Nuvaring – Schutz vor HIV?

Donnerstag, 20.03.2014

Immer noch infizieren sich jährlich auch in Deutschland viele Menschen mit HIV. Möglicherweise könnte der Nuvaring bald einen Schutz vor der gefährlichen Immunschwächekrankheit bieten.

Ein Nuvaring, der nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern auch vor HIV schützt, ist momentan noch Zukunftsmusik. Doch erste Tests mit einem Prototyp sollen vielversprechende Ergebnisse geliefert haben.

Das Humane Immundefizienz-Virus, kurz: HIV, ist immer noch weit verbreitet. Wie "Spiegel Online" berichtete, sind weltweit etwa 33 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Alleine im Jahr 2012 starben Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge rund 1,6 Millionen an den Folgen der Infektion. Auch in Deutschland leben laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) etwa 78.000 Menschen mit einer HIV-Infektion, im Jahr 2012 wurden hierzulande rund 3.400 Neuinfektionen registriert. 

Nuvaring als Schutz vor HIV?

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Ein US-amerikanisches Forscherteam um den Chemiker Patrick Kiser hat nun in dem Fachmagazin "PLOS ONE" eine neue Methode vorgestellt, die Frauen zukünftig Schutz vor einer Ansteckung mit HIV bieten könnte. Sie basiert auf einer Verhütungsmethode, die schon seit Jahren erfolgreich eingesetzt wird – dem Nuvaring. Der Vaginalring gibt über einen Zeitraum von drei Wochen regelmäßig bestimmte Hormone ab, die eine Schwangerschaft verhindern. Anschließend wird der Nuvaring entfernt. Nach einer einwöchigen Pause, in der eine Abbruchblutung auftritt, wird schließlich ein neuer Vaginalring eingesetzt.

Der Vaginalring, den die Forscher der Northwestern University entwickelt haben, kann aber noch viel mehr, als nur vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen. Neben dem verhütenden Hormon ist der Vaginalring zusätzlich mit dem Wirkstoff Tenofovir ausgestattet worden. Das antiretrovirale Medikament wird schon seit einiger Zeit erfolgreich in der Behandlung von HIV eingesetzt und verhindert eine Vermehrung der Viren im Körper.

In Tierversuchen erfolgreich

Schon länger ist die Möglichkeit bekannt, Tenofovir nicht nur als Therapeutikum, sondern auch als Mittel der Prävention einzusetzen, etwa in Form von speziellen Tabletten oder als Vaginalgel. Doch um wirklich einen Schutz vor HIV gewährleisten zu können, muss Tenofovir regelmäßig angewendet werden – und das fällt vielen Frauen schwer. Den Wirkstoff in Form eines Nuvaringes zu verabreichen, minimiere das Risiko, die Anwendung zu vergessen. Auch der gleichzeitige Verhütungsschutz sei ein Anreiz für viele Frauen, so die Forscher. In Versuchen mit Primaten konnte die Methode einen hundertprozentigen Schutz vor HIV gewährleisten. 

Es gibt kurzfristige als auch langfristige Verhütungsmittel – der Vaginalring gehört zu den langfristigen und hormonellen Verhütungsmitteln.

Eine Schwangerschaft kann durch eine Vielzahl von Verhütungsmitteln verhindert werden: von der Pille über den Vaginalring bis hin zum Kondom.

 

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