Liebeskummer – Vergleichbar mit Entzug

Montag, 31.03.2014

Warum ist Liebeskummer eigentlich so schlimm? Eine Hirnstudie zeigt: Liebe wirkt wie eine Droge – und der Herzschmerz gleicht einem Entzug.

Dass Liebeskummer manchmal kaum auszuhalten ist, dürften viele Menschen bereits am eigenen Leib erfahren haben. Neben der unendlichen Traurigkeit, die ein Beziehungs-Aus oder eine unerwiderte Liebe auslöst, geht Liebeskummer aber auch mit körperlichen und psychischen Beschwerden wie Schmerzen im Herzen, Atemnot, Schlafstörungen oder Depressionen einher.

Liebe wirkt wie Kokain

Wie "DiePresse.com/APA/apn" berichtete, ist das überhaupt nicht verwunderlich. Denn Forscher des Albert Einstein College of Medicine konnten in einer Hirnstudie nachweisen, dass sich im Gehirn von Verliebten ähnliche Dinge abspielen wie beim Konsum von Kokain. Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im "Journal of Neurophysiology".

An der Studie hatten 15 junge Erwachsene teilgenommen, die alle etwa zwei Monate zuvor von ihren Partnern verlassen worden waren. Alle Probanden waren immer noch in ihre Ex-Partner verliebt und verbrachten 85 Prozent ihrer Freizeit mit Gedanken an die zurückliegende Beziehung. Während die Forscher den Studienteilnehmern Fotos des jeweiligen Ex-Partners zeigten, maßen sie mithilfe eines Magnetresonanztomografen (MRT) gleichzeitig die Hirnaktivität der Probanden.

Liebeskummer: Auf Liebesentzug

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Dabei zeigte sich, dass durch das Betrachten der Fotos insbesondere verschiedene Belohnungszentren im Gehirn aktiv waren, darunter auch solche Areale, die beim Suchtverhalten eine Rolle spielen. Dazu gehört beispielsweise das dopaminerge Belohnungssystem, das auch beim Konsum von Kokain aktiv ist. Durch die Vergleichbarkeit mit einem Entzug von Drogen lässt sich auch erklären, warum Menschen aus Liebeskummer durchdrehen können und im schlimmsten Fall Selbstmord begehen oder dem Ex-Partner etwas antun.

"Romantische Liebe ist scheinbar sowohl unter glücklichen als auch unter unglücklichen Umständen eine natürliche Sucht", sagt die Neurologin Lucy Brown. "Liebeskummer ist vielleicht ein notwendiger Teil des Lebens, den die Natur in unsere Anatomie und Physiologie eingebaut hat." Ein weiterer Aspekt, der für den Suchtfaktor von Liebe spricht: Ähnlich wie bei einem Entzug werden die Reaktionen der Belohnungszentren auch nach einer Trennung Stück für Stück immer schwächer. Zeit heilt eben doch alle Wunden.

Wenn das Herz schmerzt... Wer von einer großen Liebe verlassen wurde, empfindet oft Trauer, Wut und große Leere.

Verliebt, verlobt, verlassen: Liebeskummer kann sich sogar in körperlichen Schmerzen äußern, wie Forscher herausfanden.

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Liebeskummer
Vergleichbar mit Entzug
Warum ist Liebeskummer eigentlich so schlimm? Eine Hirnstudie zeigt: Liebe wirkt wie eine Droge – und der Herzschmerz gleicht einem Entzug.
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31.03.2014 17:29
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