Neue Therapieform: Erst peitschen, dann reden

Dienstag, 07.10.2014

Diese bizarre Form der Psychotherapie hat es in sich: In Russland sind einige Psychologen der Ansicht, Drogenkranke und Sexsüchtige mithilfe von Peitschenschlägen heilen zu können.

In Sibirien verbreitet sich neuerdings eine Therapie, die nicht wenige an mittelalterliche Praktiken erinnern dürfte: Mit einem Rohrstock würde den Patienten hier auf die Pobacken gepeitscht, berichtet die englische News-Seite dailystar.co.uk. Alkoholikern, Drogenkranken und Sexsüchtigen sollten damit die Gewohnheiten wortwörtlich herausgeprügelt werden.

Peitschenhiebe mit dem Rohrstock

Schock_Fotolia

Zurück gehe die schmerzhafte Therapieform auf Dr. Sergei Speransky, den Direktor des Bereichs Biologische Studien am Novosibirsk Institute of Medicine. Er habe sich der Peitsch-Therapie selbst als Maßnahme gegen seine Depressionen unterzogen. Der Siberian Times habe er gesagt: "Die Patienten sehen, dass diese Behandlung hilft, wenn alles andere versagt hat." Er sei nicht sadistisch, zumindest nicht im klassischen Sinn, aber er befürworte den Rohrstock.

Die schmerzhafte Behandlung bestehe daraus, 60 Mal auf die Patienten mit einem solchen Stock einzupeitschen. Obwohl die schlagkräftige Methode mittelalterlich und menschenunwürdig wirke, sei sie von Experten als Durchbruch der Psychologie in Russland erklärt worden, so der Dailystar weiter. Zuallererst würden die Patienten mit dem Rohrstock bearbeitet. Erst danach komme es zu einem herkömmlichen Gespräch über die vorhandenen Probleme.

Empfehlung des Therapeuten: Peitschen!

Fortgesetzt worden sei Speranskys Arbeit von dem Psychologen Dr. German Pilipenko, der gemeinsam mit seiner Kollegin Professor Dr. Marina Chukhrova bereits mehr als tausend Patienten ausgepeitscht habe. "Wir schlagen den Patienten auf die Hinterbacken mit einem klar definierten medizinischen Zweck. Es handelt sich dabei nicht um eine verzerrte sadistische Aktivität", zitiert die Seite Chukhrova. Der Rohrstock wirke einem Mangel an Begeisterung für das Leben entgegen, der oft hinter Abhängigkeiten, Selbstmordgedanken und psychosomatischen Erkrankungen stecke, so die Russin.

Das Patienten-Spektrum derer, die sich der neuen Therapieform unterzögen, sei groß: Männer und Frauen von 17 bis 70 Jahre würden sich mit dem Rohrstock auspeitschen lassen. Dafür würden sie sogar 3000 Rubel – fast 60 Euro – für eine Sitzung bezahlen.

Hier geht's zum Google Plus Profil von Liebe & Lust Google+

Peitschen als Heilmittel?

Das schmerzt: In Sibirien peitschen jetzt einige Psychologen zwecks Therapie ihre Patienten mit einem Rohrstock aus.

Weitere Artikel

article
39521
Neue Therapieform: Erst peitschen, dann reden
Neue Therapieform: Erst peitschen, dann reden
Diese bizarre Form der Psychotherapie hat es in sich: In Russland sind einige Psychologen der Ansicht, Drogenkranke und Sexsüchtige mithilfe von Peit...
http://www.fem.com/liebe-lust/news/neue-therapieform-erst-peitschen-dann-reden
07.10.2014 14:55
http://www.fem.com/var/fem/storage/images/liebe-lust/news/neue-therapieform-erst-peitschen-dann-reden/619663-1-ger-DE/neue-therapieform-erst-peitschen-dann-reden_contentgrid.jpg
Liebe & Lust

Kommentare