Magersucht in der Schwangerschaft – Gefährlicher Trend

Mittwoch, 05.03.2014

Während der Schwangerschaft legen Frauen an Gewicht zu – normalerweise. Stars und Medien gaukeln werdenden Müttern etwas anderes vor. Mit gefährlichen Risiken für den Nachwuchs.

Während einer Schwangerschaft nehmen Mütter an Gewicht zu: die einen mehr, die anderen weniger. Wer einen Blick in die Hochglanzmagazine wirft, bekommt allerdings schnell denn Eindruck, dass "weniger" längst zum Normalfall geworden ist. Ob Heidi Klum, Victoria Beckham oder Michelle Hunziker, sie alle waren entweder während der Schwangerschaft schlank oder zeigten sich wenige Wochen oder gar nur Tage später wieder mit Traumfigur.

Ein Bericht im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" verdeutlichte erst kürzlich, wie sehr diese Promi-Schwangerschaften zum Nachahmen animieren, und verwies auf die Gefahren, die Essstörungen wie Magersucht für das im Mutterleib heranwachsende Baby und die Mutter haben können.

Gesundheitliche Folgen für das Kind

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Egal, ob die Mutter bereits vor der Schwangerschaft magersüchtig ist oder sie erst währenddessen eine Essstörung entwickelt: Die gesundheitlichen Risiken unterscheiden sich allenfalls graduell. Allerdings ist umstritten, ob diese für Mütter nicht viel größer sind als für das ungeborene Kind. "Die eine Lehrmeinung und Studienlage sagt, dass die Kinder sich schon holen, was sie brauchen. Das heißt, die Schwangerschaft geht auf Kosten der Mutter, die dann beispielsweise eher an Osteoporose leidet, Entgleisungen des Elektrolythaushalts oder Herzprobleme bekommt", berichtet Diplom-Psychologin Silka Hagena gegenüber dem "Hamburger Abendblatt".

Andererseits sollen sich Kinder infolge der Unterernährung langsamer entwickeln: "Eine aktuelle Untersuchung aus Schweden zeigte, dass die Kinder sehr wohl beeinträchtigt sind, mit kleinerem Kopfumfang und verzögerter Entwicklung, und Daten aus Neuseeland sprechen von einer erhöhten Rate an Kaiserschnitten und Depressionen nach der Schwangerschaft."

Unterernährung während der Schwangerschaft

Laut den Experten von "Frauenärzte im Netz" steigt bei einer Magersucht während der Schwangerschaft das Risiko einer Unterversorgung des Kindes mit wichtigen Nährstoffen. Ein Vitamin-B-Mangel kann zu Fehlbildungen führen, Eisenmangel zu Blutarmut und Zinkmangel zu einer Schwangerschaftsvergiftung. Grundsätzlich ist außerdem das Risiko einer Fehlgeburt bei essgestörten Müttern erhöht. Häufiger als bei anderen Schwangerschaften ist ein Kaiserschnitt unumgänglich. Eine Betreuung durch Psychologen und Ernährungswissenschaftler kann für die Gesundheit von Mutter und Kind überlebensnotwendig sein.

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