der juckenden, brennenden Infektion erkranken. Grund dafür seien die Hormonschwankungen, unter denen diese häufig leiden, und die Scheidenpilz begünstigen. "Junge Diabetikerinnen sind gefährdeter als gesunde Mädchen, einen Scheidenpilz zu entwickeln", berichtet Dr. Anja Oppelt, Gynäkologin und Expertin beim Gesundheitsportal "Lifeline".

Da immer mehr Jugendliche an Diabetes erkranken, egal welchen Typs, steigt in der Folge auch die Zahl der Pilzinfektionen im Genitalbereich. "Nach Hochrechnungen wird die Zahl der Kinder unter 15 Jahren mit Typ-1-Diabetes europaweit von rund 94.000 im Jahr 2005 um 70 Prozent auf 160.000 im Jahr 2020 steigen", schreibt das Fachportal "scheidenpilz.com". Und je jünger die Kinder sind, desto stärker steige die Rate der Neuerkrankungen.

Auf die richtige Art von Hygiene achten

Mit genetischen Faktoren lässt sich das nicht ausreichend erklären. Stattdessen würden ein veränderter Lebensstil, Gewichtszunahme und womöglich sogar die steigende Zahl der Kaiserschnittgeburten das Risiko für eine Diabetes-Erkrankung und damit für die Anfälligkeit für Scheidenpilz erhöhen.

Besonders bei Frauen mit Diabetes muss Intimhygiene daher groß geschrieben werden. Von Intimsprays, Scheidenspülungen und aggressiven Duschgels rät Oppelt trotzdem ab. Diese Produkte können die Vagina angreifen und daher genau das Gegenteil bewirken: Die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen und Scheidenpilz hervorrufen. Leiden Sie als Diabetikerin des Öfteren an der unangenehmen Genitalinfektion, ist womöglich Ihr Blutzuckerspiegel schlecht eingestellt.

Öfter Scheidenpilz wegen Diabetes? Es gitb einen Zusammenhang zwischen den Krankheiten

Frauen die Diabetes haben, leiden häufiger an Scheidenpilz. Durch den erhöhten Blutzuckerspiegel kann sich der Pilz besser ansiedeln.

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