Nach Vergewaltigung: 10-Jährigem Opfer droht Ehrenmord

Mittwoch, 15.10.2014

Als sei eine Vergewaltigung nicht schon schlimm genug, droht einem 10-jährigen Mädchen aus Afghanistan jetzt auch noch der Ehrenmord durch ihre eigene Familie. Amnesty International versucht mit einem Appell zu helfen.

Es geschah in der afghanischen Provinz Kunduz. Hier wurde laut Amnesty International im Mai eine 10-Jährige von einem Mullah vergewaltigt. Es solle ein brutales Verbrechen gewesen sein, hätten medizinische Tests ergeben. Doch damit nicht genug: Angeblich würden Mitglieder ihrer Familie und Gemeinde das kleine Mädchen nun umbringen wollen – aus Gründen der Ehre..

Vergewaltigung könne Ehrenmord auslösen

Der Täter und islamische Glaubensvertreter sitze momentan in Haft und warte auf seinen Prozess, schreibt die Organisation auf ihrer Homepage. Die Behandlung im Krankenhaus und die Zuflucht in ein Frauenhaus seien für Brishna nur möglich gewesen, da die Hilfsorganisation "Women for Afghan Women" sich dafür eingesetzt hätte. Als die Leiterin des Frauenhauses das Mädchen aus dem Krankenhaus abgeholt habe, sei sie auf Brishnas Tante getroffen. Diese habe verraten, dass die Männer aus Brishnas Familie das kleine Mädchen nun wegen der Vergewaltigung umbringen und anschließend in einen Fluss werfen wollen. Trotzdem habe die Polizei Brishna im Juli aus dem Frauenheim geholt und zurück nach Hause zu ihrer Familie gebracht.

Für Ehrenmorde gelte eine mildere Strafe

Ehrenmorde seien in Afghanistan tatsächlich noch üblich, berichtet Amnesty International. Mit einer Vergewaltigung würden weibliche Familienmitglieder  aufgrund des außerehelichen Geschlechtsverkehrs Schande über ihre Familie bringen. Sie würden eher als Täter denn als Opfer gesehen. Sogar das afghanische Gesetzt sehe gemilderte Urteilssprüche für Straftaten zur Wiederherstellung der Familienehre vor. Ehrenmörder hätten dadurch ein Strafmaß von maximal zwei Jahren zu befürchten.

Um Brishna vor einer solchen Tat zu bewahren, ruft die Menschenrechtsorganisation nun zu Appellen an den afghanischen Staatspräsidenten, den Generalstaatsanwalt sowie den Justizminister und die afghanische Botschaft in Berlin auf. Per Brief, Fax oder E-Mail sollten Unterstützer fordern, Brishna zu schützen und Ehrenmorde als schwere Straftat zu behandeln. Hier geht es zum Appell von Amnesty International.

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Vergewaltigung in Afghanistan: 10-Jährigem Mädchen droht Ehrenmord

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Als sei eine Vergewaltigung nicht schon schlimm genug, droht einem 10-jährigen Mädchen aus Afghanistan jetzt auch noch der Ehrenmord durch ihre eigen...
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15.10.2014 14:00
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